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Sechs nützliche Linux-Befehle zum Checken der Netzwerkverbindung

Es gibt eine ganze Reihe an Tools für Linux, die Sie für die Problembehebung bei Netzwerkverbindungen einsetzen können. Hier ist eine Auswahl.

Fast alle Linux-Instanzen brauchen Netzwerkverbindungen, damit ihre Services verfügbar sind. Sollte die Netzwerkverbindung ausfallen, dann ist natürlich auch der entsprechende Service nicht mehr verfügbar.

Aus diesem Grund braucht der Administrator angemessene Tools und Befehle, damit er die Netzwerkverbindung analysieren und auftretende Fehler beheben kann.

Mit den folgenden sechs hilfreichen Befehlen für Linux kann ein Administrator die Netzwerkkonnektivität so beständig wie möglich zur Verfügung stellen.

1. ip

Das Schweizer Taschenmesser der Netzwerkbefehle unter Linux ist ip. Es ist so geschrieben, dass es mit Unterbefehlen funktioniert. Dazu gehört zum Beispiel ip link. Damit verwalten und überwachen Sie die Netzwerkverbindung. Mit ip addr managen Sie die IP-Adressen und mit ip route dementsprechend die Routing-Tabelle. Sie können zum Beispiel ip link show, ip addr show oder ip route show verwenden, um an die gewünschten Informationen zu kommen. Das sind der Zustand der Verbindung, sowie die Konfiguration von Adresse oder Router. Das Tool kann aber noch mehr. Mit ip addr add dev eth0 10.0.0.10/24 weisen Sie der Netzwerkschnittstelle eth0 temporär eine IP-Adresse zu.

Der Befehl ip bietet aber auch noch fortschrittlichere Optionen. Zum Beispiel können Sie mittels ip link set promisc die Netzwerkkarte temporär in den sogenannten Promiscuous-Modus versetzen. In diesem Zustand lassen sich alle Pakete in einem Netzwerk sammeln und nicht nur solche, die für die eigene MAC-Adresse (Media Access Control) bestimmt sind.

2. tcpdump

Mithilfe des Linux-Befehls tcpdump können Administratoren die Netzwerkaktivität analysieren. Dieser Befehl für das sogenannte Sniffing sammelt Traffic, der durch eine bestimmte Netzwerkschnittstelle läuft. Führen Sie den Befehl ohne zusätzliche Parameter aus, wie zum Beispiel mit tcpdump -i eth0, dann sammelt der Befehl eine Unmenge an Paketen. Ein häufig eingesetzter Parameter ist -w. Der Befehl würde zum Beispiel so aussehen: tcpdump -i eth0 -w packets.pcap. Auf diese Weise lassen Sie das Ergebnis in eine Datei schreiben. Das kann der Administrator später mithilfe des Tools Wireshark auswerten.

3. Wireshark

Wireshark ist ein grafisches Tool für Administratoren und Netzwerkprofis, um Netzwerkpakete sniffen und analysieren zu können. Das oben genannte tcpdump zeigt den Inhalt des Netzwerk-Traffics über stdout an. Mit Wireshark steht Administratoren eine bequeme grafische Oberfläche zur Verfügung, mit denen Sie sich durch die Streams der Netzwerkkommunikation klicken können.

4. ethtool

Wenn Sie mit herkömmlichen physischen Netzwerkkarten und keinen Schnittstellen einer virtuellen Maschine arbeiten, dann gefällt Ihnen sicher ethtool. Damit können Administratoren eine Netzwerkkarte überwachen und verschiedene Einstellungen vornehmen. Verwenden Sie zum Beispiel ethtool -i eth0, dann finden Sie Hardwareinformationen über die Schnittstelle eth0 heraus. Mittels ethtool -S eth0 bekommen Sie Statistiken, wie viele Pakete von dieser Schnittstelle empfangen und gesendet wurden. Mithilfe des Befehls ethtool -p eth0 können Sie die LED auf der Rückseite der Netzwerkkarte blinken lassen. Das ist zum Beispiel in Situationen hilfreich, wenn Sie eth3 suchen, weil Sie ein Kabel tauschen möchten. Bevor Sie das Kabel ziehen, versichern Sie sich auf diese Weise, dass es sich auch wirklich um die Netzwerkkarte eth3 handelt.

Behalten Sie bei der Verwendung von ethtool im Hinterkopf, dass Sie  nicht immer nützliche Informationen bekommen. Der Treiber ist ausschlaggebend, wie viel Sie sehen.

5. ncat

Administratoren haben in der Regel Telnet verwendet, um sich mit einem bestimmten Port zu verbinden. Damit lässt sich zum Beispiel auf dem entsprechenden Port verifizieren, dass ein Service verfügbar ist. Ncat war früher als netcat bekannt und es ist ein moderner Ersatz für das veraltete Tool.

Administratoren können zum Beispiel mittels ncat Ein-Server 80 eine Verbindung zu einem Host mit dem Namen Ein-Server aufbauen. Das Tool ncat bringt sehr fortschrittliche Fähigkeiten mit sich. Sie können mit der Software zum Beispiel eine Verbindung zwischen zwei Hosts etablieren. Verwenden Sie ncat -l 4444, damit das Utility auf einem Host lauscht und führen Sie danach ncat Hostname 4444 aus, um eine Verbindung zu diesem Port von einem anderen Host aus herzustellen. Das ist so gesehen nicht sehr hilfreich. Setzen Sie diese Verbindung in einer sogenannten Pipe ein, dann ergeben sich allerdings weitere Möglichkeiten. Führen Sie zum Beispiel ncat -l 4444 > Eine-Datei auf dem einen Host aus und auf dem anderen echo hello | ncat hostname 4444. Damit senden Sie die Ausgabe des Befehls über das Netzwerk und schreiben sie in die Datei auf der anderen Seite.

6. dhclient

Verwenden Sie einen DHCP-Server (Dynamic Host Configuration Protocol), um IP-Adresse im Netzwerk zu verteilen, dann kann jeder Host nach dem Boot-Vorgang eine Verbindung herstellen. Sollte der DHCP-Server während des Startvorgangs aber nicht erreichbar oder verfügbar sein, dann bekommen Sie eine nutzlose Adresse im Bereich 169.254. Der Rechner versucht nicht noch einmal, eine neue IP-Adresse zu beziehen. Wenn Sie dieses Problem vermeiden wollen, dann setzen Sie dhclient ein. Damit erbitten Sie sofort eine neue IP-Adresse. Führen Sie unter Linux den Befehl dhclient eth0 aus, dann wird damit sofort die IP-Adresse auf der angegebenen Netzwerkschnittstelle erneuert.

Einige Netzwerkbefehle für Linux haben sich massiv geändert, andere wie zum Beispiel ifconfig sind gleich geblieben. Das Tool ist obsolet geworden und gibt nicht mehr länger relevante Informationen aus. Wollen Sie Probleme mit den Netzwerkverbindungen unter Linux beheben, dann halten Sie sich am besten an die sechs hier genannten Befehle.

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Artikel wurde zuletzt im Juni 2016 aktualisiert

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