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Benutzen SDN-Architekturen Segment-Routing?

Segment-Routing lenkt Pakete mit einer Liste von Anweisungen. Es lässt sich in MPLS- und IPv6-Architekturen nutzen. Läuft es auch in einer Software-defined-Netzwerk-Architektur?

Software-defined Networking (SDN) kann verschiedene Protokolle benutzen, um Pakete zu routen und Traffic zu managen. Verwendet es aber Segment-Routing?

Die kurze Antwort ist: Nicht unbedingt.

Die lange Antwort: Die Architektur für Software-defined Networking braucht kein Segment-Routing und die meisten SDN-Implementierungen nutzen es nicht. Sie könnten es aber und im Laufe der Zeit werden wir das vielleicht auch in Umsetzungen sehen.

Die vollständige Antwort: Segment-Routing ist ein Mechanismus, mit dem die Quelle eines Netzwerkpakets spezielle Informationen einfügen kann, wie das Paket zu seinem Ziel geroutet werden soll. Das ist ähnlich wie beim Label Switching, die Technologie, der MPLS zugrunde liegt.

Genau genommen wird am Anfang eines Pakets eine Liste mit Anweisungen eingefügt, die sich wenig hilfreich Segmente nennen. Die Anweisungen werden wie ein Stapel abgearbeitet. Die oberste Anweisung wird gelesen und vom Ausgangsrouter im Quellnetzwerk verarbeitet. Sobald das Paket das Netzwerk verlässt, wird die Anweisung vom Stapel gelöscht und der nächste Router kümmert sich um die folgende Anweisung.

Wo Segment-Routing eingesetzt wird

Segment-Routing wurde für die Benutzung mit IP, IPv6 und MPLS entwickelt. Sie können es eigentlich auch ohne eine Software-defined-Netzwerk-Architektur nutzen. Auch wenn Segment-Routing kein spezielles Protokoll verwendet, sind für bestehende Protokolle Erweiterungen und Modifikationen notwendig. Damit sind zum Beispiel Intermediate System to Intermediate System (IS-IS) und IPv6 gemeint, wodurch es einen neuen Routing Header gibt.

Zum Beispiel können Router von Juniper und Cisco mit Segment-Routing-Traffic korrekt umgehen, weil beide Unternehmen die erweiterten Protokolle unterstützen. Ihre SDN-Versionen sind ebenfalls für Segment-Routing gerüstet. Linux bietet eine Open-Source-Implementierung von Segment-Routing an und das Linux-basierte network OS von Cumulus Networks unterstützt es ebenfalls.

Andere prominente SDN-Anbieter, wie zum Beispiel VMware NSX, Big Switch, Pica8 und Pluribus Networks unterstützen Segment-Routing im Moment aber nicht.

Netzwerkanbieter und große Provider interessieren sich am meisten für Segment-Routing, weil es ein flexibler Mechanismus für den Traffic ist. Weiterhin sind sie an Architekturen für Software-defined Networking interessiert, weil es sie unabhängiger von der Hardware macht. Außerdem können Sie schneller neue Services anbieten, weil Software die Basis für den Zeitrahmen ist. Das sind Wochen oder Monate. Müssten Sie sich nach der Hardware richten, wären es Monate oder sogar Jahre.

Segment-Routing stellt einen Kontrollmechanismus für SDN-Traffic-Pfade zur Verfügung, der für ihre Zwecke simpler und skalierbarer als herkömmliche SDN-Protokolle ist. Damit sind zum Beispiel OpenFlow, Virtual Extensible LAN (VXLAN) oder Application Centric Infrastructure (ACI) gemeint.

Im Moment experimentieren wohl nur große Unternehmen mit Segment-Routing und Software-defined-Netzwerk-Architekturen. In Zukunft werden aber mehr Services implementiert, die auch kleinere Firmen einsetzen.

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Nächste Schritte

Sind Netzwerk-Overlays für eine SDN-Architektur notwendig?

Benötigt jedes Routing-Protokoll eine eigene Routing-Tabelle?

Essential Guide: Einführung in Software-defined Networking (SDN)

Artikel wurde zuletzt im November 2018 aktualisiert

Erfahren Sie mehr über Software Defined Networking (SDN)

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