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Überlegungen zu mobilen Netzwerken für Unternehmen

Immer mehr Mitarbeiter arbeiten von unterwegs mit ihrem mobilen Gerät. Firmen müssen daher ihre Infrastruktur verbessern und ihr mobiles Netzwerk mit neuen Funktionen ausstatten.

Die Anforderungen der mobilen Mitarbeiter stellen eine große Herausforderung für traditionelle Netzarchitekturen dar. Das zwingt die Netzwerkspezialisten dazu, das Design des Netzwerks zu verändern und ihre Unternehmensnetzwerke mit neuen Funktionen und Services auszustatten, um sie für mobile Geräte in Bezug auf Benutzerfreundlichkeit und Sicherheit zu optimieren.

Der heutige Fokus auf mobile Nutzer geht auf den Trend zu BYOD zurück (Bring Your Own Device), der vor mehr als einem Jahrzehnt begann. Mobile Endgeräte erhielten Business-Funktionen, das iPhone beschleunigte im Jahr 2007 die Akzeptanz von mobilen Endgeräten in Unternehmen in hohem Maße. Firmen veränderten dadurch ihre Richtlinien und erlaubten es den Mitarbeitern, ihre eigenen mobilen Geräte wie Smartphones oder Tablets auch im Unternehmensnetzwerk zu nutzen.

Diese Entwicklung forderte von den Administratoren, sich beim Design der mobilen Netzwerke verstärkt auf die mobile Sicherheit zu konzentrieren, um sicherzustellen, dass externe Geräte auf das Netzwerk zugreifen können, ohne die Sicherheit der im Unternehmen verwalteten Geräte und gespeicherten Daten zu gefährden. Als Reaktion implementierten die meisten IT-Abteilungen schnell EMM-Plattformen (Enterprise Mobility Management), die sich auf die Sicherheit und Kontrolle aller verwalteten und nicht verwalteten Geräte konzentrieren – und das bis hinunter zur Anwendungs- und Datenebene.

Die Unternehmen mussten auch die zugrunde liegende Architektur neu ausrüsten, um all diese Geräte zu erfassen und deren Nutzung zu verfolgen. Es galt, die Tabellen der MAC-Adressen, die Grenzen des Dynamic Host Configuration Protocol (DHCP) und zusätzlichen Datendurchsatz zu überprüfen, um sicherzustellen, dass sich alle Geräte mit dem Netzwerk verbinden und kommunizieren können.

Design von mobilen Netzen konzentriert sich auf die zugrunde liegende Infrastruktur

Doch während die Unternehmen Antworten auf die Sicherheitsprobleme von BYOD fanden, ließen sie das zugrunde liegende Netzwerk weitgehend unkontrolliert. Das Problem wird dadurch verschärft, dass die Nutzer sehr häufig auf Cloud-Services wie Sprach- und Video-SaaS-Plattformen setzen, die sehr hohe Bandbreite benötigen. Ein weiteres gutes Beispiel ist die Umstellung auf Desktop as a Service (DaaS) als Alternative zum Hosting einer virtuellen Desktop-Infrastruktur in einem eigenen Rechenzentrum. Die Kombination von BYOD und Cloud Computing hat den Datenfluss innerhalb eines Unternehmensnetzwerks signifikant verändert.

Letztendlich verändern sich gerade die Quellen und die Zielorte der Daten signifikant. Während einst alle Endgeräte mit dem Firmen-LAN verbunden waren und sich alle Anwendungen und Daten in einem unternehmenseigenen Rechenzentrum befanden, haben wir es heute mit einem völlig anderen Netzwerk zu tun. Die Endgeräte verbinden sich von vielen Standorten aus mit dem Netz und greifen sowohl auf lokale als auch auf Cloud-Ressourcen zu. Dies führt zu Netzwerk-Engpässen und Ineffizienzen bei der Priorisierung von Daten.

Mehr Flexibilität für Filialen und mobile Verbindungen

Gleichzeitig nutzen Unternehmen mehr denn je Breitband- und High-Speed-WAN-Verbindungen, damit die mobilen Nutzer auf ihre geschäftskritischen Anwendungen zugreifen können. Elastische Breitbandverbindungen bilden daher das Herzstück beim Design von mobilen Netzwerken – insbesondere dann, wenn sich ein Unternehmen in Richtung einer Public-Cloud-Architektur bewegt.

Viele Netzwerk-Administratoren haben nicht nur die Redundanz des Internetzugangs erhöht, sondern legen auch höchste Priorität darauf, die Qualität der Internet- und Private WAN-Verbindungen zu steigern (QoS, Quality of Service). Herkömmliche QoS-Richtlinien lassen sich allerdings nicht über das öffentliche Internet durchsetzen.

Das heißt: Administratoren verlassen sich auf andere Technologien und Tools, um die Latenzzeiten zu reduzieren und zu steuern, wie der Datenverkehr priorisiert und gestaltet wird. Die WAN-Optimierung und neuerdings auch die SD-WAN-Architekturen ermöglichen es Administratoren, mehrere Private WAN- und Breitband-Systeme zu nutzen. Dadurch können sie die Qualität der Daten kontrollieren, die von und zu Public Clouds übertragen werden, und so sicherstellen, dass mobile Benutzer die von ihnen für die Anwendungen benötigte Leistung erhalten.

Da die Nutzer im Laufe der Zeit ihre Tools und Methoden für den Zugriff auf Unternehmensressourcen verändern, ist es wichtig, diesen Wandel in den Überlegungen für das Design des mobilen Netzwerks zu berücksichtigen. Durch den Trend zur Mobilität haben sich der Datenfluss und der Bedarf an Netzwerkressourcen deutlich verändert.

Firmen sollten daher ihr aktuelles Netzwerk gründlich unter die Lupe nehmen und prüfen, ob es das Volumen, den sich verändernden Datenfluss und die Sicherheitsanforderungen bewältigen kann, die mit dem Wachstum einer mobilen Belegschaft verbunden sind.

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Artikel wurde zuletzt im Dezember 2017 aktualisiert

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