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Die Zukunft von SDN in 2018 ist mehr Automatisierung

In Zukunft wird SDN (Software-defined Networking) vermutlich noch stärker in Unternehmen eingesetzt. Automatisierung und Programmierbarkeit des Netzwerks sind Anreiz für Firmen.

Das Schlüsselwort für die Zukunft von SDN im Jahr 2018 ist mehr. Es wird mehr Anbieter von Software-defined Networking geben, mehr Optionen und mehr Installationen.

Der Markt für das klassische SDN wird leise im Hintergrund summen und langsam aber sicher wachsen. Mit klassisch ist die Standarddefinition gemeint, dass Kontrollschicht und Datenschicht getrennt sind und vom OpenFlow-Protokoll koordiniert werden. Nemertes Research hat herausgefunden, dass 13 Prozent der Unternehmen OpenFlow in ihren Infrastrukturen einsetzen. Weitere 13 Prozent planen 2018 einen Einsatz. OpenFlow wird in der Regel nur in einem Teil des Data Centers eingesetzt und in vielen Fällen ist der komplett virtualisiert. Der Controller läuft in einer virtuellen Maschine und die Datenschicht besteht ausschließlich aus virtuellen Switches.

Anbieter wie zum Beispiel Big Switch Networks haben auch parallele Installationen im Portfolio. Dabei wird das Software-defined Network neben dem herkömmlichen betrieben. Eingesetzt wird das etwa für ein Management- oder ein Monitoring-Netzwerk. Eventuell wird damit auch eine erschwinglichere und flexiblere, verbesserte Security-Zone etabliert, die zwei herkömmliche Netzwerksegmente miteinander verknüpft.

Die Zukunft von SDN bietet viele Optionen

Im Vordergrund verbreiten sich verschiedene Varianten von SDN schnell, vor allen Dingen Software-defined WAN (SD-WAN). Ob wir nun von Cisco Application Centric Infrastructure (ACI), VMware NSX oder einem anderen System sprechen, sie alle verfolgen das gleiche Ziel wie das klassische SDN. Dazu gehören unter anderem:

  • Zentralisierte Steuerung
  • Richtlinien für die Steuerung, die mehr auf Services und Anwendungen fokussiert sind und weniger auf Adressen und Ports
  • Netzwerk-Virtualisierung, um damit ein logisches Netzwerk zur Verfügung zu stellen, das auf einem existierenden physischen Netzwerk läuft
  • Ein Netzwerk, dessen Betrieb günstiger ist, das mehr Automatisierung bietet und das widerstandsfähiger ist
  • Programmierbarkeit des Netzwerks, die normalerweise über die APIs des Controllers erfolgt

Mehr als 30 Prozent der Unternehmen setzen SDN ein und Nemertes sieht einen ständigen Aufwärtstrend beim Blick auf die Zukunft der Technologie. Die Trends werden durch verschiedene Faktoren angetrieben. Dazu gehören:

  • Einsatz privater Clouds
  • Nachfrage nach stark automatisierten Netzwerken, um damit die Zeit zu reduzieren, die Mitarbeiter brauchen, um die Infrastruktur zu installieren, zu betreiben und zu überwachen
  • Evolution der Produkte im Bereich Netzwerke und virtuelle Infrastrukturen
  • Mikrosegmentierung zusammen mit Software-defined Perimeter und Zero-Trust Computing wird immer stärker
  • Das Interesse wächst an sogenannter White-Box-Infrastruktur und günstigen Optionen, die mehr Flexibilität sowie Programmierbarkeit bieten und einfacher sind

Der SDN-Markt wächst sehr schnell. Das ist ein Seiteneffekt der Entwicklung von Nur-Software-Optionen, die auf Hardware von der Stange laufen. Neben den großen Anbietern wie Cisco, Juniper und VMware gibt es auch viele kleinere, aber nicht minder interessante. Dazu gehören Big Switch, Cumulus Networks, Extreme Networks, Nuage Networks, Pica8 und Pluribus Networks sowie Startups wie 128 Technology und Lumen Networks. Die meisten bieten Pakete für Software-defined Networks im Data Center. Einige bedienen auch Campus-Netzwerke und WAN.

Es gibt einen möglichen, sehr großen Indikator, wie unterschiedlich die neue SDN-Welt von der alten und hardwaredominierten ist. Sogar die Firma Microsoft ist in den SDN-Markt eingestiegen und hat Software veröffentlicht, mit der sie den Azure-Umgebungen Networking spendiert.

In Zukunft wird es in der IT so aussehen, dass das Netzwerk genauso automatisiert, flexibel und dynamisch wie die restliche virtuelle Infrastruktur ist. Jedes Unternehmen mit einem Netzwerk sollte die Zukunft von SDN nicht aus den Augen verlieren, klassisch oder nicht. Damit können Firmen auf den steigenden Druck der Business-Anforderungen reagieren, in der Netzwerke sicherer und günstiger sein müssen.

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Nächste Schritte

Die Unterschiede zwischen Open-Source- und kommerziellen SDN-Produkten

Essential Guide: Einführung in Software-defined Networking

Gratis-eBook: Grundlagen der Netzwerk-Virtualisierung

Artikel wurde zuletzt im Juni 2018 aktualisiert

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