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Alexa for Business: Vielversprechend, aber mit Risiken

Virtuelle Assistenten wie Alexa for Business finden zunehmend den Weg in Unternehmen. Firmen können damit die Produktivität steigern, müssen aber auf die Sicherheit achten.

Bei Privatnutzern sind virtuelle Assistenten wie Alexa, Siri & Co. sehr beliebt. Mittlerweile setzen auch Unternehmen auf diese Tools mit der Hoffnung, die Produktivität und Zusammenarbeit der Mitarbeiter zu verbessern. Firmen könnten von der Vertrautheit heimischer virtueller Assistenten wie Siri und Alexa profitieren, um die Produktivität im Büro zu steigern und Meetings schneller zu starten.

Anfang Dezember 2017 kündigte Amazon Alexa for Business an, einen virtuellen Assistenten, der Amazons Echo-Geräte mit Unternehmen verbindet. Alexa for Business ermöglicht es Unternehmen, Konferenzräume mit Echo-Geräten auszustatten, die Lösungen für Videokonferenzen starten und sich über Sprachbefehle in eine Konferenz einwählen können.

„Virtuelle Assistenten wie Alexa verbessern die Benutzerfreundlichkeit erheblich und reduzieren die Komplexität bei der Teilnahme an Meetings“, meint Vaishno Srinivasan, Analystin bei Frost & Sullivan.

Echo-Geräte, die mit der Alexa-for-Business-Plattform verbunden sind, lassen sich auch für freihändiges Telefonieren und Messaging, die Planung von Meetings, die Verwaltung von To-Do-Listen und das Sammeln und Finden von Informationen über Geschäftsanwendungen wie Salesforce und Concur nutzen.

Hürden: Datenschutz und Sicherheit

Bevor virtuelle Assistenten wie Alexa for Business eine breite Akzeptanz finden, müssen sie Sicherheitsbedenken überwinden. „Amazon und andere Anbieter werden viel mit CIOs und IT-Führungskräften kommunizieren müssen, um sie zu überzeugen, dass ihre Lösung sicher ist und sie in puncto IT-Security keine Kompromisse eingehen“, so Gartner-Analyst Werner Goertz.

Laut Vaishno Srinivasan könnten Firmen bei Alexa for Business davor zurückschrecken, Daten in einer Cloud-Umgebung zu speichern. Amazon hat damit begonnen, diese Bedenken auszuräumen, insbesondere wenn es darum geht, persönliche Alexa-Konten und private Echo-Geräte zuhause mit einem geschäftlichen Account zu verbinden.

Goertz sagt, dass sich die Konten in einer Sandbox befänden und damit persönliche Informationen der Benutzer nicht für Unternehmen sichtbar seien. Die vernetzten Konten müssen außerdem den Authentifizierungsstandards des Unternehmens entsprechen. Die Plattform umfasst auch administrative Kontrollfunktionen, die sowohl die gemeinsame Bereitstellung und Verwaltung von Geräten als auch die gemeinsame Verwaltung von Benutzern und Alexa-Skills ermöglichen.

Vaishno Srinivasan nennt eine weitere wichtige Herausforderung: Firmen müssen sicherstellen, dass ein virtueller Assistent wie Amazon Echo auf einen Benutzer mit Informationen antwortet, die hochgradig relevant und kontextbezogen sind. „Diese Geräte müssen trainiert werden, um bessere kontextsensitive und maßgeschneiderte Benutzererfahrungen zu liefern", erklärt sie.

Integration mit IT-Systemen von Unternehmen

Laut Gartner werden die Ausgaben der Endnutzer für virtuelle Assistenten bis 2021 voraussichtlich 3,5 Milliarden US-Dollar erreichen, gegenüber 720 Millionen US-Dollar im Jahr 2016. Es wird erwartet, dass die Akzeptanz der Unternehmen bis 2019 zunimmt.

Goertz meint, dass Amazon viel Arbeit „unter der Haube“ leisten müsse, um die Integration mit Business-Apps und Anbietern wie Microsoft, Cisco, Polycom und BlueJeans zu ermöglichen. Die tiefe Integration mit den IT-Systemen des Unternehmens sei notwendig, um zukünftige Funktionen wie das Diktieren und Versenden von E-Mails von einem Echo-Gerät aus zu ermöglichen, so Goertz.

Laut Srinivasan ist es möglich, die Funktionen für Alexa for Business über Konferenzräume hinaus zu erweitern. Dies erfolge mit Hilfe von APIs, die Amazon den Entwicklern mit seinem Alexa Skills Kit zur Verfügung stellt. „Tausende von Entwicklern nutzen diese APIs und haben Funktionen entwickelt, die Automatisierung und Effizienzsteigerung in Unternehmen ermöglichen“, sagt sie.

Anwendungsfälle neben Produktivitäts-Tools

Während virtuelle Assistenten sich für Unternehmen in jeder Branche eignen, die ihre Produktivität steigern wollen, setzen mittlerweile auch Hotels in den USA auf Alexa for Business.

Amazon ist gut positioniert, um diese Chance vor Microsoft Cortana, Google Assistant und Apples Siri zu nutzen.
Vaishno SrinivasanFrost & Sullivan

Wynn Las Vegas beispielsweise statte seine Räume mit Amazon Echo-Geräten aus, die mit Alexa for Business verwaltet werden, sagt Goertz. Gäste der Hotelkette können mit Sprachbefehlen, den sogenannten Skills, das Licht einschalten, die Jalousien schließen oder den Zimmerservice bestellen.

Eine weitere Branche, für die sich virtuelle Assistenten sehr gut eignen, ist das Gesundheitswesen. Derzeit unterstützt Alexa for Business nur Audio-Geräte. Aber die Plattform könnte potentiell Geräte mit einer Kamera und einem Display unterstützen, die Videokonferenzen ausführen und telemedizinische Funktionen erfüllen, so Goertz.

Laut Srinivasan hat Alexa for Business auch das Potenzial, den Markt für kleine Multimedia-Konferenzräume aufzumischen, indem es Echo-Geräte in eigenständige Konferenztelefone verwandelt. Die Preisspanne bei Amazon Echo bewegt sich zwischen 50 und 200 US-Dollar, und die neue Generation von Geräten bietet eine verbesserte Audioqualität. Der eingebaute virtuelle Assistent mit Alexa for Business und Entwickler-Ökosystem fülle eine Lücke, die im Markt für Konferenztelefone bestehe, schrieb sie in einem Blog-Post. „Amazon ist gut positioniert, um diese Chance vor Microsoft Cortana, Google Assistant und Apples Siri zu nutzen.“

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Artikel wurde zuletzt im Februar 2018 aktualisiert

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