Neuer Switch Catalyst 3850 von Cisco enthält integrierte WLAN-Steuerung

Mit dem neuen Switch Catalyst 3850 vereinheitlicht Cisco die Verarbeitung von kabelgebundenen und kabellosen LAN-Datenströmen.

Cisco treibt seine Strategie für Netzwerke mit Unified Access über die Management-Schicht hinaus: Das Unternehmen hat jetzt einen neuen Edge-Switch mit eingebauten Funktionen zur WLAN-Steuerung vorgestellt, der drahtgebundenen wie drahtlosen Datenverkehr auf derselben Plattform verarbeitet. Damit können Unternehmen künftig darauf verzichten, Datenverkehr von drahtlosen Access Points (APs) zu einem zentralen Controller zu tunneln. Stattdessen lässt sich auch Drahtlos-Traffic auf einem Edge-Switch terminieren, von dem aus beide Traffic-Arten sicher verwaltet werden

Rohit Mehra, Vice President für Network Infrastructure Research bei IDC im US-Bundesstaat Massachusetts, ist voll des Lobes für das neue Produkt: Cisco habe zum ersten Mal eine Integration von kabelgebundener und drahtloser Infrastruktur geschafft – „in einem Gehäuse und auf einem Chip für Datenverkehr, egal ob der aus einem verkabelten oder kabellosen LAN kommt“.

Der neue Switch Cisco Catalyst 3850 löst das Arbeitspferd 3750 ab. Er enthält einen programmierbaren ASIC (Application-specific Integrated Circuit), den Unified Access Data Plane (UADP)-Chip, der auch die Steuerung von WLANs ermöglicht. Ein einzelner Stack mit Catalyst 3850 unterstützt bis zu 50 Access Points und 2000 Clients, bei 40 Gbps an Controller-Durchsatz.

„Der drahtlose Datenverkehr ist heutzutage geradezu explodiert, und man hat alle möglichen Arten von starkem, Latenz-sensiblem Verkehr wie Sprache und Video. Das alles zurück zu einem Controller zu schicken, schafft enorm viel Overhead für das Netzwerk, lokal wie über größere Entfernungen“, sagt Mehra.

Die WLAN-Integration verringert nicht die Last für das Netzwerk, sie ermöglicht auch besseres Traffic-Management und Funktionen für Quality of Service (QoS). Weil Daten aus dem drahtlosen LAN nicht mehr getunnelt werden müssen, durchqueren sie den Rest des Netzwerks als gewöhnlicher IP-Verkehr. Damit können Unternehmen darauf dieselben Regeln und Kontrollmaßnahmen anwenden wie bei reinen LAN-Daten.

Als Folge davon können Cisco-Kunden feinkörnige, gestaffelte QoS-Vorgaben für ihre gesamte Infrastruktur machen, sagt Rob Soderbery, Senior Vice President und Geschäftsführer für das Netzwerk-Geschäft von Cisco mit Großkunden. „Wenn man kabelgebundene und drahtlose Daten-Ströme an unterschiedlichen Stellen verarbeitet, sieht übergreifendes QoS anders aus“, erklärt er. Jetzt sehe man alle Nutzer und Daten am selben Ort, könne also mehrere QoS-Stufen einrichten und dabei sicher sein, dass nichts vergessen wird. „Man kann QoS an einem Switch einrichten und von dort bis zu einer Filiale und dabei den gesamten Pfad verwalten“.

Mit dem Cisco Catalyst 3850 wird drahtloser LAN-Verkehr effizienter, vor allem wenn Nutzer sich von Access Point zu Access Point bewegen, sagt Andre Kindness, leitender Analyst bei Forrester Research im US-Bundesstaat Massachusetts. „Wenn man sich durchs Netz bewegt, gibt es einen Tunnel vom Controller zurück zu dem Access Point, wo man begonnen hat. Aus Sicht von VoIP oder Latenz ist das nicht optimal. Man will dem Nutzer folgen. Aus diesem Grund gibt es den Trend, die Steuerung in den Edge zu bringen. Dann kann man beginnen, Richtlinien auf der Grundlage von Nutzern und Anwendungen und in Bezug auf die besten Verbindungen zu nutzen.“

Der Cisco Catalyst ist ein stapelbarer Switch, der mit 24 oder 48 Ports für Gigabit-Ethernet (GbE) ausgeliefert wird; optional sind Stromversorgung über Ethernet (PoE) und Module für 10-GbE-Uplinks erhältlich. Die Preise sind identisch mit vergleichbaren Konfigurationen des Catalyst 3750; für die Drahtlos-Steuerung müssen Nutzer allerdings eine Zusatz-Lizenz kaufen.

Auf Wiedersehen AirOS: iOS wird bei Cisco zum Standard

Neben dem Catalyst 3850 hat Cisco den WLAN-Controller Cisco 5760 neu herausgebracht – für Kunden, die ihre alten Controller-Systeme noch nicht aufgeben wollen. Das Premium-Gerät kann bis zu 1.000 Access Points und 12.000 Clients mit 60 Gbps Durchsatz verwalten. Es verwendet dieselbe ASIC-Plattform wie der Switch Catalyst 3850.

Der 5760 ist zugleich der erste WLAN-Controller von Cisco, auf dem iOS läuft – ein Abschied vom Betriebssystem AirOS, das die Controller des Unternehmens seit der Übernahme von Airespace gesteuert hatte. Laut Soderbery will Cisco nach und nach alle seine Drahtlos-Controller von AirOS auf iOS umstellen. „Netzwerk-Manager mussten viel über iOS lernen und hatten viele Schulungen dazu. Dieses Wissen können sie jetzt nehmen und auf einer einheitlichen Plattform einsetzen, für Netzwerke mit oder ohne Kabel“, sagt Mehra dazu.

Kindness von Forrester verweist darauf, dass viele Unternehmen wohl nur langsam zum Catalyst 3850 mit seiner integrierten WLAN-Steuerung umsteigen werden. Zentrale Controller mit iOS seien deshalb noch wichtig für die Bemühungen von Cisco, verkabelte und drahtlose Netze zu vereinheitlichen. Das Unternehmen mache sich „Sorgen wegen Kunden, die erst vergangenes Jahr oder ein Jahr davor 3750-Geräte gekauft haben. Die meisten Edge-Switches bleiben fünf bis sieben Jahre im Haus, also wäre es noch zu früh, sie zu ersetzen“.

Weil auf dem 5760 iOS läuft, können Netzwerk-Manager damit dieselben Dienste und Features nutzen, die auch für Cisco-Switches zur Verfügung stehen, einschließlich Application Visibility and Control (AVC) und TrustSec. Nutzer können auf dem Controller auf dieselbe Weise Richtlinien einrichten, wie sie es sonst bei Switches und Routern machen.

Integration von ISE-MDM und Prime 360 Experience

Zugleich hat Cisco seine Identity Services Engine (ICE) und Prime Infrastructure aktualisiert. ISE 1.2 ist jetzt integrierbar mit Software für Mobile Device Management (MDM) von Good Technology, Airwatch, MobileIron, Zenprise und SAP.

Prime Infrastructure 2.0 wiederum bietet die neue 360 Degree Experience, mit der Netzwerk-Manager Aktivitäten nach Nutzern, Geräten, Anwendungen oder Diensten aufschlüsseln können. Laut Soderbery können sie sich zum Beispiel per Mausklick alle Netzwerk-Teilnehmer anzeigen lassen, die gerade Twitter nutzen oder sich mit einem iPad verbunden haben.

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