Weg von BlackBerry: Migration auf Apple iOS, Android oder Windows Phone

Was immer aus BlackBerry werden mag, in Unternehmen stellt sich die Frage, wie man am besten auf welche andere Mobile-Plattformen migriert?

Wer sich mit der Frage nach der Zukunftsfähigkeit von BlackBerry beschäftigt, dem ist schnell klar, dass ein mobiles Email-Management und die Fokussierung auf Sicherheit nicht mehr ausreichen, um den Anforderungen moderner Anwender und flexibler Arbeitsmethoden gerecht zu werden. In der Mobility-Diskussion stehen Aspekte wie eine unkomplizierte, parallele Nutzung des Smartphones für geschäftliche und private Aufgaben, in direkter Konkurrenz zum Kontroll- und Sicherheitsauftrag der IT-Abteilung. Vor allem aus Sicherheitsgründen tendierte die IT bisher meist zum Enterprise-Smartphone-Standard: BlackBerry. Jetzt stellt sich aber die Frage, ob die Idee des reinen Enterprise-Smartphone überhaupt noch zeitgemäß ist?

Produktivität schlägt Sicherheit

Wenn man die Aussagen von Unternehmen hört, zeigt sich, dass die Idee des Enterprise-Smartphones längst überholt ist. Ein Smartphone muss sich heute häufig zuerst im Konsumenten- und privaten Umfeld behaupten, bevor es im Unternehmen Akzeptanz findet. Dies hat vor allem damit zu tun, dass bei der Umsetzung einer Mobility-Strategie der Anwender ein sehr viel stärkeres Gewicht hat, als noch vor einigen Jahren. Positive Erfahrungen der Nutzer wie AppStores, Dropbox oder ähnliches aus dem privaten Umfeld sollen auch im Unternehmenskontext nutzbar sein. Eine Mobility-Strategie kann nur erfolgreich sein, wenn die primären Bedürfnisse der Anwender nach einfacher und unkomplizierter Nutzung des Geräts und der zugehörigen Apps erfüllt sind. Aus diesem Grund haben die Smartphone-Hersteller längst sehr gute Alternativen zu BlackBerry hervorgebracht. Deshalb trennen sich immer mehr Unternehmen von ihren BlackBerrys – und das wird nach der Analystenmeinung von Gartner auch so bleiben. Aber was gilt es zu beachten, wenn ein Unternehmen auf eine andere Mobilumgebung migriert?

Oliver Bendig, Matrix42 AG

Was es bei der Migration zu bedenken gilt

Zunächst muss sich jeder BlackBerry-Anwender oder IT-Verantwortliche bewusst sein, dass es wenig sinnvoll ist, eine BlackBerry-Umgebung oder-Struktur auf ein anderes System 1:1 zu übertragen. Egal, auf welchen Anbieter gewechselt wird – für den Anwender ist es in jedem Fall eine Umstellung und er muss sich an eine neue Handhabung des Mobilgeräts gewöhnen. Des Weiteren bringen neue Mobil-Plattformen wie Android, iOS und Windows Phone zwar neue Möglichkeiten mit sich, aber auch neue Herausforderung hinsichtlich Steuerung und Sicherheit. Vor allem Android ist hier speziell, weil die Verwaltung der Android-basierten Geräte sehr stark vom Hardware-Hersteller abhängt; im Unternehmensumfeld hat sich vor allem Samsung einen Namen mit dem SAFE Standard gemacht.

Bei einer BlackBerry-Migration sollte seitens der Unternehmen auch gleich geklärt werden, ob zukünftig nach einer Bring your own Device (BYOD)-Strategie vorgegangen wird oder ob ein COPE-Konzept (Company-owned-private enabled) realisiert werden soll. Unabhängig von der Geräteeigentümerschaft müssen sich die IT-Leiter damit beschäftigen, dass sich sehr wahrscheinlich private Daten und Apps auf den mobilen Geräten befinden werden. Hierfür ist eine geeignete Management-Strategie notwendig; dies hat häufig auch Auswirkung darauf, welches Betriebssysteme favorisiert werden sollte und warum.

Mobile Betriebssysteme

Die Top 3 der Betriebssysteme aus Enterprise-Sicht sind aktuell iOS, Android und Windows Phone. Dabei muss man zugegeben, dass diese (sowie die weiteren Systeme) kein so weitreichendes Sicherheitskonzept haben wie BlackBerry in der Vergangenheit. Nichtsdestotrotz hat sich in den letzten Monaten viel getan und die Anbieter haben attraktive Alternativlösungen für sichere Smartphones entwickelt – etwa die Separierung von privaten und geschäftlichen Daten und Apps mittels Container-Technologie beziehungsweise die Möglichkeit, App- und/oder Gerätezugänge so zu schützen, dass der Zugang Unbefugter unmöglich wird.

Neuer Mobility-Standard: Heterogenität

Bei einer BlackBerry-Migration sollten die Unternehmen ihre Mobility-Strategie 2.0 gleich auf Vielfältigkeit ausrichten. Die Unterstützung der gängigen mobilen Betriebssysteme in allen Facetten und Management-Möglichkeiten, wie Samsung SAFE und Samsung Knox, sind hierbei Pflicht. Trotz allem ist und bleibt die wichtigste geschäftliche App die E-Mail. Eine moderne Mobile-Management-Lösung sollte E-Mails daher einfach und sicher bereitstellen und verwalten können, ohne dabei die „User Experience“ negativ zu beeinträchtigen. Idealerweise ermöglicht die Management-Lösung die Absicherung und Verschlüsselung von E-Mails sowohl auf dem Endgerät als auch auf der Server-Seite durch eine clevere Integration mit dem vorhandenen E-Mail-System - egal ob Exchange, Lotus Notes, Office365 oder Google Enterprise. Mittels Container-Technologien oder speziellen Enterprise E-Mail-Apps der EMM-Hersteller kann der E-Mail Zugriff verwaltet und das ungewollte Abwandern von Anhängen verhindert werden. Durch clevere und nahtlos integrierte PIM-Lösungen (Personal Information Management) können die wichtigsten Enterprise-Apps wie E-Mail, Kalender und Browser verwaltet und abgesichert werden.

Apple iOS

An erster Stelle stehen iOS-Geräte. iPhone und iPad haben sich im Consumer-Markt behauptet und durch die hohe Akzeptanz bei den Anwendern den Sprung in die Unternehmens-IT vollzogen.  Apple iOS-Geräte haben mittlerweile aber nicht nur im Comsumer-Markt ihre Stärken, sondern auch für Business-Anwendungen sehr attraktive Optionen. So lässt sich etwa über den kontrollierbaren „Öffnen-mit-Button“ über eine EMM-Lösung sehr einfach steuern, ob eine App Daten mit anderen Apps austauschen kann. Des Weiteren hat Apple über das Device-Enrollment-Programm eine gute Möglichkeit für Unternehmen geschaffen, iPads und iPhones direkt an den Schreibtisch oder das Home Office des Mitarbeiters zu versenden, und eine Aktivierung und Aufnahme in das Enterprise Mobility Management System des Unternehmens zu erzwingen.

Android (Samsung)

Ebenfalls stark verbreitet ist Android und deshalb auch an zweiter Stelle für die zu erwägenden Systeme zu sehen. Allerdings ist bei Android der Sicherheitslevel geringer. Hier hat vor allem Samsung den Bedarf für Unternehmen an verwaltbaren Android-Geräten erkannt und mit Samsung SAFE und Samsung Knox für die Unternehmens-IT wichtige Anpassungen beziehungsweise Ergänzungen an Android durchgeführt. Dadurch sind Samsung-Geräte einfacher und sicherer zu verwalten. Speziell Samsung Knox stellt eine clevere Dual-Persona-Technologie bereit, mit der eine einfache aber sichere Trennung von privaten und geschäftlichen Daten auf einem Gerät möglich ist.

Microsoft Windows Phone

Auch wenn die Anzahl der Windows-Phone-Anwender noch nicht an die Verbreitung von iOS und Android heranreichen, ist davon auszugehen, dass dieses System in naher Zukunft von Bedeutung sein wird. Weil viele Unternehmen über Jahre hinweg Microsoft-Technologie auf PC und Server-Seite eingesetzt haben, liegt es nahe, auch auf mobilen Betriebssystemen Microsoft als ernsthafte Alternative zu berücksichtigen. Darüber hinaus stellt Windows Phone für viele Anwender eine „gefühlte“ Vertrautheit dar, da sich einige Bedienkonzepte in gewohnter Microsoft-Manier auch auf dem Smartphone oder Tablet präsentieren. Aus einer reinen IT-Management-Perspektive ist jedoch festzuhalten, dass Windows Phone aktuell im Vergleich zu Apple iOS und Samsung Android Geräten noch Defizite hinsichtlich Management-APIs und Policy-Steuerung hat.

In 5 Schritten weg von BlackBerry

Wer also von BlackBerry weg will oder muss, der sollte zunächst die Ist-Situation analysieren, dann eine Geräteauswahl treffen und schließlich eine Pilotprojekt für die Migration starten. Sinnvoll ist auch die Durchführung von „Awareness-Schulungen“, um die Mitarbeiter im Unternehmen auf die Veränderungen vorzubereiten und Sensibilität hinsichtlich der Integration in die Geschäftsprozesse zu erzeugen.

Für die erfolgreiche Migration auf ein neues Betriebssystem sind folgende Punkte hilfreich:

  1. Zunächst empfiehlt sich die Gründung eines „Business-Mobility-Teams“, das die Voraussetzungen, Anforderungen und Möglichkeiten prüft.
  2. Basierend auf dessen Analysen sollte ein Nutzungskonzept erstellt werden.
  3. Des Weiteren gilt es, die Sicherheits- und Compliance-Richtlinien festzulegen, etwa ein Passwortkonzept zu entwickeln und sich um die erforderliche Sicherheitszertifikate zu kümmern.
  4. Danach empfiehlt sich die Implementierung eines Management-Tools, mit dem jetzt Daten und Applikationen ausgerollt werden können.
  5. Nicht zu vergessen ist die Anbindung  an relevante Business-Prozesse und die Einführung eines Self-Service

Fazit

Mobile Gerätevielfalt und eine heterogene Betriebssystemlandschaft sind an der Tagesordnung. Deshalb finden Migrationen nicht mehr vereinzelt, sondern permanent statt. Daher empfiehlt es sich, das Thema „BlackBerry-Ablöse“ als Initial für die Gestaltung einer IT-Umgebung zu sehen, in der sich wiederholende Migrationen per Knopfdruck ausgeführt werden können. Denn eines ist gerade im Mobility-Bereich sicher. Nichts ist stetiger als der Wandel bei mobilen Betriebssystemen, mobilen Geräten und mobilen Apps.

Artikel wurde zuletzt im Juni 2014 aktualisiert

Erfahren Sie mehr über Mobile-Device-Management (MDM)

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