Dieser Artikel ist Teil unseres Guides: Einführung in Software-defined Networking (SDN)

Software-defined Networking: Zehn Punkte, die Sie über SDN wissen sollten

Software-defined Networking (SDN) ist ein aktueller Trend im Netzwerkbereich. Dieser Artikel fasst die wichtigsten Punkte zu SDN für CIOs zusammen.

Das Thema Software-defined Networking (SDN) erfreut sich seit einiger Zeit eines steigenden Interesses und ist im Bereich Telekommunikation und Netzwerktechnologie in aller Munde. Doch was steckt hinter diesem vermeintlichen Buzzword? Und was bedeutet es für die IT einer Organisation? Was muss ein CIO dazu wissen? Netzwerk-Spezialist Ciena hat versucht, die wichtigsten Informationen in zehn Punkten zusammenzufassen.

1. Mit SDN von traditionellen Netzwerken zu intelligenten Plattformen

Als eine neue, dynamische Netzwerkarchitektur verwandelt SDN traditionelle Netzwerk-Backbones in intelligentere Service-Delivery-Plattformen. Auf diese Weise verändert SDN nicht nur Geschäftsmodelle von Grund auf, sondern ermöglicht Providern auch ein effektives Customer-Relationship-Management. Indem sie ihren Kunden einen verbesserten Zugriff auf Daten aus dem Unternehmensnetz bieten, können sie engere Beziehungen zu ihnen aufbauen. Ein Finanzdienstleistungsunternehmen kann Firmenkunden beispielsweise die Möglichkeit geben, externe Reporting-Tools und Steuerungs-Software zu benutzen. Zudem kann es sogar Analyse-Unternehmen erlauben, direkt auf die Kreditkartenabwicklungen der Firma zuzugreifen. Dadurch sind keine Zwischenschritte und umständlichen manuellen Maßnahmen mehr erforderlich, um für hinreichende mehrschichtige Sicherheitssysteme zu sorgen. Eine SDN-Architektur baut virtuelle Netzwerkpartitionen auf, die durch strenge Zugangsrichtlinien geregelt sind. So können nicht-autorisierte Zugriffe vermindert werden.

Eugen Gebhard, Ciena

2. SDN und Cloud Computing bilden die perfekte Symbiose

E-Mails versenden, Anwendungen hosten oder Storage-Backups erstellen – das sind nur ein paar der Aufgaben, für die Unternehmen Cloud-Dienste nutzen. Derzeit greifen sie über langsame IP-Netzwerke auf sie zu. Zukünftig werden Unternehmen die Cloud jedoch ebenso für einen gemeinsamen Zugang zu Datenbanken mit einer stetig steigenden Datenmenge verwenden. Auch als Plattform und IT-Infrastruktur-Dienst wird ihnen die Cloud dienen. Darum brauchen ITler eines Unternehmens ein flexibles und intelligentes Netz, mit dem sie das Potential der Cloud nutzen können. Mit SDN können sie ohne Engpässe, Sicherheitslücken oder Datenverlust arbeiten.

3. SDN-Automatisierung vermindert Kosten und Konfigurationsfehler

Mithilfe von SDN ist eine Automatisierung möglich, die von großer Bedeutung für den Aufbau eines virtuellen Netzes ist. Dabei werden Netzwerkkapazität und -effizienz ausgebaut, während zur gleichen Zeit die Dienstleistungsinnovationen und die Ertragsmöglichkeiten zunehmen. SDN hilft der IT-Abteilung, Abläufe effizienter und unkomplizierter zu gestalten sowie das Netz nach den jeweiligen Bedingungen anzupassen. Dadurch lassen sich Bereitstellungszeiten, Konfigurationsfehler und Betriebskosten erheblich senken.

4. SDN passt Netze an wechselnde Bedürfnisse an

Kennzeichnend für eine SDN-Architektur ist die Zentralisierung der Netzverwaltung. Damit ermöglicht SDN durch bestimmte Schnittstellen, das Transportverhalten des vorliegenden Netzes besser zu kontrollieren. Diese Schnittstellen zeichnen sich dabei durch ihre freie Zugänglichkeit und Programmierbarkeit aus. Indem eine Übersicht über die Netzwerktopologie und Konfiguration beibehalten wird, kann eine granulare, flow-basierte Netzwerkkontrolle erlangt werden, die durch OpenFlow unabhängig von der Hardware ist. Zudem können Konfigurationsänderungen erfolgen, ohne direkt auf individuelle Netzwerkelemente zugreifen zu müssen – was bessere Arbeitsprozesse ermöglicht. All diese Merkmale von SDN – Programmierbarkeit, Automatisierung und Netzkontrolle – versetzen Dienstleister angesichts der wechselnden Bedürfnisse in die Lage, steuerungs- und anpassbare Netze zu realisieren.

5. SDN ermöglicht eine Sicherheitsstrategie passend zum Cloud-Zeitalter

Aufgrund der wechselnden Netzwerklandschaft durch Mobilität, BYOD und die zunehmende Zahl von Cloud- und Virtualisierungs-Diensten verlieren herkömmliche Sicherheitsansätze ihre Wirkung. Im Gegensatz zu den traditionellen Strategien, die auf dem physischen Schutz statischer Größen basieren, bietet SDN durch eine granulare und serviceorientierte Lösung eine neue Art der Netzwerk-Sicherheit.

SDN nutzt das flow-orientierte Paradigma, das eine Durchsetzung aller Zugriffsrichtlinien ermöglicht – egal von welchem Ort aus Nutzer auf das Netz zugreifen. Verdächtige Datenströme können für weitere Sicherheitsmaßnahmen schnell umgeleitet werden, so dass es nicht mehr nötig ist, alle Datenflüsse im Netzwerk zu untersuchen.

6. Mit SDN ist die Virtualisierung des Netzwerks möglich

Hinter dem Begriff Netzwerk-Virtualisierung versteckt sich die Zerlegung der Bandbreite in Einzelteile. Diese einzelnen Stücke verbinden sich virtuell mit Rechen- und/oder Speicherressourcen innerhalb des Unternehmens. Eine Konsolidierung und Automatisierung von Netzen lässt sich mithilfe einer SDN-Struktur erreichen. Die Kapazität kann einfach durch Netzwerk-Upgrades erweitert werden. Um Dienste und Anwendungen schneller ausführen zu können, optimiert SDN die Bereitstellung und Konfiguration des Netzes. Infrastruktur-, Patch- und Version-Management werden durch koordinierte Software-Upgrades ebenfalls vereinfacht.

7. Neue SDN-Entwicklungen dank der Open Networking Foundation (ONF)

Mit der Weiterentwicklung der SDN-Architektur und ihrer Standardisierung befasst sich die Open Networking Foundation. Der erste ONF-SDN-Standard ist OpenFlow. Dieser stellt eine offene Schnittstelle zwischen Kontroll- und Datenebenen zur Verfügung. OpenFlow trennt die Kontroll-Software von der Hardware, über die der Transport stattfindet. Dadurch kann von einer gewöhnlichen Kontrollebene aus die Organisation der Hardware unterschiedlicher Anbieter gleichzeitig mit bereits gegebenen Geräten erfolgen. Aktuell laufen auf den genannten Geräten Layer-2- und Layer 3-Protokolle.

8. Verschiedene Arbeitsgruppen forschen nach neuen Methoden

Innerhalb der ONF arbeiten verschiedene Teams. Bei der Optical Transport Working Group handelt es sich um eine der neuesten Arbeitsgruppen. Sie versucht die Vorteile von SDN und OpenFlow auf die optische Netz-Domain auszudehnen. Die Migrations-Arbeitsgruppe dagegen arbeitet an Verfahren, die traditionelle Netze, beispielsweise ein Data Center oder ein Wide Area Network (WAN), in SDN überführen. Vor dem Hintergrund der Wünsche der Nutzer überprüft die Migration-Arbeitsgruppe verschiedene Einsatzszenarien, Hindernisse, die zu bewältigen sind, und Anforderungen, um die Vorteile von SDN zu verwirklichen und gleichzeitig die großen Investitionen ihres Nutzerkreises zu schützen.

9. SDN verbessert nicht nur das Data Center

Das rasante Wachstum und die Nutzung von Cloud-Diensten haben dafür gesorgt, dass der SDN-Fokus sich bisher auf das Data Center beschränkte. Da wichtige Carrier und Kunden momentan den Nutzen von SDN in ihren Netzen auswerten, hat es nun auch zunehmend im WAN-Bereich an Bedeutung gewonnen. Mit globalen Anwendungen wie Data Center Interconnection, Hybrid-Cloud-Vernetzung (etwa Public to Private Cloud) und Big-Data-Applikationen ermöglicht SDN eine hochflexible End-to-End-Lösung, die Agilität, Differenzierung und eine Reduzierung der Gesamtkosten bietet.

10. Software und Hardware werden sich in SDN besser ergänzen

Plexxi, SDNCentral und Lightspeed Venture Partners haben neue Studien veröffentlicht, laut denen der SDN-Markt innerhalb der folgenden fünf Jahre die 35-Milliarden-Dollar-Marke erreichen wird. Trotz der zunehmenden SDN-Architekturen bleibt Hardware ein wesentlicher Bestandteil der Netzwerk-Landschaft. Schätzungen zufolge soll bis 2018 SDN-fähige, optische Switching- und Routing-Hardware rund 46 Prozent der gesamten Netzwerkausgaben im Rechenzentrum einnehmen. Etwas mehr (49 Prozent) wird für nicht SDN-fähige Hardware ausgegeben. Überraschend ist das nicht. Hardware und Software werden in SDN weiterhin nebeneinander bestehen.

Über den Autor: Eugen Gebhard ist Managing Director Central Europe bei Ciena und damit für das Geschäft in der DACH-Region zuständig. Seit mehr als zehn Jahren ist er in der Branche unterwegs und war unter anderem für Nortel tätig.

Artikel wurde zuletzt im Dezember 2013 aktualisiert

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