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SD-WAN-Konnektivität: Ethernet bietet die meisten Vorteile

SD-WAN ermöglicht eine Reihe von Verbindungsarten. Zwar entscheiden sich die meisten Unternehmen für Kabel oder DSL, doch Ethernet ist womöglich die bessere Wahl.

Die Architektur, auf der Enterprise-WANs (Wide Area Networks) basieren, hat sich in mehr als 30 Jahren nicht wesentlich verändert. Das traditionelle Hub-and-Spoke-Netzwerkdesign, das MPLS nutzt, war für Unternehmen gedacht, bei denen der Großteil des Netzwerk-Traffics von den Niederlassungen zum Data Center floss, um Client-Server-Anwendungen zu unterstützen. Der Umbau dieser Legacy-Netzwerke ist seit langem überfällig, und zwar aus einer Vielzahl von Gründen, etwa wegen Mangel an Agilität und zentralem Management sowie ineffizienter Bandbreitennutzung.

Um diese Herausforderungen anzugehen, haben sich die Unternehmen Software-defined WANs (SD-WAN) zugewandt. Die SD-WAN-Konnektivität unterscheidet sich grundsätzlich von einem Legacy-WAN. Wie der Begriff andeutet, ist ein SD-WAN softwarezentriert, und die Control Plane wurde von der Data Forwarding Plane entkoppelt. Aufgrund dieser Funktionen lassen sich Netzwerkoperationen zentralisieren, orchestrieren und sogar automatisieren, so dass Änderungen einmal vorgenommen und schnell im gesamten Netzwerk propagiert werden können.

Einer der größten Vorteile der SD-WAN-Konnektivität besteht darin, dass man teure MPLS-Verbindungen durch kostengünstigere Breitbandverbindungen ersetzen kann. Festzustellen, welcher Breitbandtyp sich optimal eignet, ist dabei eine Herausforderung, vor der viele Netzwerkfachleute stehen. Zu den verfügbaren Optionen zählen DSL, Kabel, Ethernet, Satellit sowie die Mobilfunktechnologien 3G und 4G.

Drahtlosdienste scheinen zunächst reizvoll, doch es handelt sich in der Regel um getaktete Services, bei denen die Firmen für die von ihnen verbrauchte Bandbreite zahlen. Als Backup-Verbindungen sind sie sehr gut geeignet, für die Nutzung als Primärverbindungen können sie hingegen unerschwinglich teuer sein. Somit bleiben terrestrische Dienste als beste Wahl übrig. Aber selbst innerhalb dieser Services kann die QoS variieren. Obwohl Kabel und DSL populärer sind als Ethernet, glaubt ZK Research, dass Ethernet aus einer Reihe von Gründen eine bessere Wahl für die SD-WAN-Konnektivität darstellt.

SD-WAN-Konnektivität: Ethernet im Vergleich zu DSL und Kabel

Der erste Grund, weshalb Unternehmen Ethernet als primäre SD-WAN-Konnektivität berücksichtigen sollten, liegt darin, dass Kabel und DSL gemeinsam genutzte Dienste sind. Infolgedessen kann der Durchsatz je nach Tageszeit erheblich schwanken. ZK Research hat unter anderem ein großes Einzelhandelsunternehmen befragt, das seine Filialen per Kabel anbindet. Der Einzelhändler berichtete, dass am Tag, wenn die meisten Menschen bei der Arbeit waren, Bandbreitengeschwindigkeiten erzielt wurden, die die 50 Mbit/s, für die das Unternehmen zahlte, locker überschritten.

Später am Tag allerdings, als die Verbraucher soziale Medien, Netflix und YouTube nutzten, fiel die Geschwindigkeit auf unter 10 Mbit/s, wodurch die Firma manchmal kaum in der Lage war, bandbreitenintensive Dienste zu verwenden.

Ethernet vereint das Beste aus beiden Welten: die Sicherheit und Performance eines privaten Service mit den Preisen für Breitbanddienste.

Ethernet hingegen bietet jedem Kunden dedizierte und private Services, um zu gewährleisten, dass Unternehmen die zugeteilte Bandbreite, für die sie bezahlen, auch zur Verfügung steht. Das ist äußerst wichtig in der heutigen digitalen Welt, in der das Netzwerk die Benutzererfahrung von Mitarbeiter- und Kundenanwendungen bestimmt. Geteilte Breitbanddienste, die inkonsistente Netzwerkgeschwindigkeiten liefern, können zu Einnahmeverlusten sowie unzufriedenen Kunden und Mitarbeitern führen. Die Berechenbarkeit von Ethernet führt zu einer gleichmäßigeren Benutzererfahrung.

Ein weiteres Problem bei DSL- und Kabeldiensten betrifft die eingeschränkte Agilität. Die Anforderungen an die WAN-Bandbreite steigen sprunghaft immer weiter. Die Bandbreite, die aktuell noch ausreicht, wird in zwei bis drei Jahren sehr wahrscheinlich ausgebaut werden müssen. Dies setzt ein hochagiles Netzwerk voraus, in dem sich die Bandbreite bei Bedarf aufstocken lässt. Denken Sie an die Möglichkeit, für ein Netzwerk ein Cloud-ähnliches Skalieren zu realisieren. DSL und Kabel können das sicher leisten, doch lediglich für eine begrenzte Menge an Bandbreite, deren Limit typischerweise bei 1 Gbit/s oder weniger erreicht ist.

Ethernet-Dienste jedoch können mit einer geringeren Bandbreite starten und bis zu 10 Gbit/s oder höher skalieren. Bei den meisten Ethernet-Service-Providern stehen Geschwindigkeiten von 40 Gbit/s und 100 Gbit/s in den Roadmaps. Das bedeutet, Ethernet wird in wenigen Jahren um mehrere Größenordnungen schneller sein als DSL und Kabel.

Überdies wird Ethernet als privater Service zur Verfügung gestellt, wohingegen Kabel und DSL üblicherweise geteilte Services sind. Das macht Ethernet bedeutend sicherer. Einer der Gründe, warum Unternehmen trotz des hohen Preises so lange an MPLS festhalten, besteht darin, dass dessen privater Charakter auf Sicherheit bedachten Firmen die Gewissheit verleiht, dass ihre Daten nicht so einfach kompromittiert werden können. Ethernet kann das gleiche Maß an Sicherheit wie MPLS bieten.

Die Agilität der SD-WAN-Konnektivität ist viel zu überzeugend, als dass sie sich ignorieren ließe, und ZK Research empfiehlt, dass die IT-Verantwortlichen diese WAN-Architektur der nächsten Generation aggressiv einführen sollten. Es ist allerdings wichtig, sorgfältig Breitbanddienste auszuwählen, die dazu passen. Geteilte Services können heftigen Performance-Schwankungen unterliegen und Sicherheitsrisiken nach sich ziehen. Ethernet vereint das Beste aus beiden Welten: die Sicherheit und Performance eines privaten Service mit den Preisen für Breitbanddienste.

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Artikel wurde zuletzt im Juni 2018 aktualisiert

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