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Mit 5G starten AR und VR in Unternehmen durch

5G, der Nachfolger von LTE, bildet durch höhere Datenraten und niedrigere Latenz die Basis für den Erfolg von Augmented Reality (AR) und Virtual Reality (VR) in der Industrie.

5G, das mobile Internet der Fünften Generation, ist der Katalysator, den die Mixed-Reality-Technologien für ihren Erfolg benötigen. Da 5G verspricht, die Latenzzeiten praktisch auszuschalten, werden Augmented Reality (AR) und Virtual Reality (VR) endlich in Unternehmen durchstarten.

Es gibt zwei bislang wesentliche Anwendungsszenarien für Mixed Reality im industriellen Umfeld: zum einen über AR eingeblendete Zusatzinformationen etwa bei Bedienungsanleitungen für Monteure, die eine Maschine reparieren, sowie bei Schulungen für stressreiche oder gefährlichen Situationen wie etwa beim Training für eine Öl-Plattform, um Risiken zu vermeiden. In beiden Szenarien konnten Firmen in Pilotprojekten und im kleinen Maßstab bereits Erfolge erzielen.

Die Herausforderung für die Betreiber bleibt aber: Sie benötigen Datenfluss in Echtzeit, um diese Aufgaben in virtuellen und realen Umgebungen zu bewältigen – insbesondere in Regionen mit geringer Signalstärke beim Mobilfunkempfang.

Ein Beispiel: Ein Chirurg operiert einen Patienten nicht persönlich vor Ort im Krankenhaus, sondern aus der Ferne. Durch den Einsatz eines Virtual Reality Headsets, haptischer Handschuhe und von virtuellen Roboter-Zwillingen vor Ort ist der Chirurg in der Lage zu operieren, ohne physisch anwesend zu sein. Dieser theoretische Anwendungsfall im Gesundheitswesen ist allerdings nur möglich, wenn die Aktionen des Chirurgen in der Realität in Echtzeit ohne Verzögerungen umgesetzt werden. Daher beschränkt sich diese Anwendung derzeit nur auf Trainingsszenarien.

Oder betrachten wir uns die Situation eines Unternehmens aus dem Maschinenbau. Die Firma schafft ihre gedruckten Schulungs- und Bedienungsanleitungen ab und stützt sich auf Augmented-Reality-Brillen wie Microsoft Hololens, um etwa seine Techniker in Echtzeit mit Informationen zu versorgen, die sie für Reparaturen benötigen.

Andere Einsatzszenarien wären beispielsweise die Beschaffung von Ersatzteilen oder Schulungen. Dies ist nur möglich, wenn die AR-Hardware der Mitarbeiter an allen Standorten einwandfrei funktioniert und Daten auch in den ländlichen Gegenden problemlos gesendet und empfangen werden können. Dies gilt insbesondere in einem Notfallszenario, in dem Echtzeitinformationen entscheidend sind, um Schäden an der Ausrüstung oder Gefahren für den Menschen zu reduzieren. Ein gutes Beispiel für den Einsatz von AR auf diesem Gebiet ist Caterpillar.

Eine 5G-Verbindung bildet nicht nur die Basis für die oben genannten und weitere Anwendungsfälle, sondern verbessert sie bei einer geringeren Fehlerquote. Dies geht auf einen der größten Vorteile von 5G zurück: niedrige End-to-End-Latenzzeiten, die den Grad der möglichen Interaktivität erhöhen. Laut Qualcomm erfordern wirklich interaktive Remote-Erlebnisse eine niedrige End-to-End-Latenzzeit, die aktuell meist zwischen 40 ms und 300 ms liegt. 5G bietet die Möglichkeit, die Latenzzeit für die Datenübertragung über die Luftschnittstelle auf 1 ms zu reduzieren.

Bereits jetzt für Mixed Reality unter 5G planen

Auch wenn 5G für die Verbraucher wohl frühestens erst im Jahr 2020 verfügbar sein wird, experimentieren sowohl B2C- als auch B2B-Unternehmen bereits heute mit Prototypen von Geräten und in Simulationsnetzwerken. Wenn Firmen AR und/oder VR einsetzen, ist es an der Zeit, die betrieblichen und wirtschaftlichen Auswirkungen zu betrachten, die 5G auf ihre aktuellen Mixed-Reality-Implementierungen und -Initiativen haben wird:

  • Höhere Hardware-Anforderungen: Wenn mehr Mitarbeiter mit AR-Brillen oder Helmen bei Bedarf in jeder Situation und an jedem Ort auf Informationen zugreifen können, wird sich das spürbar auf das IT-Budget auswirken. Firmen sollten daher die erzielten Effizienzgewinne kontinuierlich messen, um die Ausgaben rechtfertigen zu können.
  • Mehr Transparenz: Neben schnelleren Internetverbindungen und erhöhter Bandbreite erhalten Firmen mehr Informationen über den aktuellen Status quo ihrer Anlagen und Maschinen, wenn sie die Sensordaten aus ihrem industriellen IoT-Netzwerk sammeln. Dabei sollten sie auch die Anforderungen an Soft- und Hardware beim Speichern, der Analyse und dem schnellen Zugriff auf diese zusätzlichen Daten über ein neues taktiles Internet berücksichtigen – und die Möglichkeit, Anwendungen in Sekundenschnelle zu erstellen.
  • Neue Umsatzquellen und Skalierbarkeit: Sobald 5G weltweit verfügbar ist, wird die potenzielle Skalierbarkeit von Mitarbeitern in virtuellen Umgebungen neue Geschäftsmodelle hervorbringen. So lassen sich beispielsweise die Fähigkeiten eines Mitarbeiters ohne Reisekosten auf Hunderte von Standorten skalieren. Gleiches gilt für Schulungsinitiativen mit Hilfe von AR- und On-Demand-Lerninhalten.
  • Neuer Fokus auf Change Management: Wie bei jeder neuen Technologie im Unternehmen führen Prinzipien des Change Managements die Mitarbeiter in neue Digital first-Rollen. Interne Ausbildung kann den Mitarbeitern zusammen mit einer höheren Fehlertoleranz und Lernen durch Experimentieren helfen, die Vorteile zu verstehen, die ihnen der Einsatz von Mixed Reality bei ihrer Arbeit bringt.

5G erhöht das Potenzial von AR- und VR-Programmen in Unternehmen erheblich. Wir werden sehen, dass Mixed Reality in Bereichen wie Mitarbeiterführung, Standort- und Produktwartung, Schulung, Entwicklung oder Vertrieb immer stärker Fuß fasst. 5G ist eine Basistechnologie, die als Grundlage für die verstärkte Nutzung von Mixed Reality sowie anderer IIoT-Implementierungen dient, die auf schnelle, zuverlässige Datenverbindungen, Reichweite und Geschwindigkeit angewiesen sind.

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Artikel wurde zuletzt im April 2018 aktualisiert

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