Fünf Ursachen für schlechten WLAN-Empfang und was man dagegen tun kann

Schlechter WLAN-Empfang und mäßige Performance führen schnell zu Unmut der Nutzer. Die Ursachen lassen sich meistens schnell ermitteln und beseitigen.

Oh Mann, ist das WLAN heute wieder langsam! Wer in seinem Unternehmen für die Auswahl einer WLAN-Lösung zuständig ist, kann schnell zum Prügelknaben der Kollegen avancieren. Ist das WLAN schnell und zuverlässig, ist der IT-Admin der Held. Ist es jedoch langsam oder instabil, werden die Benutzer äußerst schnell ungehalten. Teilweise zurecht: Lässt sich doch ein schlechter WLAN-Empfang einfach vermeiden, wenn folgende fünf mögliche Übeltäter identifiziert sind.

Ursache Nr. 1: Nicht genügend 5-GHz-Funkzellen

Man benötigt eine Kombination aus 2,4-GHz- und 5-GHz-Funkzellen an allen Zugangspunkten. Neuere drahtlose Geräte stellen mit beiden Arten eine Verbindung her, während ältere Geräte sich nur mit 2,4-GHz-Funkzellen verbinden. 

Willi Dütsch,
Xirrus

Der Anschluss möglichst vieler Geräte an die 5-GHz-Bänder verhindert eine Überlastung. Der Grund dafür ist, dass das 5-GHz-Band mit 19 verfügbaren Kanälen eine weitaus höhere Kapazität aufweist, als das 2,4-GHz-Band mit nur drei bis vier nichtüberlappenden Kanälen.

Lösung: Stimmen Sie den Anteil der 5-GHz-Funkzellen auf den Anteil der Geräte ab, die diese unterstützen – oftmals sind das 70 bis 90 Prozent aller Geräte. Es gilt, Zugangspunkte zu vermeiden, die fest für eine der beiden Radioarten konfiguriert sind, da man sonst für weitaus mehr 2,4-GHz-Funkzellen bezahlt, als man eigentlich braucht. Stattdessen gilt es, mehrstufige Radios einzusetzen, die sich auf beide Bänder einstellen lassen.

Ursache Nr. 2: Nicht genügend Funkzellen in belebten Bereichen

Die Bandbreite wird gleichmäßig auf alle drahtlosen Geräte in einem Bereich aufgeteilt. Wenn beispielsweise in einem Uni-Hörsaal nur ein Gerät eine Verbindung herstellt, erhält es 100 Prozent der Bandbreite. Verbinden sich zehn Geräte, stehen für jedes Gerät 10 Prozent zur Verfügung. Bei der Verbindung von 200 Geräten entfallen dürftige 0,5 Prozent auf ein Gerät. Das ist problematisch, denn es macht keinen Sinn, wenn 200 Geräte eine Verbindung mit einem einzigen Access Point herstellen können, die Benutzer sich aber mit einer unerträglich langsamen WLAN-Performance zufriedengeben müssen.

Lösung: Wenn Lieferanten angeben, wie viele Geräte mit einem Zugangspunkt verbunden werden können, sollte man nachfragen, bis zu welcher Anzahl eine gute Performance gewährleistet ist. Die Antwort hängt vom Verhalten der Benutzer ab – unser nächster Punkt.

Ursache Nr. 3: Anwendungen mit hohem Bandbreitenbedarf

Die Performance ist nicht nur von der Anzahl der verbundenen Geräte, sondern auch den verwendeten Apps abhängig. Ein WLAN-Netz kann wunderbar funktionieren, wenn 200 Benutzer tweeten und E-Mails abrufen. Es bricht aber womöglich zusammen, wenn 20 Benutzer ein hochauflösendes Video live streamen.

Lösung: Nutzen Sie ein Tool für die Verwaltung des Datenverkehrs, um die Netzwerkaktivitäten zu überwachen. Dieses sollte die Möglichkeit bieten, bestimmte Apps mit Prioritäten zu versehen, sie einzuschränken oder sogar ganz zu sperren.

Ursache Nr. 4: Interferenz

Manche elektronische Geräte verursachen Interferenzen, die die WLAN-Performance beeinträchtigen können. Dazu zählen Bluetooth-Geräte, Babyfone, Mikrowellen, andere drahtlose Internetzugangspunkte und die WLAN-Netzwerke der Nachbarn.

Lösung: Das WLAN-Netzwerk sollte so gestaltet werden kann, dass sich Interferenzen minimieren lassen. Dies umfasst die Auswahl geeigneter Kanäle, die Anpassung der Leistungspegel und die genaue Ausrichtung der Antennen.

Ursache Nr. 5: Mangelnde Flexibilität

Bessere WLAN-Technologie ist alle paar Jahre verfügbar. Wenn eine Anpassung des WLANs an diese nicht möglich ist, steht man vor der unangenehmen Wahl, das Funknetz früher als geplant zu ersetzen oder sich mit einer niedrigeren Performance abzufinden.

Lösung: WLAN-Lösungen, die Sie anhand eines schnellen und kostengünstigen Software- oder Hardwareaustauschs in Übereinstimmung mit aktuellen Standards aufrüsten können, sind flexibler und minimieren die Ausgaben, da nicht die kompletten Zugangspunkte ersetzt werden müssen.

Über den Autor:
Willi Dütsch ist seit August 2012 Technical Director DACH (Deutschland, Österreich, Schweiz) und EE (Osteuropa) bei Xirrus. Er bringt mehr als 23 Jahre Erfahrung im Bereich Netzwerk ein. Vor seiner Tätigkeit bei Xirrus verantwortete Dütsch bei Dell die Entwicklung und Implementierung der Netzwerkstrategie für EMEA (Europa, Mittlerer Osten und Afrika). Zuvor war er bei Juniper Networks als Solutions Marketing Manager und Technology Lead EMEA im Bereich WAN/LAN Optimization sowie bei Nortel als Networking Consultant und System Engineer Manager bei der Deutschen Telekom tätig. Seinen beruflichen Werdegang begann er mit dem Abschluss an der Fachhochschule Nürnberg, wo er das Ingenieurdiplom für Communication Technologies erhielt.

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Artikel wurde zuletzt im Juli 2015 aktualisiert

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