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Sechs Schritte zum mobilen App Store

Unternehmen vereinfachen mit eigenen Mobile App Stores das Bereitstellen von geprüfter und freigegebener Software für ihre Mitarbeiter und andere Benutzer.

Die Einrichtung eines eigenen Stores für mobile Apps in Unternehmen ist nicht trivial. IT-Administratoren müssen sich genau überlegen, wie sie den App Store implementieren.

Zum einen sollten die Nutzer über den Store Apps bequem durchsuchen und herunterladen können, zum anderen benötigen die IT-Administratoren selbst geeignete Tools für die Verwaltung und Sicherung dieser Apps.

Unternehmen sollten daher bei der Planung ihres eigenen Mobile App Stores folgende sechs Leitlinien beachten.

1. Auswahl der richtigen Apps

Ein wichtiger Faktor für den Erfolg eines unternehmenseigenen Shops für mobile Apps ist die Auswahl der richtigen Apps. Diese sollen die Nutzer bei ihrer Arbeit bestmöglich unterstützen sowie einfach zu installieren, zu verstehen und zu bedienen sein.

Manchmal benötigen Unternehmen spezielle Apps für spezifische Nutzergruppen oder Apps, die IT-Administratoren zum Testen und Überprüfen brauchen. Funktionsspezifische Mobile App Stores ermöglichen es Unternehmen, Apps gezielt auf bestimmte Benutzer auszurichten und so die allgemeine Anwendungsvielfalt zu reduzieren.

2. Fokus auf das Benutzererlebnis

Selbst wenn die mobilen App Stores mit den richtigen Apps gefüllt sind, sollten Unternehmen sicherstellen, dass die Funktionen des App Stores einfach zu bedienen sind und das Benutzererlebnis im Vordergrund steht.

Bei der Planung sollten App-Entwickler daher die Bauprinzipien von öffentlichen Shops wie Google Play und dem App Store von Apple als Vorbild verwenden. Die Benutzeroberfläche des Shops sollte intuitiv und einfach zu bedienen sein, und es sollten nur ein bis zwei Klicks notwendig sein, um allgemeine Aufgaben wie die Installation einer App auszuführen. Die Benutzer sollten zudem von jedem Gerät aus auf den Store zugreifen können.

Weiterhin wichtig sind Funktionen für die Bewertung von Apps, für das Verfassen von Kommentaren und Feedback, sowie die Anforderung von zusätzlichen Apps. Benutzer sollten auch App-spezifische Informationen wie Beschreibungen, Screenshots, Bewertungen und andere relevante Details einsehen können. Administratoren sollten außerdem in der Lage sein, die Benutzeroberfläche des Shops anzupassen und auf die eigene Marke zuzuschneiden, Apps mit hohem Mehrwert zu empfehlen sowie Push-Benachrichtigungen an die Benutzer zu senden.

3. Umfassende Management-Funktionen

Ein Enterprise Mobile App Store ist genauso IT-Tool wie Katalog. IT-Administratoren sollten in der Lage sein, den Store über eine zentrale Benutzeroberfläche heraus zu verwalten und unter anderem folgende Aufgaben erledigen können: Benutzer einladen, Zugriff auf bestimmte Anwendungen innerhalb des Shops kontrollieren, Apps hinzufügen oder einfach aus dem Katalog entfernen, das Ablaufdatum von Apps festlegen, App-Installationen erzwingen, App-Updates verschieben und vieles mehr.

Zudem sollte es möglich sein, einen Genehmigungsprozess für die Veröffentlichung von Anwendungen einzurichten und die Lizenzen über den Store zu verwalten. Darüber hinaus sollte der Store sowohl Unternehmensanwendungen als auch Anwendungen von Drittanbietern unterstützen und die Installation von Anwendungen aus Google Play oder dem Apple App Store ermöglichen.

4. Monitoring und Reporting

Eine effektive Management-Strategie umfasst die Überwachung (Monitoring) von Systemen und das Sammeln von aussagekräftigen Daten für Analytik und Reporting. Analog sollten Mobile App Stores auch die notwendigen Tools bieten, um Daten darüber zu sammeln, wie Mitarbeiter die Apps nutzen. Ein Administrator sollte schnell sehen können, wie viele Benutzer eine App heruntergeladen haben und wie viele von ihnen die App tatsächlich für ihre Arbeit einsetzen. Dadurch versteht er besser, wie Apps die Geschäftsprozesse beeinflussen, und er kann diese Daten nutzen, um effizientere Apps auszuwählen und zu entwickeln.

5. Höchste Sicherheit

Unsichere Mobile App Stores können sensible Unternehmensdaten gefährden und sich damit schwerwiegend auf die Reputation und das Geschäft eines Unternehmens auswirken. Der Store sollte profilbasierte Zugriffskontrolle unterstützen mit der Möglichkeit, Anwendungen bestimmten Benutzergruppen zuzuordnen. Darüber hinaus sollten IT-Administratoren in der Lage sein, App-Zugriffsrechte zu entziehen und rechtzeitig Sicherheits-Patches zu verteilen. Zudem sollte es möglich sein, Benutzer daran zu hindern, Anwendungen auf Geräten mit Jailbreak oder Root zu installieren, sowie per Fernzugriff vertrauliche Daten und Blacklist-Geräte zu löschen, die verloren gegangen sind oder gestohlen wurden.

Darüber hinaus sollten Administratoren in der Lage sein, Daten innerhalb der App zu verschlüsseln oder überall dort, wo Daten in Ruhe oder in Bewegung sind, wenn diese mit dem Store in Verbindung stehen. Die Sicherheitsmaßnahmen gelten nicht nur für Apps, die auf Unternehmensgeräten installiert sind, sondern auch für Apps, die sich auf privaten Geräten, den Smartphones und Tablets von Kunden, Lieferanten, Partnern oder andere Benutzern befinden, die sich mit dem Unternehmensnetzwerk verbinden. Ziel ist es, die Sicherheit zu maximieren und die Risiken bei jedem Schritt zu reduzieren.

6. Integration des App Stores mit anderen Systemen

Folgendes Szenario ist denkbar: Ein Unternehmen möchte einen App Store in Verbindung mit einem Produkt oder dem Service eines externen Anbieters implementieren, etwa mit Enterprise Mobility Management (EMM). Um eine solche Integration zu erleichtern, muss der App Store die notwendigen vorkonfigurierten Erweiterungen oder APIs bereitstellen. Beispielsweise könnte ein App Store eine API anbieten, die Funktionen wie Aufnahme, Prüfung oder Signieren einer App enthüllt. Der externe Service kann dann über die API eine Schnittstelle mit der Filiale herstellen und diese Aufgaben ausführen.

Wenn möglich, sollten die mobilen App Stores standardbasierte Technologien und Protokolle wie HTML5, CSS, JavaScript, SQL, SAML 2.0, OAuth und LDAP verwenden. Durch den Einsatz von Standards lässt sich der App Store mit einer Vielzahl von Systemen integrieren, unabhängig davon, ob es sich um CI-Dienste (Continuous Integration) wie Bitrise, Entwicklungs-Plattformen wie Appcelerator, Verzeichnisdienste wie Active Directory oder Management-Tools wie System Center Configuration Manager handelt.

Die Implementierung von mobilen App Stores erfordert Zeit und Ressourcen. Firmen sollten daher nicht an den falschen Ecken sparen – das kann sich rächen und langfristig zu noch höheren Kosten führen.

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