Marktüberblick: Die führenden EMM-Anbieter

Der Markt für Enterprise Mobility Management (EMM) bietet eine große Auswahl. Hier eine Übersicht der wichtigsten Anbieter – von Apple über Citrix und IBM bis hin zu VMware.

Tools für Enterprise Mobility Management (EMM) sind immer häufiger kein einzelnes Produkt, sondern bilden eine...

umfassende Suite, die aus Mobile Device Management (MDM), Mobile Application Management (MAM), Mobile Identity Management und Mobile Content Management besteht.

Für IT-Administratoren kommen nur EMM-Anbieter in Frage, die folgende wichtige Plattformen unterstützen: iOS-Geräte, Android-Management mit Google Android for Work oder Samsung Knox und Windows. Bei der Auswahl des EMM-Partners sollten sie vor allem auf Skalierbarkeit, Servicequalität (QoS) und die Tool-Auswahl achten. Unternehmen müssen auch überlegen, ob sie das EMM-Tool auf der eigenen Umgebung installieren oder in der Cloud bereitstellen wollen.

Um die für sie passende Software zu finden und Lizenzkosten zu senken, sollten sich Firmen auf Merkmale konzentrieren, die auf dem EMM-Markt üblich sind. Da die Lösungen der meisten EMM-Hersteller ähnliche Funktionen und Merkmale umfassen, gibt es keinen Anbieter mit einem Alleinstellungsmerkmal. Es liegt an den Käufern, die Preise, die Lizenzbedingungen und die besonderen Funktionen der einzelnen Hersteller herauszufinden.

IT-Administratoren können mit der folgenden Übersicht die EMM-Anbieter vergleichen und erkennen, welche Lösung sich für ihr Unternehmen am besten eignet.

Apple

Apple hat erkannt, dass der Absatz seiner Geräte wächst, wenn sie den Einsatz im Unternehmen ermöglichen. Obwohl Unternehmen traditionell Hochburgen für Windows-Geräte waren, bietet Apple nun soliden Support für iOS-Geräte, speziell iPhones.

Daher unterstützt Apple mittlerweile in iOS verstärkt MDM- und EMM-Dienste, konkret mit folgenden drei Schlüsselelementen:

  • Das Device Enrollment Program registriert Geräte automatisch im Firmennetzwerk. Da der Apple Configurator 2 die Registrierung des Geräts im EMM-System ohne physische Berührung ermöglicht, sinken die Kosten enorm.
  • Über das Volumenlizenz-Kaufprogramm von Apple können Unternehmen große Mengen lizenzierter Anwendungen günstiger kaufen und sie den Mitarbeitern zur Verfügung stellen.
  • Das Apple Developer Program ermöglicht das Erstellen und Bereitstellen von benutzerdefinierten Anwendungen in unternehmensinternen App Stores.

Für Schulen bietet Apple ab der Version iOS 9.3 zusätzliche Optionen. Da sich über Geräte mehrere Profile verwalten lassen, können mehrere Schüler ein Gerät gemeinsam nutzen. Die auf Schulen zugeschnittenen Funktionen werden mit jedem wichtigen Release von iOS erweitert.

MDM- und EMM-Anbieter können diese Programme über APIs in der iOS-Software in ihre Lösung integrieren. Es gibt jedoch zwei Schlüsselbereiche, in denen Apple die Prozesse für Unternehmen noch immer nicht vereinfacht hat:

  • App Store: Apple hindert ein verwaltetes Gerät nicht daran, eine App im iTunes App Store herunterzuladen. Jedes iOS-Gerät kann eine der zwei Millionen verfügbaren Apps ausführen. Das potenzielle Risiko für die Zulassung all dieser App-Installationen entsteht, wenn die IT-Abteilung diejenigen Anwendungen prüft, die im Unternehmen installiert sind. Dieser Zulassungsprozess lässt sich mit iOS-basierten Geräten nicht so steuern wie für Windows.
  • iOS-Updates: Apple erlaubt es Unternehmen nicht, das Upgrade auf die neueste Version von iOS einzuschränken. Daher kann Apple Millionen von aktiven iOS-Geräten innerhalb weniger Tage auf die neueste Version migrieren; als Folge müssen alle individuellen Business-Apps immer die aktuelle iOS-Version unterstützen.

Apple erkennt wohl diese Schwächen und veröffentlicht daher ständig Tools, die für die Verwaltung einer großen Anzahl von iOS-Geräten erforderlich sind. Es ist auch klar, dass Apple die Zusammenarbeit mit Unternehmen ernst nimmt. Das zeigen die strategischen Partnerschaften mit Cisco, IBM und SAP.

BlackBerry

BlackBerry ergänzte sein Portfolio durch den Kauf von WatchDox und der Good-Dynamics-Plattform von Good Technology, um eine umfassende EMM-Suite anbieten zu können. Die vollständige Tool-Suite umfasst jetzt BlackBerry Enterprise Server 12, Good Technology Collaboration Apps, Good Dynamics und WatchDox by BlackBerry.

Unternehmen können die EMM-Tools von BlackBerry auf den eigenen Servern oder in der Cloud betreiben. Die Cloud wird in Kanada und den Niederlanden gehostet. Lokale Datenschutzgesetze können verhindern, dass Daten das Land verlassen – dies kann wiederum zu Problemen mit dem Cloud-Hosting-Modell führen, das BlackBerry anbietet.

Weder BlackBerry Enterprise Server noch Good Dynamics sind eigenständig erstklassige Produkte, aber als Kombination stellen sie im Paket ein starkes Angebot auf dem EMM-Markt dar. Wie bei BlackBerry zu erwarten ist, ist der Support für diese Produkte sehr gut. Potenzielle Käufer sollten BlackBerry und die beiden übernommenen Firmen nicht als drei separate Unternehmen betrachten, sondern als eine umfassende Tool-Suite.

Am besten eignet sich die Lösung von BlackBerry für Regierungsbehörden oder große Unternehmen, die Sicherheit als höchste Priorität ansehen.

Citrix

Citrix bietet seit langem Lösungen für die Bereiche Desktop-Virtualisierung und Serverumgebungen an, allen voran die XenMobile-Produktlinie. Die XenMobile-EMM-Suite setzt sich unter anderen aus Citrix-Tools wie NetScaler, ShareFile und XenMobile zusammen.

Ein große Stärke von XenMobile: Die Software erlaubt auf einem mobilen Gerät den Zugriff auf Windows-basierte Software. Davon profitieren vor allem hochmobile Arbeitskräfte wie die Mitarbeiter von Vertriebsteams. Der Nachteil: Da sich ältere Windows 7-Anwendungen nur schlecht für eine Touch-Umgebung anpassen lassen, ist das Benutzererlebnis auf dem Smartphone eher schlecht. Citrix versucht, die Probleme früherer XenMobile-Implementierungen mit einem Softwareentwickler-Kit für die Touch-Bedienung zu minimieren und so den Zugriff auf eine mobile Plattform zu erleichtern.

Die größte Herausforderung für Unternehmen, die Citrix-Tools einsetzen, ist die Skalierbarkeit. Kleine und mittelständische Unternehmen sollten im grünen Bereich liegen, aber größere Unternehmen werden Probleme haben, wenn sie ihre SaaS-Umgebung nicht richtig konfigurieren.

IBM

Viele EMM-Anbieter haben ihr Service Portfolio durch Akquisitionen erweitert. IBM zum Beispiel verfügt über eine starke Auswahl an Sicherheits-Tools wie Trusteer, QRadar und BigFix, hat aber sein Angebot durch die Übernahme von MaaS360 sinnvoll ergänzt. MaaS360 ist eine Cloud-basierte Umgebung zur Verwaltung von iOS-, Android- und Windows-Smartphones. Da MaaS360 auch PCs und Notebooks mit Windows und Mac OS unterstützt, bietet IBM ein umfassendes Produkt aus einer Hand für alle Endgeräte im Unternehmen.

MaaS360 ist kostengünstig und schnell einsatzbereit. Da jede Funktion oder jeder Service von MaaS360 auch als API verfügbar ist, können Entwickler die Sicherheit mobiler Anwendungen einfach durch zentralisierte EMM-Software erweitern. MaaS360 eignet sich als schlüsselfertiges Produkt für Unternehmen jeder Größe, die schnell eine umfassende EMM-Umgebung implementieren wollen.

LANDesk

Die EMM-Tools von LANDesk sind noch nicht voll ausgereift. Die Stärke von LANDesk liegt im universellen UEM-Ansatz (Unified Endpoint Management), der sowohl mobile Geräte als auch PCs und Notebooks unterstützt. Unternehmen finden mit dem Tool Xtraction sehr gute Funktionen für das Reporting und das Information Management.

Das EMM-Produkt von LANDesk richtet sich an Unternehmen, die nur wenige mobile Geräte verwalten und nur Basisfunktionen benötigen.

Microsoft

Microsoft verfolgt für Software den Grundsatz Mobile first, Cloud first. Dies gilt vor allem für Office 365, auf dessen Anwendungen Benutzer von Windows-PCs, macOS-, iOS- und Android-Geräten aus zugreifen können. Geräte-Management und Sicherheit sind für Microsoft keine neuen Bereiche. Die aktuelle Lösung zur Verwaltung von Geräten ist die Microsoft Enterprise Mobility Suite. Sie umfasst Microsoft Intune, Azure Active Directory Premium, Advanced Threat Analytics und Azure Rights Management.

Intune selbst enthält eine Auswahl an Tools, die MDM-, MAM- und Konfigurations-Management bieten, und legt einen besonderen Schwerpunkt auf das Management von Office 365 Mobile Apps. Das Cloud-Produkt unterstützt auch Android Enterprise und reift schnell, um mit anderen Produkten auf dem Markt Schritt zu halten.

Die EMM-Tools von Microsoft sind gut für Unternehmen, die stark von Office 365 und anderen Microsoft-Cloud-Diensten abhängig sind.

MobileIron

MobileIron ist einer der wenigen EMM-Anbieter auf dem Markt, der ein eigenständiges Produkt herstellt. Das Unternehmen bietet eine der besten EMM-Lösungen und hat sich im praktischen Einsatz in Bezug auf Stabilität, Skalierbarkeit und die Einführung neuer Technologien wie etwa Android for Work bewährt.

MobileIron startete als On-Premises-Provider und brachte 2012 Cloud-Software auf den Markt. Unternehmen wie Verizon und AT&T arbeiten mit MobileIron zusammen.

Die Schwächen von MobileIron betreffen vor allem den Enterprise App Store Apps@Work, der visuell nicht auf Augenhöhe mit den App Stores der Konkurrenz ist und nur eine begrenzte Anzahl von Anwendungen bietet. Damit ist MobileIron eine solide Wahl für Unternehmen, die ihr BYOD-Programm starten. Das Tool ist einfach zu implementieren sowie zu bedienen und bietet sehr gute Funktionen für die Verwaltung der Geräte.

SAP

SAP verfügt über eine breite Palette mobiler Tools, mit denen das Unternehmen das Benutzererlebnis erheblich verbessert. Zu den mobilen Tools gehören Fiori und Build.me. Darüber hinaus verfügt SAP über ein MDM-Tool namens Afaria. Die aktuelle Version, Afaria 7, wurde 2012 veröffentlicht und hat jährliche Support-Updates erhalten. Afaria ist ein MDM-Produkt für Android- und iOS-Geräte. Erwarten Sie aber nicht, dass Afaria die gleichen Funktionen unterstützt, die Sie bei anderen EMM-Anbietern finden.

Sophos

Sophos ist ein ideales Produkt für kleine und mittelständische Unternehmen. Administratoren können die EMM-Kernprodukte entweder lokal oder über die Cloud bereitstellen. Dann verfügen sie über Endpoint Protection, Unified Threat Management (UTM), Virtual Private Network (VPN) und Android Antivirenschutz.

Die Stärken von Sophos sind die einfache Bereitstellung und Verwaltung sowie der hervorragende Support. Die Produkte lassen sich auf bis zu 50.000 aktive Accounts skalieren.

Sophos ist ein solides Produkt für Unternehmen, die mehrere Lösungen für die Verwaltung von Geräten einsetzen und auf ein einziges EMM-System konsolidieren möchten.

SOTI

SOTI eignet sich vor allem für Unternehmen, die eine große Anzahl von Android-basierten Geräten einsetzen. Mit dieser Plattform können sie Android-Smartphones und -Tablets zu niedrigen Einstiegskosten pro Gerät bereitstellen. Dies ist besonders vorteilhaft für aufstrebende Märkte wie Lateinamerika und den asiatisch-pazifischen Raum, wo die Kosten für ein Android-Gerät nur bis zu zehn Prozent der Kosten eines iPhones betragen.

SOTIs Hauptaugenmerk liegt auf robusten (Ruggedized) und Android-Geräten, doch MobiControl, das zentrale Tool in SOTIs EMM-Suite, unterstützt auch iOS- und Windows-Plattformen.

SOTI ist mit einer Reihe von Industrieprotokollen kompatibel und bietet eigene APIs zur Verwaltung von Android-Geräten in einem immer stärker fragmentierten Markt. So unterstützt SOTI beispielsweise Samsung Knox 2, Googles Android for Work, Sonys API-Unterstützung und SOTIs eigene Android-Plus-Technologie.

SOTI eignet sich ideal für Unternehmen, die viel in Android investiert haben. Dazu gehören Firmen aus Branchen wie Transport und Logistik, Hotelwesen und Gastronomie, Einzelhandel, Außendienst, Produktion und Gesundheitswesen.

Wie auch MobileIron ist SOTI ein eigenständiger EMM-Anbieter. Daher kann es für Kunden schwierig sein, Rabatte auszuhandeln, wenn sie nicht in der Lage sind, Services zu bündeln.

VMware

VMware kaufte AirWatch im Jahr 2014 und ergänzte diese Akquisition Ende 2015 mit der Übernahme von Boxer. Die Kombination der Tools macht VMware zu einer der ersten Adressen für EMM.

VMware hostet die wichtigsten EMM-Tools von AirWatch in der Cloud; diese lassen sich mit unternehmensinternen Authentifizierungsdiensten wie Microsoft Active Directory Federation Services verbinden. AirWatch hat seine hohe Skalierbarkeit bereits in der Praxis bewiesen. Der sichere Zugriff auf E-Mails ist über Boxer garantiert, jetzt auch auf Android-Geräten.

VMware bietet zudem Management-Tools für IoT-Geräte (Internet of Things) wie Wearables oder kundenspezifische Geräte.

Es gibt Bedenken seitens der Industrie, dass die EMM-Dienste von VMware aufgrund der Fusion von EMC mit Dell möglicherweise nicht den Support erhalten, die sie benötigen. EMC ist das Mutterunternehmen von VMware, und seine EMM-Services sind im Vergleich zum Rest des Unternehmens klein und erhalten möglicherweise nicht die Aufmerksamkeit, die sie benötigen.

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Nächste Schritte

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Artikel wurde zuletzt im März 2018 aktualisiert

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