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Cloud-Traffic durch Erweitern der WAN-Verbindungen zu Providern optimieren

Wer den Cloud-Traffic verbessern will, sollte neue Technologien wie WAN-CX und SD-WAN prüfen, um die Performance von UCaaS-Anwendungen zu steigern.

Da Organisationen immer mehr Kommunikations- und Collaboration-Anwendungen in die Cloud verlagern, ist es zunehmend wichtig, zu evaluieren, ob das zugrundeliegende Datennetzwerk in der Lage ist, den Cloud-Traffic zu unterstützen. Unternehmen, die ihre IT in die Cloud migrieren, sollten sich mit ihren Internet- und WAN-Verbindungen befassen – sowie mit Möglichkeiten, Kosten zu reduzieren –, indem sie neue, innovative Technologien wie Software-defined Wide Area Networks (SD-WANs) einführen.

Wenn wir uns bei Nemertes Research mit IT-Leitern unterhalten, stellt sich immer wieder heraus, dass die meisten Organisationen, die Unified Communications as a Service (UCaaS) implementieren, sich mit ihren Providern Over the Top über vorhandene Internetleitungen verbinden. Dieser Ansatz reicht in der Regel aus, um die Sprach- und Videoanforderungen für kleine Firmen zu erfüllen, bei denen jeder Standort über eine Hochgeschwindigkeits-Internetanbindung verfügt.

Unternehmen, die UCaaS erfolgreich implementieren wollen, sollten dabei das Netzwerk nicht vergessen.

In größeren Unternehmen findet man überwiegend WANs, die auf Client-Server-Datenströme ausgelegt sind. Dabei fließt der Großteil des Traffics zwischen PCs und Data Stores im Rechenzentrum. Kleine und mittlere Zweigstellen besitzen meist keine eigene lokale Internetkonnektivität. Stattdessen wird der gesamte Internet-Traffic zu einer kleinen Zahl von Internetverbindungspunkten transportiert. Telearbeiter müssen sich möglicherweise über ein virtuelles privates Netzwerk (VPN) mit dem Enterprise-Netzwerk verbinden, sogar um auf das Internet zuzugreifen.

In einer UCaaS-Umgebung müssen sich alle Endpunkte mit dem Data Center des UCaaS-Providers verbinden, um den Cloud-Traffic zu ermöglichen. In dieser Legacy-Architektur kann eine begrenzte Anzahl von Internetverbindungspunkten schnell zu einem Flaschenhals werden.

Die naheliegende Möglichkeit, diese Einschränkung zu umgehen – die direkte Anbindung aller Außenstellen an das Internet –, lässt sich aufgrund von Bedenken hinsichtlich der Kosten oder der Sicherheit womöglich nicht realisieren. Stattdessen sollten Unternehmen andere Optionen in Betracht ziehen, um den Cloud-Traffic zu optimieren:

  • WAN-CX-Dienste (WAN-Cloud Exchange) verbinden Enterprise-WANs direkt mit den Data Centern von Cloud-Service-Providern. WAN-Exchange-Verbindungspunkte lassen sich per MPLS bereitstellen oder über die Verbindung von vorhandenen, in Carrier-Hotels (auch Colocation Center genannt) oder öffentlichen Data Centern untergebrachten Enterprise Access Points mit den Verbindungspunkten von Cloud-Providern.
  • Private WAN-Verbindungen mit UCaaS-Providern über ein bis zum Data Center des Providers erweitertes MPLS-Fabric oder über einen anderen privaten Verbindungstyp.

Verbunddienste bieten oft zusätzliche Funktionen, zum Beispiel Application Performance Management und Monitoring (APM), was der IT einen besseren Einblick in die UCaaS-Performance erlauben kann. Die Studie 2016 Cloud, Data Center and SD-WAN Benchmark von Nemertes kommt zu dem Schluss, dass mehr als die Hälfte der teilnehmenden Firmen WAN-CX-Dienste bereits nutzen, vorhaben zu nutzen oder evaluieren, um ihr WAN zu Cloud-Service-Providern auszudehnen.

SD-WAN vereinfacht den Cloud-Traffic und reduziert die Kosten

Eine weitere Möglichkeit, die UCaaS-Performance zu verbessern, bietet SD-WAN. Hierbei besteht ein zusätzlicher Vorteil darin, Geld bei den WAN-Kosten einsparen zu können, indem man die Abhängigkeit von MPLS reduziert oder komplett beseitigt. SD-WAN-Dienste aggregieren im Allgemeinen Internet- und/oder MPLS-Bandbreite in ein virtuelles WAN und überwachen aktiv die Performance, um zu gewährleisten, dass der ausgehende Traffic den idealen Pfad nimmt, so dass die Qualitätsanforderungen erfüllt werden.

SD-WAN kann latenzempfindlichen Traffic zu MPLS oder einem sekundären Internetpfad verlagern, wenn der primäre Pfad die erwartete Geschwindigkeit nicht liefert. Einige Anbieter sind sogar in den Data Centern der großen Cloud-Provider präsent, um die End-to-End-Performance zu überwachen und die zurückfließenden Datenströme zu verwalten.

Nemertes fand in seiner jüngsten Untersuchung heraus, dass 64 Prozent der Unternehmen SD-WAN schon implementieren, vorhaben zu implementieren oder evaluieren. Wer diese Technologie bereits nutzt, senkt dadurch in der Regel die WAN-Gesamtkosten.

Unternehmen, die erfolgreich ihren Cloud-Traffic optimieren und UCaaS implementieren wollen, sollten dabei das Netzwerk nicht vergessen. Stattdessen sollten sie neu aufkommende, innovative Technologien, zum Beispiel WAN-CX und SD-WAN, evaluieren, um die Performance von UCaaS sicherzustellen – und potenziell Geld zu sparen.

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Nächste Schritte

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Artikel wurde zuletzt im September 2016 aktualisiert

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