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CMDB und NMS: Unternehmen profitieren von einer Kombination

Firmen können ihre IT-Infrastruktur mit Hilfe von Network Management System (NMS) und Configuration Management Database (CMDB) effizient verwalten.

Ein Network Management System (NMS) liefert in Echtzeit Informationen über die Leistung und den Betrieb eines Netzwerks. Eine CMDB (Configuration Management Database) zeigt die Beziehungen zwischen den Komponenten einer Umgebung auf. Daher stellt sich die Frage: Brauchen Unternehmen beide Elemente?

Nehmen wir unsere Firma als Beispiel: Wir verwenden für die Verwaltung unserer etwa 900 Router und Switches derzeit Netzwerk-Management-Tools wie SolarWinds. Das Konfigurations-Management erfolgt aktuell noch mit Microsoft Excel. Ich versuche gerade unser Top-Management zu überzeugen, wie wir beim Netzwerk-Management durch den alleinigen Einsatz einer CMDB oder gemeinsam mit einem NMS profitieren würden. Beispiele für CMDBs sind HP Enterprise Universal CMDB oder BMC Atrium.

Während Netzwerk-Management-Systeme schon seit langem in Einsatz sind, gewinnen Configuration Management Databases seit kurzem an Bedeutung. Viele Netzwerk- und System-Administratoren sehen die Vorteile einer CMDB und fragen sich, ob sie bestehende Systeme für Netzwerk-Management durch eine CMDB ersetzen sollen.

NMS überwacht die Netzwerke

Ein NMS bietet Informationen und Werkzeuge, die dem Tachometer eines Autos ähneln. Der Tachometer informiert den Fahrer darüber, wie schnell das Auto fährt. Er gibt aber keine Auskunft darüber, was im Inneren des Autos geschieht, damit es diese Geschwindigkeit erreicht. Eine CMDB bietet andere Vorteile, stellt also keinen Ersatz für ein NMS dar. Ein CMDB entspricht dem Werkzeug eines Mechanikers: Es bildet das Schema des kompletten Autos ab und zeigt, wie sich die einzelnen Teile aufeinander beziehen.

Ein Netzwerk-Management-System überwacht die Netzwerke des Unternehmens und verschickt Alerts auf Basis von Echtzeitbedingungen. So sendet das NMS zum Beispiel eine Warnung, wenn ein Port zu 80 Prozent ausgelastet ist oder ein Fehler bei der Verbindung zwischen verschiedenen Switches (Spanning Tree) auftritt. Das NMS betrachtet den Zustand von ganzen Systemen und gruppiert seine Überwachungselemente um Geräte herum. Administratoren können die Effizienz steigern, indem sie dieselben Monitoring-Vorlagen auf Gruppen von Geräten anwenden. Einige NMS-Systeme sammeln und speichern Systemkonfigurationen oder bieten die Code-Ausführung aus der Ferne als Management-Tool an.

CMDB beschreibt Zusammenhänge

Die Configuration Management Database beschreibt alle wichtigen IT-Komponenten und deren Zusammenhänge beziehungsweise Abhängigkeiten. Der Administrator, quasi der Mechaniker der IT-Welt, kann mit ihrer Hilfe das Risiko eines Problems bei einer Komponente bewerten und sehen, wie sich Änderungen auf das Gesamtsystem auswirken. Das verdeutlich noch einmal die Metapher vom Automobil: Während das NMS anzeigt, wie schnell das Auto fährt, meldet die CMDB, wie sich das Getriebe auf den Motor und die Antriebswelle auswirkt und wie die Antriebswelle das Differential, die Hinterachse und die Reifen beeinflusst.

Grundsätzlich baut eine CMDB die Beziehungen zwischen verschiedenen Konfigurationselementen auf, so genannten Configuration Items (CI). Als CI werden dabei im IT-Management alle Betriebsmittel der IT bezeichnet. Neben den technischen Daten eines PCs oder Servers, deren Software und Netzanbindung gehören dazu auch die Angaben zum Standort, zu den Benutzern sowie Vertragsdaten wie Lizenzen, Garantien, Service-Level-Agreements oder Wartungsabkommen. Auch Informationen zum Produktlebenszyklus eines CIs, zu IT-Services oder zu den Geschäftsprozessen zählen dazu.

Configuration Items sind nicht an die traditionellen Grenzen von Netzwerkgeräten gebunden. Ein CI kann beispielsweise einen Teil der Konfiguration eines Geräts beschreiben, zum Beispiel die Konfiguration eines einzelnen Switch-Ports anstelle des gesamten Switches. CMDBs sind nicht auf Netzwerkgeräte beschränkt; der Hauptvorteil der CMDB besteht darin, dass sie alle Systeme, Anwendungen und Benutzer miteinander verknüpft. Das Management des IT-Betriebs verbessert sich, wenn die Administratoren verstehen, wie sich Änderungen an einer Komponente letztlich auf andere Komponenten auswirken.

Die Konzepte von NMS und CMDB überschneiden sich. Beide befassen sich mit Konfigurationen von Geräten. Ein NMS zeichnet Konfigurationen und Dokumentänderungen über die Zeit auf, genauso wie es Änderungen an einem überwachten Port verfolgt. Eine CMDB wird die Konfiguration nicht unbedingt selbst nachverfolgen; sie zeigt, wie sich Änderungen an dieser Konfiguration auf andere CIs in der Umgebung auswirken können. Sowohl NMS als auch CMDB enthalten zudem Aspekte eines Inventory/Asset-Management-Systems.

CMDB statt Excel-Tabelle

Viele Unternehmen nutzen derzeit noch klassische Excel-Tabellen für die Inventarisierung ihrer IT. Sie sollten diese und andere einfache IT-Asset-Management-Systeme durch eine CMDB ersetzen. Schließlich bietet sie zahlreiche Vorteile.

Eine CMDB ist eine relationale Datenbank, die im Unterschied zu einer Excel-Datei mehrere Beziehungen zwischen Elementen erstellt. Zudem kann es bei Excel Probleme mit der Versionsverwaltung geben, wenn mehrere Techniker an verschiedenen Versionen arbeiten oder Informationen parallel aktualisieren. All diese Daten müssen wieder zusammengeführt werden. Eine CMDB konsolidiert alle Informationen an einer Stelle. Damit können mehrere Techniker gleichzeitig zugreifen, ohne dass Probleme mit der Integrität von Daten entstehen.

Eine CMDB bietet bei der Konfigurationsverwaltung gegenüber Excel auch bei der Ein- und Ausgabe von Daten erhebliche Vorteile. Während die Daten einer Excel-Datei in erster Linie händisch eingegeben werden, lässt sich eine CMDB mit Automatisierungs- und Orchestrierungs-Tools verknüpfen. Zudem lassen sich Daten für besseres Reporting automatisch extrahieren. Unternehmen können auch die Daten von bestehenden NMS-Tools in eine CMDB einspeisen oder eine CMDB verwenden, um Kontrollpunkte im NMS zu definieren.

Eine CMDB ist eine Schlüsselkomponente in einem ITIL-konformen Ansatz für IT-Service-Management und IT-Operations-Management. Das ITIL-Regelwerk (IT Infrastructure Library) stellt für die Praxis Beispiele (Best Practices) zur Optimierung von Prozessen wie dem Configuration Management bereit. ITIL definiert die CMDB als Datenbank, die dem Zugriff und der Verwaltung von Configuration Items (CI) dient.

Darüber hinaus ergänzt eine gute CMDB ein NMS – und ersetzt es nicht. Erfolgreiche Unternehmen mit umfangreicher IT-Infrastruktur verfügen sowohl über NMS- als auch CMDB-Tools und nutzen für das Management ihrer IT-Assets keine Excel-Tabelle.

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Artikel wurde zuletzt im Februar 2017 aktualisiert

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