Definition

UDP (User Datagram Protocol)

Mitarbeiter: George Lawton

UDP (User Datagram Protocol) ist ein Kommunikationsprotokoll und eine Alternative zum  Transmission Control Protocol (TCP). Es wird primär dazu genutzt, fehlertolerante Verbindungen mit niedriger Latenz zwischen Anwendungen im Internet herzustellen. Sowohl UDP als auch TCP laufen auf dem Internet Protocol (IP) und werden manchmal auch als UDP/IP oder TCP/IP bezeichnet. Beide Protokolle senden kurze Datenpakete, auch Datagramme genannt.

UDP bietet zwei Dienste, die nicht von der IP-Schicht angeboten werden. Das sind zum einen Portnummern, um zwischen verschiedenen Benutzeranfragen einfacher unterscheiden zu können. Zum anderen ist das die Option, Prüfsummen einzusetzen, um sicherzustellen, dass die Daten korrekt angekommen sind.

TCP hat sich mittlerweile zum führenden Kommunikationsprotokoll entwickelt und wird für den Großteil der Internetverbindungen eingesetzt. Dabei geht es in erster Linie um Dienste, die große Datenmengen in individuelle Pakete aufteilen, deren vollständige Übermittlung überprüfen und gegebenenfalls verlorene Pakete erneut versenden und mehrere Pakete in die richtige Reihenfolge bringen. Diese Dienste setzen jedoch einen Overhead an zusätzlichen Daten voraus und führen teilweise zu Verzögerungen, die auch als Latenz bezeichnet werden.

Im Gegensatz dazu überträgt UDP lediglich die reinen Datenpakete, was durch den fehlenden Overhead zu einem geringeren Bandbreitenverbrauch und einer kleineren Latenz führt. Als Folge daraus können jedoch Pakete verloren gehen oder in der falschen Reihenfolge eintreffen, da sie unter Umständen auf unterschiedlichen Wegen vom Sender zum Empfänger gelangen.

UDP ist das ideale Protokoll für Netzwerkanwendungen, bei denen es auf eine möglichst geringe Latenz ankommt. Dazu gehören Spiele sowie Audio- und Videokommunikation, bei denen ein geringfügiger Datenverlust nicht zwingend zu einer merklichen Minderung der Qualität führt. In einigen Fällen werden Techniken zur Vorwärtsfehlerkorrektur eingesetzt, um die Qualität der Audio- und Videoübertragung auch im Falle von Datenverlusten zu verbessern.

UDP kann auch in Anwendungen zum Einsatz kommen, die eigentlich eine verlustfreie Datenübertragung erfordern. Voraussetzung hierfür ist, dass die Anwendungen so konfiguriert sind, dass sie die erneute Übertragung fehlender Pakete anfordern und die Anordnung der Pakete in der richtigen Reihenfolge verwalten können. Dieser Ansatz kann dabei helfen, bei großen Dateien eine im Vergleich zu TCP höhere Datenübertragungsgeschwindigkeit zu erreichen.

Im OSI-Kommunikationsmodell (Open Systems Interconnection) befindet sich UDP genau wie TCP im Layer 4, der Transportschicht. UDP arbeitet mit höheren Protokollen zusammen, um Datenübertragungsdienste zu unterstützen. Dazu zählen unter anderem das Trivial File Transfer Protocol (TFTP), das Real Time Streaming Protocol (RTSP), das Simple Network Protocol (SNP) und DNS-Anfragen (Domain Name System).

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Diese Definition wurde zuletzt im August 2015 aktualisiert

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