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Open SDN: Was ist offenes SDN?

Viele Netzwerkhersteller bewerben ihre offenen SDN-Lösungen. Aber wie steht es mit dieser Offenheit bei SDN-Controllern, -Protokollen und -APIs?

Im Zusammenhang mit Software-defined Networking (SDN) ist viel von offenen Standards, Protokollen und APIs die Rede. Andererseits verweisen einige Hersteller auf Funktionen ihrer Produkte, die andere Anbieter angeblich nicht vorweisen können. Das ist doch ein Widerspruch zu offenen Standards. Was ist „offenes" SDN wirklich?

Wenn Sie in einem Wörterbuch nach der Definition von „offen“ nachschlagen, werden Sie nicht eine einzige, sondern mehrere Erklärungen dafür finden. Das deutsche Wiktionary listet dafür beispielweise verschiedene Bedeutungen auf. Das reicht von „nicht geschlossen“ oder „nicht versperrt“ über „nicht verschlossen“ bis zu „noch nicht entschieden“. Auch im Englischen ist es nicht besser, Merriam Webster kennt beispielsweise 19 Erklärungen für „open“.

So ist es keine Überraschung, dass die SDN-Landschaft auch ein wenig verwirrend ist, wenn es um die Begriffe „offen“ oder „open“ geht. Die Hersteller und die Standardisierungs-Komitees verwenden das Adjektiv gleichermaßen voller Enthusiasmus. Ein Blick auf einige Kategorien von „offen“ oder „open“ im Zusammenhang mit Software-defined Networking kann helfen, die SDN-Landschaft zu entmystifizieren.

Offene Protokolle

OpenFlow ist ein offenes Protokoll, das Lösungen verspricht, die nicht urheberrechtlich geschützt sind und in heterogenen Umgebungen anwendbar sein sollen.

NETCONF, XMPP und Yang sind offene Standards, die jeder implementieren kann. Aber wie bei der Management Information Base (MIB) vom Simple Network Management Protocol (SNMP) verwenden Geräte, die diese Protokolle unterstützen, unter Umständen ihr eigenes Informationsmodell. Das kann zu proprietäre Lösungen führen.

Cisco onePK ist ein proprietäres Protokoll, das auf Cisco-Geräten implementiert ist, aber jeder Kunde kann SDN-artige zentrale Anwendungen dafür schreiben.

Offene Controller

OpenFlow-basierten Controller können Open-Source (beispielsweise Beacon, Floodlight, Ryu)- oder kommerzielle Produkte (etwa von HP oder NEC) sein. All diese Controller sollten mit jedem anderen Gerät zurechtkommen, das OpenFlow unterstützt. 

Das wiederum eröffnet die Möglichkeit von Multi-Vendor-Netzwerkumgebungen, in der Geräte verschiedener Hersteller zusammenarbeiten.Multi-Protokoll-Controller sind meist Open Source. Der prominenteste Vertreter ist OpenDaylight, das mehrere Southbound-Protokolle (etwa OpenFlow oder NETCONF) ermöglicht. Brocade bietet beispielsweise einen OpenDaylight-basierten, jedoch kommerziellen SDN-Controller an.

OpenDaylight-Controller mit einem OpenFlow-Plug-in ermöglichen ebenfalls eine Multi-Vendor-Geräteumgebung. Der Einsatz von anderen Protokollen, die proprietäre Informationsmodelle verwenden, erzwingt hingegen häufig eine Single-Vendor-Gerätelandschaft.

Offene APIs

Geschlossenen SDN-Lösungen wie die von VMware bieten keine API für die Programmierbarkeit. Sie sind daher nicht für die SDN-Anwendungsentwicklung durch Kunden oder Gerätehersteller gedacht.

Offene APIs werden von fast jedem SDN- oder SDN-ähnlichen Controller bereitgestellt. Das gilt auch für reine OpenFlow-Controller, OpenDaylight-basierte Lösungen, proprietäre Open-Source-Controller wie OpenContrail und verschiedene SDN-Systeme von Cisco, wie APIC. Jeder kann Anwendungen für diese APIs schreiben, aber die proprietären Versionen werden nur mit den Geräten des entsprechenden Herstellers arbeiten.

Fazit

Alle diese Facetten der „Offenheit“ haben ihre Stärken und Schwächen. Wenn der freundliche Netzwerkanbieter aus Ihrer Nachbarschaft eloquent die außergewöhnliche „Offenheit“ seines Produktes hervorhebt, sollten Sie das bedenken. Bevor Sie den Füllfederhalter zücken und auf der gepunkteten Linie unterschreiben, ist es wichtig, genau zu verstehen, über welche Art von „offen“ der Hersteller spricht.

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Artikel wurde zuletzt im Oktober 2014 aktualisiert

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