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Entwicklung mobiler Apps – brauche ich einen MBaaS-Provider?

Mit Mobile Backend as a Service (MBaaS) umgehen die Entwickler von mobilen Anwendungen die Herausforderungen im Backend und können sich auf das Frontend konzentrieren.

Die Entwicklung von mobilen Anwendungen, die in die Backend-Infrastruktur eingebunden sind, kann zeitaufwändig, ressourcenintensiv und teuer sein. Abhilfe kann hier ein MBaaS-Provider (Mobile Backend as a Service) schaffen. Er entlastet die IT-Abteilung und spart Zeit und Geld.

Mit MBaaS entfallen die Einrichtung von Servern, der Aufbau von Komponenten für die Authentifizierung, die Planung der Skalierbarkeit, die Anpassung von Systemen oder viele andere Schritte zur Implementierung und Wartung einer komplexen Backend-Infrastruktur.

Wie bei jeder neuen Technologie benötigen Entwickler nicht unbedingt MBaaS; aber sie sollten die Vor- und Nachteile dieses Ansatzes sorgfältig abwägen, um zu klären, ob er ihren Bedürfnissen entspricht. Unter den richtigen Umständen bietet MBaaS viele Vorteile für Unternehmen – aber es eignet sich möglicherweise nicht für jede Firma.

Ein MBaaS-Provider bietet Entwicklern Zugriff auf offene APIs für die Verbindung zu Backend-Ressourcen und vereinheitlicht sowie vereinfacht damit die Entwicklungsarbeit über mehrere Plattformen hinweg. Mit MBaaS ist es nicht mehr notwendig, redundante Anwendungs-Stacks einzurichten und Code-Fragmente zu wiederholen. Zudem bietet MBaaS eine Reihe von Backend-Services wie Datenspeicherung, Geolokalisierung, Push-Benachrichtigungen sowie Benutzerauthentifizierung und -verwaltung.

Dank MBaaS können sich Entwickler auf das Frontend der Anwendung und das Benutzererlebnis konzentrieren und mobile Apps schneller und einfacher auf den Markt bringen. Es ist besonders wertvoll für kurzfristige Projekte, welche die IT-Abteilung schnell umsetzen muss. Ein kleines Start-up beispielsweise sollte auf MBaaS setzen, wenn es sich schnell auf dem Markt etablieren will, aber nicht über das notwendige Kapital verfügt oder keinen langfristigen Bedarf für eine umfangreiche Backend-Infrastruktur hat.

MBaaS eignet sich nicht für jedes Unternehmen

Entwickler müssen sicherstellen, dass ihre Anwendungen gut zum API-Modell des MBaaS passen. Darüber hinaus könnte die Logik der Anwendung zu komplex für die MBaaS-Umgebung sein oder einzigartige Backend-Anforderungen haben, die nicht über MBaaS verfügbar sind.

Entwickler können zwar Funktionen auswählen und ihre Daten verwalten, aber MBaaS bietet wenig bis gar keine Kontrolle über die Backend-Infrastruktur. Daher ist es schwierig bis unmöglich, selbst kleinere Optimierungen zu implementieren. Wer MBaaS nutzt, ist dem Leistungsumfang seines Anbieters ausgeliefert. Beispielsweise ist es möglich, dass ein Provider alle Backend-Prozesse in einem einzigen Rechenzentrum unterbringt. Wenn eine Anwendung an Benutzer auf der ganzen Welt verteilt wird, ist bei den am weitesten entfernten Benutzern mit Latenz- und Verbindungsproblemen zu rechnen.

Wie bei jedem Cloud-Provider sollten Unternehmen die Risiken und Verpflichtungen beim Outsourcing an einen externen Anbieter vollständig kennen und sicherstellen, dass der Anbieter der gleichen Aufsicht und Governance unterliegt wie der interne Betrieb.

Kosten für einen MBaaS-Provider

MBaaS mag als attraktiv erscheinen, aber Unternehmen müssen auch auf langfristige Kosten achten. Je ressourcenintensiver eine App und je länger ihr Lebenszyklus ist, desto weniger kosteneffizient könnte MBaaS sein. Firmen sollten auch die finanzielle Stabilität eines potenziellen MBaaS-Anbieters untersuchen; wenn dieser aus dem Geschäft ausscheidet, müssen Entwickler ihre Anwendungen möglicherweise von Grund auf neu programmieren.

Trotz einiger Nachteile gewinnt MBaaS auf dem Markt an Bedeutung; und es ist davon auszugehen, dass sich wichtige Anbieter herauskristallisieren, da die MBaaS-Technologien effizienter und zuverlässiger werden. Firmen, die mit MBaaS liebäugeln, sollten dessen Einsatz für jede App neu bewerten.

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Artikel wurde zuletzt im Oktober 2018 aktualisiert

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