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Braucht man Quality of Service für das Netzwerk?

Mit QoS (Quality of Service) garantieren Sie Unternehmens-entscheidenden Applikationen immer genug Bandbreite. Für die Performance ist das wichtig.

QoS (Quality of Service) für das Netzwerk wird von vielen IT-Administratoren und -Managern immer noch als die Rettung für Applikations-Performance angesehen. Da haben sie in vielerlei Hinsicht auch Recht. Allerdings ist immer mehr Bandbreite verfügbar und die Datenstaus verringern sich. Aus diesem Grund stellen sich einige Administratoren die Frage: Ist QoS für das Netzwerk immer noch notwendig?

QoS ist viel mehr als nur eine technische Funktion, weil wir damit die Performance verstehen und voraussagen können. Wir kennen Kunden, die nicht daran glauben, dass Sie von QoS-Leistungsmerkmalen profitieren. 

Allerdings sehen sie das SLA (Service Level Agreement) positiv, das mit diesem Funktionsmerkmalen verbunden ist. Kurz gesagt gestattet ein gutes SLA für Ihr WAN (Wide Area Network) ein besseres Verständnis der Latenz und Jitter von Punkt A nach B. Sollte der Service Provider das SLA nicht einhalten können, bekommt der Kunde in der Regel eine Vergütung in monetärer Form.

In den frühen Tagen von MPLS (Multiprotocol Label Switching) VPN (Virtual Private Network) Services bestand das Standard-Angebot der Leistungsmerkmale aus drei hauptsächlichen Konfigurationen.

Platin – Express-Services (EF/Expedited Forwarding)

Wie man dem Namen bereits entnehmen kann, unterstützen Express-Services (EF/Express Forwarding) Applikationen, bei denen maximale QoS-Performance entscheidend ist. Sprach-Dienste wären das bekannteste Beispiel. EF muss man sich genau überlegen, da Traffic oberhalb der festgelegten Bandbreite einfach verworfen wird. 

Nehmen wir an, ein Unternehmen benötigt 500 Kbps, um fünf Anrufe zu unterstützen. Kommt ein sechster hinzu, funktioniert das ganz einfach nicht mehr. Der MPLS- oder virtuelle private LAN-Service verarbeitet als EF markierten Traffic mit strikter Priorität. Das Resultat ist eine vorhersehbare Performance in Bezug auf Latenz und Jitter. Kommt es zu Datenstau, genießt der Traffic gegenüber anderem Traffic höhere Priorität. Das ist ein benötigtes Leistungsmerkmal für Sprach-Dienste.

Gold – gewährleistete Services (AF/Assured Forwarding)

Auf gewährleistete Services (Assured Forwarding) setzt man dann, wenn unternehmenswichtige Applikationen priorisiert werden, um zum Beispiel von E-Mail oder HTTP-Web-Browsing verursachtem Datenstau aus dem Weg zu gehen. Wir sprechen hier zum Beispiel von virtuellen Desktop-Services von Citrix. 

Während EF sehr strikt bei Bandbreiten-Limits ist, gibt es bei AF mehr Netzwerk-Flexibilität in Sachen QoS. Möchte ein Unternehmen 500 Kbps als Bandbreite für Applikationen haben, wird Traffic in dieser Konfiguration gegenüber anderen grundlegenden Anwendungen priorisiert. Sollte das Limit überschritten werden, wird der Traffic aber nicht verworfen. Stattdessen wird der Datenverkehr als einfach eingestuft.

Bronze – Bestmöglich

Bronze ist für alles Weitere. Jede Applikation, die nicht als unternehmensentscheidend bei der Performance eingestuft ist, fällt in diesen Bereich. Das bedeutet nicht, dass die Applikation an sich unwichtig ist. Ein Anwender muss möglicherweise ein paar Sekunden warten, bis eine E-Mail eintrifft. Diese Verzögerung wirkt sich nicht zwingend nachteilig für das Business aus.

Die neuere 6-QoS-Herangehensweise

Im Laufe der Zeit hat sich QoS ebenfalls weiterentwickelt und die Service Provider bieten eine feinere Struktur an. Die grundlegenden Leistungsmerkmale von QoS unterstützen viele Konfigurations-Optionen für selbst verwaltete Clients oder private Netzwerke, bei denen diese feinen Einstellmöglichkeiten möglicherweise der Schlüssel zum Erfolg sind. 

Es scheint, als habe man sich in der Branche auf eine 6-QoS-Herangehensweise geeinigt. Bei dieser stellen die vorher erwähnten Service-Niveaus Platin, Gold und Bronze auch jeweils eine Option „hoch“ und „niedrig“ zur Verfügung.

Profitiert mein Unternehmen also nun von QoS?

QoS ist ein wichtiger Aspekt für jedes WAN, auch wenn es dort keinen Datenstau gibt. QoS erlaubt es Firmen, dass sie sich auf vorhersehbare Performance verlassen können. Existiert ein Potenzial für Datenstau, stellt Netzwerk-QoS sicher, dass die Performance für den Anwender konsistent ist. Applikationen, die auf Verzögerungen empfindlich reagieren, funktionieren weiterhin gut. Darüber hinaus wirkt sich QoS auf das Kern-Netzwerk des Providers aus. Somit nimmt Ihr Traffic die optimalen Routen, wenn er von einem Standort zum nächsten wandert.

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Artikel wurde zuletzt im Dezember 2014 aktualisiert

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