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Zwei Verbindungstypen für eine starke Hybrid Cloud

Das Netzwerk wird wichtiger, da Unternehmen immer mehr Daten in die Cloud transferieren. Zwei Verbindungstypen minimieren die Latenz in der Hybrid Cloud.

Die Mischung aus On-Premises-Infrastruktur und Cloud-basierter Infrastruktur bietet Unternehmen zwar eine höhere Flexibilität; das dabei entstehende hybride Cloud-Netzwerk stellt aber eine große Herausforderung dar. „Wenn Unternehmen sich entscheiden, in die Cloud zu wechseln, spielt das Netzwerk in den Überlegungen in der Regel nur eine nachgeordnete Rolle“, sagt Joe Skorupa, Analyst bei Gartner. Mit zunehmendem Datenverkehr stellen Unternehmen aber oft fest, dass ihre Netzwerkverbindungen nicht robust genug sind, um ihre Cloud-Anwendungen zu unterstützen.

Einer der Gründe, warum Unternehmen die Bedeutung des Netzwerks beim Hybrid Cloud Computing oft vernachlässigen: Netzwerkmanager sitzen bei Entscheidungen selten am Tisch und werden nicht um Rat gefragt. „Stattdessen stehen Sicherheit, Kosten und schnelle Entwicklung im Vordergrund“, so Skorupa.

Dieses Denken kann kurzsichtig sein. Ein unzureichendes Hybrid-Cloud-Netzwerk wirkt sich negativ auf Unternehmen aus, da Anwender mit Problemen wie Latenz und langsamen Antwortzeiten zu kämpfen haben.

Internetverbindung versus Direktverbindung (Point-to-Point)

Unternehmen haben in der Regel zwei Möglichkeiten, ein hybrides Cloud-Netzwerk aufzubauen: über Internetverbindungen oder über dedizierte, direkte Punkt-zu-Punkt-Verbindungen (Point-to-Point).

Öffentliche Internetverbindungen sind weit verbreitet, preiswert und werden häufig benutzt. Der Nachteil: Da sich der Datenverkehr eines Unternehmens mit dem Datenverkehr anderer Teilnehmer vermischt, können Leistung und Geschwindigkeit sinken. Weil Informationen zudem dynamisch geroutet werden, gelangen die Daten oft auf Umwegen vom Standort des Kunden zum Rechenzentrum des Cloud-Anbieters. Wenn die direkteste Verbindung nicht verfügbar ist, dauert es länger, bis die Daten von Ort zu Ort übertragen werden. Wechselt ein Unternehmen von einer Verbindung auf einen andere, die nahe an der Kapazitätsgrenze arbeitet, werden die Daten in kleinere Teile zerlegt. Folge sind Verzögerungen.

Punkt-zu-Punkt-Verbindungen hingegen stellen in einem hybriden Cloud-Netzwerk eine direkte Verbindung vom Standort des Benutzers zum Cloud-Anbieter her. Im Vergleich zum öffentlichen Internet sorgen diese Verbindungen für schnelle Reaktionszeiten und hohe Verfügbarkeit, da nur die Daten des Kunden durch die Leitung fließen.

„Direkte Verbindungen leisten einen guten Beitrag zum Minimieren potenzieller Probleme wie zum Beispiel Latenzzeiten und unzureichende Reaktionszeiten", meint Brad Casemore, Research Director bei IDC.

Diese dedizierten Verbindungen kosten zwar mehr als Internetverbindungen, die Preise variieren aber abhängig von Standort, Länge der Leitung und Verbindungsgeschwindigkeit. Workloads in der Hybrid Cloud wie Finanz- oder E-Commerce-Anwendungen, die Schwankungen beim Datendurchsatz nicht tolerieren können, verwenden häufig Punkt-zu-Punkt-Verbindungen.

Das hybride Cloud-Netzwerk wird zur Priorität

Während die Vernetzung traditionell in Cloud-Diskussionen nur zweitrangig war – vor allem, weil Unternehmen das Netzwerk nur als Back-Office-Funktion betrachteten –, ist laut Gartner derzeit ein Wandel im Gange. Diese Veränderung wird durch die Tatsache beschleunigt, dass immer mehr Unternehmen Daten in die Cloud verlagern und der Netzwerkverkehr in der Hybrid Cloud weiter wächst.

„Viele Unternehmen benötigen mehr Bandbreite, um ihre Cloud-Services zu unterstützen“, so Casemore. Um dieser Nachfrage gerecht zu werden, bauen Public-Cloud-Provider wie Amazon Web Services (AWS), Microsoft Azure und die Google Cloud Platform ihre Netzwerkdienste weiter aus, einschließlich der Möglichkeiten für Direktverbindungen.

Die Anbieter von Public-Cloud-Lösungen arbeiten mit Netzwerkbetreibern wie AT&T, CenturyLink, Comcast, Equinix, Level 3 und Verizon zusammen, um den Nutzern mehr direkte und private Verbindungsoptionen anzubieten. Zum Beispiel bietet Azure seinen ExpressRoute-Service an, und Google hat vor kurzem seinen Dedicated Interconnect-Service hinzugefügt, um eine schnellere und sicherere Verbindung zu seiner Public Cloud bereitzustellen.

Darüber hinaus offerieren einige Cloud-Anbieter wie AWS und IBM physische Appliances für den Datentransfer. Die Benutzer können Daten auf diese Geräte hochladen und dann an ihren Cloud-Provider senden, der diese Daten dann wiederum in die Cloud überträgt. Wie mit direkten Verbindungen können Unternehmen mit Hilfe dieser Appliances potenzielle Latenzzeiten und Performance-Probleme vermeiden.

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Artikel wurde zuletzt im November 2017 aktualisiert

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