Wo sollte der iSCSI-Initiator in einer Hyper-V-Umgebung laufen?

iSCSI kann in virtuellen Umgebungen auf VM- oder Betriebssystem-Ebene laufen. Beide Möglichkeiten haben Vor- und Nachteile.

In einer Hyper-V-Umgebung ist es möglich, den iSCSI-Initiator an zwei Stellen auszuführen: Sie können den Dienst innerhalb des übergeordneten Betriebssystems oder in einer virtuellen Maschine (VM) betreiben. Technisch gesehen funktionieren beide Optionen. Wo Sie in Ihrer Umgebung den iSCSI-Initiator betreiben sollten hängt dann letztlich von Ihrer Infrastruktur ab.

Der Trick dabei ist zu entscheiden, was Sie mit dem iSCSI-Initiator für Laufwerke und Dienste zur Verfügung stellen wollen, bevor Sie sich für eine der Möglichkeiten entscheiden.

Die einzige Situation die Sie dazu zwingt, sich für die eine oder die andere Option zu entscheiden, ist das Thema Clustering. Genauer gesagt das Clustern von virtuellen Servern. Wenn Sie einen Gast-Cluster bereitstellen und eine Verbindung zu einem Cluster Shared Volume (CSV) des Clusters mit iSCSI durchführen wollen, dann haben Sie keine andere Wahl, als den iSCSI-Initiator innerhalb der virtuellen Maschine zu installieren. Andernfalls wird der Gast-Cluster den gemeinsamen Speicher nicht richtig verwenden können.

In den meisten anderen Situationen ist es besser, den iSCSI-Initiator innerhalb des übergeordneten Betriebssystems zu installieren, also entweder auf dem Hyper-V-Host oder einem anderen physischen Server im Netzwerk. Dafür gibt es mehrere gute Gründe.

Der größte Vorteil für den Betrieb des iSCSI-Initiators innerhalb der übergeordneten Maschine ist die Performance des Datenzugriffs. Wenn der iSCSI-Initiator nämlich innerhalb des übergeordneten Betriebssystems auf dem Hyper-V-Host läuft, dann kann der Dienst die Vorteile der nativen Fähigkeiten Ihrer physischen Netzwerkadapter (wie zum Beispiel TCP/IP-Offloading) verwenden. Diese Art nativer Hardware-Features steht in virtuellen Maschinen schlicht nicht in der gleichen Form zur Verfügung und sind häufig auch leistungsschwächer, wenn sie virtualisiert werden.

Das Ausführen des iSCSI-Initiators innerhalb einer VM hat generell einen geringen Einfluss auf die Performance dieser VM. Sie belasten also die VM nicht mit dem Betrieb eines iSCSI-Initiators auf dem Server. Das gilt natürlich auch für den Betrieb auf einem Hyper-V-Host. Allerdings verbraucht der iSCSI-Initiator mehr CPU-Ressourcen, wenn er in einer VM installiert ist, als wenn der Dienst innerhalb des Host-Betriebssystems läuft. Zugegeben, die zusätzlichen CPU-Zyklen werden wahrscheinlich nicht problematisch sein, allerdings ist es in der IT immer eine gute Idee, die Hardware im Unternehmen so effizient wie möglich zu nutzen.

In bestimmten Situationen kann sich die Platzierung des iSCSI-Initiators auch auf Ihr Backup auswirken. Einige Host-Level-Backupsysteme sind nicht in der Lage, auf einen iSCSI-Speicher zu sichern, der aus dem Inneren einer VM verbunden ist.

Als Best Practice sollten Sie den iSCSI-Initiator also möglichst innerhalb des übergeordneten Betriebssystems ausführen, außer Sie benötigen den Zugriff für eine Gast-Cluster.

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Artikel wurde zuletzt im Juli 2014 aktualisiert

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