Essential Guide

Funktionen und Features von Windows 10

Eine umfassende Auswahl von Artikeln, Videos und mehr, die von unseren Redakteuren gewählt wurden.

Windows 10 Mobile: Die wichtigsten Fakten zum Windows-Phone-Nachfolger

Ende des Jahres erscheint Windows 10 Mobile, der Nachfolger von Windows Phone. Mit diesen Verbesserungen will Microsoft im Smartphone-Markt punkten.

Windows 10 ist seit knapp zwei Wochen offiziell erhältlich und seitdem bereits millionenfach auf Desktop-Systemen...

und Tablets installiert worden. Nicht zuletzt getrieben durch die kostenlose Upgrade-Möglichkeit für alle Nutzer von Windows 7 und Windows 8, die die Home- oder Professional-Version im Einsatz haben.

Windows 10 ist aber nicht nur die neueste Generation von Microsofts Desktop-Betriebssystem, sondern folgt in Form von Windows 10 Mobile auch auf Windows Phone 8/8.1. Wie schon sein Desktop-Pendant kann auch Windows 10 Mobile über die Insider-Preview getestet werden, die finale Version soll schließlich gegen Ende 2015 erhältlich sein.

Neben neuen Smartphones werden zunächst die Lumia-Modelle 430, 435, 532, 535, 540, 640, 640 XL, 735, 830 und 930 das Update auf Windows 10 Mobile erhalten, laut Microsoft sollen später aber alle Geräte, auf denen heute Windows Phone 8.1 läuft, prinzipiell auch Windows 10 Mobile erhalten – ob hier aber auch Mobilfunkanbieter und Gerätehersteller mitziehen, bleibt abzuwarten. Schon jetzt ist aber klar, dass viele der fortgeschrittenen Funktionen in Windows 10 Mobile wie Continuum oder Windows Hello auf den vielen Low-End-Geräten nicht verfügbar sein werden.

Die Benutzeroberfläche von Windows 10 Mobile kommt in gewohnter Kachel-Optik daher und offenbart für ungeübte Augen somit im Vergleich zu Windows Phone 8.1 auf den ersten Blick kaum Neuerungen. Unter der Haube hat Windows 10 Mobile gegenüber seinem Vorgänger aber einige zentrale Neuerungen verpasst bekommen, die Microsofts kommendes Smartphone-Betriebssystem gegenüber Android und iOS wieder attraktiver machen sollen.

Universal Apps verbinden Desktop- und Mobile-Betriebssystem

Mit Windows 10 spricht Microsoft von einem universellen Betriebssystem, das auf so unterschiedlichen Plattformen wie Smartphones, Tablets, Laptops und PCs aber auch der Xbox oder Embedded-Geräten läuft. Schon mit Windows Phone und Windows 8 hat Microsoft die Betriebssysteme enger zusammengeführt, sodass Entwickler große Teile ihres Programm-Codes für Smartphone- und Windows-8-Apps (allerdings natürlich nicht für Win32-basierte Desktop-Applikationen) für beide Plattformen verwenden konnten.

Windows 10 geht hier noch einen Schritt weiter und vereint die bisher getrennten App Stores für Windows Phone und Windows 8 zu einem einheitlichen Windows-Store, in dem die neuen Universal Apps veröffentlicht werden können. Windows 10 soll es Entwicklern also noch einfacher machen, mit ihrer App unterschiedliche Plattformen zu bedienen. Idealerweise müssen dann lediglich Bedienelemente und die grafische Benutzeroberfläche den jeweiligen Endgeräten angepasst werden, gerade bei komplexeren Applikationen dürften aufgrund unterschiedlicher Programmierschnittstellen aber nach wie vor auch größere Anpassungen nötig werden.

Nichtsdestotrotz können Universal Apps viel Entwicklungszeit sparen helfen und bieten plattformübergreifend ein einheitliches Nutzungserlebnis. Die zentrale Bedeutung von Universal Apps für Windows 10 erschließt sich dabei erst mit dem Blick auf die ebenfalls neue Continuum-Funktion.

Continuum erweitert Smartphones zum Desktop

Mit Continuum ist die Fähigkeit von Windows 10 gemeint, die Benutzeroberfläche sowohl der Displaygröße als auch der Eingabemethode anzupassen. Von Windows 10 kannte man dabei bis vor kurzem lediglich die letztere Variante, bei der Tablets wahlweise der Bedienung per Touch- oder Maus-/Keyboard-Eingabe angepasst werden können.

Windows 10 Mobile erweitert den Funktionsumfang von Continuum, indem sich per Bluetooth und Miracast sowie über Hardware-Schnittstellen wie HDMI externe Bildschirme und Eingabegeräte wie Maus und Tastatur anschließen lassen. Universal Apps wie die neuen Office-Apps für Windows 10 laufen dann auf dem Smartphone, werden auf dem externen Bildschirm aber wie auf einem Desktop dargestellt. Möglich wird dies, weil bei Universal Apps der vollständige Programm-Code ja bereits vorhanden und installiert ist.

Continuum mit Windows 10 Mobile

Mit Continuum werden Universal Apps auf dem Smartphone ausgeführt, können mit angeschlossenem Bildschirm und Maus sowie Tastatur aber wie am Desktop genutzt werden.

Mit Continuum, so das Werbeversprechen von Microsoft, lasse sich also ein Smartphone zu einem vollwertigen Desktop-Arbeitsplatz erweitern. Eine Funktion, die außer ersten Linux-Versuchen (Ubuntu Touch/Mobile) so derzeit kein anderes populäres Betriebssystem bietet. Gerade für Unternehmen dürfte Continuum auf Windows 10 Mobile durchaus interessante Anwendungsszenarien möglich machen, allerdings bleibt abzuwarten, wie performant sich mit Continuum wirklich arbeiten lässt. Vor allem Prozessor, Grafikprozessor und Arbeitsspeicher von Smartphones könnten dem positiven Nutzungserlebnis schnell im Weg stehen. Aus diesem Grund dürften auch viele der heute erhältlichen Windows-Phone-Smartphones nicht kompatibel mit Continuum sein.

Windows 10 Mobile ersetzt auch Windows RT

Mit Windows 10 beerdigt Microsoft auch einen seiner größten Marketing-Fehler, namentlich Windows RT. Windows RT war 2012 zusammen mit Windows 8 eingeführt worden und kam auf Tablets mit ARM-Chips zum Einsatz, auf denen keine vollwertige Windows-Version und damit auch keine Win32-Anwendungen ausgeführt werden können. Von Anfang an verstanden aber weder Unternehmen noch Anwender so recht, dass Windows RT mit seinem großen Desktop-Bruder trotz der Namensanleihe und der gleichen Desktop-Oberfläche nur wenig gemein hatte und man auf Windows RT nur Apps aus dem Windows-Store installieren kann.

Microsofts Versuch, mit einem eigenen Betriebssystem im Markt für ARM-basierte Tablets Fuß zu fassen, ist entsprechend schnell gescheitert. Die Verkaufszahlen von Windows-RT-Tablets blieben weit hinter ihren Erwartungen zurück, in der Folge zogen immer mehr Gerätehersteller ihre Produkte zurück, bis am Ende mit dem Surface RT nur noch Microsoft selbst übrig blieb.

Mit Windows 10 geht Microsoft jetzt einen anderen Weg: Auf Tablets mit einer Displaygröße von mehr als acht Zoll soll das vollwertige Desktop-Windows installiert werden, unterhalb von acht Zoll dagegen Windows 10 Mobile. Diese Grenze ist willkürlich gezogen und wird mit der besseren Bedienbarkeit begründet. Ob sich Gerätehersteller aber strikt daran halten müssen ist derzeit noch unklar, gerade durch die Continuum-Funktion wären also theoretisch durchaus auch 7-Zoll-Tablets mit vollwertigem Windows 10 denkbar.

Anders als Windows Phone ist Windows 10 Mobile damit kein reines Smartphone-Betriebssystem mehr. Eine der interessantesten Konsequenzen hiervon: Windows 10 Mobile ist nicht mehr auf ARM-Prozessoren beschränkt wie Windows RT oder Windows Phone. Damit öffnet sich Geräteherstellern die Möglichkeit, auch X86-Chips von Intel in Smartphones mit Microsofts mobilem Betriebssystem zu verbauen.

Windows 10 Mobile Enterprise speziell für Unternehmen

Windows Phone und damit auch Windows 10 Mobile haben für Microsoft vor allem im Unternehmensumfeld eine große strategische Bedeutung. Viele Unternehmen bauen ihre Infrastruktur noch immer auf der Microsoft-Plattform auf, ein Microsoft-Betriebssystem für mobile Endgeräte bietet in dieser Situation gegenüber plattformfremden Betriebssystemen wie iOS oder Android zumindest theoretisch gewisse Vorteile bei Integrations- und Verwaltungsmöglichkeiten.

Um diese Vorteile auch wirklich auszuschöpfen, hatte Microsoft bereits mit Windows Phone 8.1 ein sogenanntes Enterprise Feature Pack veröffentlicht, das zentrale MDM-Funktionen (Mobile Device Management) nachrüstete. Mit Windows 10 Mobile geht Microsoft auch in diesem Bereich einen Schritt über Windows Phone hinaus und wird mit Windows 10 Mobile Enterprise eine eigene Betriebssystemvariante zur Verfügung stellen. Noch sind nur wenige Details zum Funktionsumfang von Windows 10 Mobile Enterprise bekannt, klar ist aber, dass diese spezielle Business-Variante über das Volumenlizenz-Programm erhältlich sein wird und erweiterte Security- und MDM-Funktionen bieten wird.

Wie auch Windows 10 Enterprise dürfte zudem nur Windows 10 Mobile Enterprise Zugang zu Long Term Servicing Branch (LTSB) und Current Branch for Business (CBB) erhalten, Endgeräte mit Windows 10 Mobile dagegen werden sich ausschließlich im Current Branch befinden. Gemäß der neuen Update-Politik von Microsoft (Windows as a Service) werden Windows 10 und Windows 10 Mobile in relativ kurzen Abständen Funktions-Updates erhalten. Für kritische Umgebungen empfiehlt Microsoft daher den LTSB-Update-Pfad, bei dem Updates ähnlich wie bisher bei Service Packs nach ausgiebigen Tests und in größeren Abständen verteilt werden. Zudem sollen IT-Abteilungen die Kontrolle über die Updates erhalten.

Für BYOD-Umgebungen (Bring Your Own Device) dagegen eignet sich laut Microsoft der CBB-Update-Pfad am besten, da Mitarbeiter hier von privaten Endgeräten bekannte Funktionen schneller erhalten, IT-Abteilungen aber trotzdem Zeitpunkt und Umfang der Installation kontrollieren können. Im Current Branch, in dem sich vor allem der Großteil der privaten Endgeräte befinden wird, können Updates nicht gesteuert werden und müssen innerhalb einer kurzen Frist installiert werden.

Windows 10 Mobile enthält darüber hinaus noch eine Vielzahl kleinerer und größerer Änderungen und Neuerungen, zum Beispiel die Möglichkeit, das Smartphone im Zuge der Zwei-Faktor-Authentifikation für Windows 10 als einen Authentifikations-Faktor zu nutzen. Wie für Windows 10 wird zudem auch für Windows 10 Mobile das biometrische Anmeldeverfahren Windows Hello zur Verfügung stehen, mit dem sich Nutzer per Gesichtserkennung am Gerät anmelden können. Windows 10 Mobile wird auch den neuen Edge-Browser enthalten, der als Universal App die mobile Version des Internet Explorer ablöst. Trotz all dieser Neuerungen – gegen Android und iOS dürfte es Microsoft auch mit Windows 10 Mobile weiterhin schwer haben.

Folgen Sie SearchNetworking.de auch auf Twitter, Google+ und Facebook!

Artikel wurde zuletzt im August 2015 aktualisiert

Pro+

Premium-Inhalte

Weitere Pro+ Premium-Inhalte und andere Mitglieder-Angebote, finden Sie hier.

Essential Guide

Funktionen und Features von Windows 10

0 Kommentare

Älteste Beiträge 

Passwort vergessen?

Kein Problem! Tragen Sie Ihre E-Mail-Adresse unten ein. Wir werden Ihnen eine E-Mail mit Ihrem Passwort schicken.

Ihr Passwort wurde an die folgende E-Mail-Adresse gesendet::

- GOOGLE-ANZEIGEN

SearchSecurity.de

SearchStorage.de

SearchDataCenter.de

SearchEnterpriseSoftware.de

Close