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Warum SD-WAN nicht das Ende von MPLS-Verbindungen bedeutet

Auch wenn viele Unternehmen auf SD-WAN setzen, wollen sie trotzdem ihre MPLS-Verbindungen behalten. SD-WAN ist stark im Kommen, MPLS deswegen aber noch lange nicht tot.

Ungefähr 21 Prozent der Unternehmen setzen derzeit eine Variante von Software-defined WAN ein. Das besagt eine Studie von Nemertes Research aus dem Jahr 2017. Diese Firmen wurden im Endeffekt mit zwei Versprechungen geködert.

  • SD-WAN wird ein besseres WAN bieten. Es ist zuverlässiger, stabiler, elastischer und sehr schnell.
  • SD-WAN wird ein günstigeres WAN sein. Das gilt zumindest auf Basis von Kosten für Megabits pro Sekunde.

Bedeutet das auf der anderen Seite, dass Unternehmen ihre MPLS-Verbindungen aufgeben? Nicht wirklich.

Die Resultate des SD-WAN-Einsatzes waren für die meisten frühen Anwender befriedigend bis erfreulich. Viele haben mit dem Einsatz an den WAN-Standorten angefangen, die am meisten Probleme bereiteten. Wir sprechen hier von Standorten mit qualitativ schlechten Verbindungen oder mit den am schnellsten wachsenden Anforderungen.

Auch eine Kombination daraus ist denkbar. Sie haben diesen Standorten SD-WAN spendiert und damit nicht nur die existierenden primären Verbindungen, in der Regel MPLS-Verbindungen, gemanagt, sondern auch die neuen, sekundären. Das sind in den meisten Fällen normale Internetverbindungen. Seit der Migration auf SD-WAN haben diese Firmen viel weniger Ausfälle im WAN-Service erlebt und die Anzahl der Problem-Tickets hinsichtlich WAN sind drastisch gesunken.

Die Reduzierung von Ausfällen und IT-Overhead sind trotz der bestehenden Probleme mit individuellen Verbindungen gegeben und nicht, weil sie abgeschafft wurden. Ein Ausfall einer Verbindung kommt immer mal wieder vor. Das gilt auch für die heimtückischen Spannungsspitzen oder teilweisen Stromausfälle. Ist das der Fall, sind diverse Services sehr eingeschränkt, fallen aber nie komplett aus. Zu verdanken ist das den SD-WAN-Services, die im Einsatz sind. Netzwerk-Administratoren verstehen die relevanten Probleme nun früher und kennen auch die Ursachen besser.

In einigen Fällen können Firmen ihren Providern sogar nützliche Daten liefern, die zur Problemlösung beitragen. Durch transparenten Failover von schlechten zu guten Verbindungen plus dem Management von Priorisierung und Bandbreite sind Ausfälle für die Endanwender im Endeffekt nicht mehr existent. Ohne Ausfälle der Services muss die IT-Abteilung weniger Blut schwitzen und spart sich zudem eine Menge Zeit. Es müssen schließlich keine individuellen und vorübergehenden Verbindungsprobleme gelöst werden.

Verzichten Unternehmen mit SD-WAN auf MLPS?
Abbildung 1: Verzichten Unternehmen mit SD-WAN auf MLPS?

Das Versprechen vom günstigeren WAN

Das Versprechen von einem günstigeren WAN trifft für Unternehmen ebenfalls zu. Der Haken an der Sache ist allerdings, dass sie die MPLS-Verbindungen weiterhin behalten. 20 Prozent der Firmen geben an, nichts an den momentanen MPLS-Verträgen ändern zu wollen, auch wenn sie SD-WAN einsetzen. Im Endeffekt wird MPLS weiterhin als das Rückgrat des unternehmenskritischen WAN gesehen. Durch SD-WAN wird es allerdings gestärkt und erweitert.

Weitere 20 Prozent sagen, dass sie ihre WAN-Ausgaben gedeckelt haben. 60 Prozent haben vor, in der Zukunft weniger Standorte mit MPLS zu betreiben. Keine einzige Firma hat angegeben, MPLS-Verbindungen in den nächsten Jahren komplett einzustampfen. Im Jahre 2016 haben noch einige Unternehmen von Plänen gesprochen, MPLS aufzugeben. Sie haben ihre Pläne aber mindestens zehn Jahre in die Zukunft verlegt.

Wer die Logik hinter der Aufgabe der MPLS-Verbindungen noch nicht durchschauen kann oder die Nutzung dieser Technologie nicht aufgeben will, weil vielleicht das Vertrauen in die Alternativen fehlt, sollte Mut fassen. Solche Firmen werden die momentanen Kosten für das WAN möglicherweise nicht stark reduzieren können. Allerdings sollten sie einen Blick auf künftige WAN-Ausgaben haben, indem sie das Wachstum sinnvoll mit Breitbandnutzung in Bezug setzen und dann unterm Strich Geld sparen. Die Betriebskosten des WAN-Managements lässt sich ebenfalls reduzieren und gleichzeitig verbessert sich der Service für das Business. All das lässt sich umsetzen, selbst wenn Sie die bekannte Technologie, dem die Unternehmen vertrauen, weiterhin verwenden. Sie wird für die absehbare Zeit das Herz des WAN bleiben.

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Artikel wurde zuletzt im September 2017 aktualisiert

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