Virtuelle Desktops: Netzwerk-Test verhindern Wegbrechen der Performance von Anwendungen

Virtuelle Desktop-Infrastrukturen (VDI) können zur Datenbremse werden. Werden virtuelle Desktop-Infrastrukturen nicht überwacht drohen hohe Performance-Einbrüche im Netzwerk.

Nicht überwachte virtuelle Desktop-Infrastrukturen (VDI) können ein Netzwerk in die Knie zwingen, was sich direkt...

auf die Performance von Anwendungen und die Nutzer-Erfahrung auswirkt. Wie lässt sich herausfinden, ob Ihr Netzwerk über die erforderliche Bandbreite für Ihre VDI-Anforderungen verfügt? Für die Quantifizierung der VDI-Netzwerk-Performance gibt es eine Reihe von Möglichkeiten.

Performance von VDI-Anwendungen: Benchmarking der Nutzer-Erfahrung

Egal, welche statistischen Werte Ihre Benchmarking-Software liefert, der wichtigste Gradmesser für die Performance ist die Nutzer-Erfahrung. Denn den Anwendern ist es ganz egal, dass Sie ein cooles neues VDI-System implementiert haben: Sie erwarten ganz einfach eine ebenso gute oder sogar noch bessere Systemleistung als vorher.

Ist der Datenverkehr im Netzwerk zu umfangreich oder sind die VDI-Server im Backend überlastet, werden Ihre Anwendungen nur langsam reagieren und ihre Nutzer in den Wahnsinn treiben. In extremen Fällen kann ein Buchstabe oder eine Zahl am Bildschirm sogar erst ein oder zwei Sekunden nach dem Tastendruck erscheinen.

Eine der besten Möglichkeiten zur Messung der Nutzer_Erfahrung ist ein Vergleich der Ladezeiten in Ihrer VDI-Umgebung mit denen eines Standalone-PC. Sie können beispielsweise die Zeit stoppen, die für das Starten von Microsoft Word in beiden Umgebungen benötigt wird. Ein Unterschied von ein paar Sekunden fällt für den Anwender dabei nicht ins Gewicht. Bei mehr als fünf Sekunden sollten Sie allerdings Maßnahmen zur Verbesserung der Performance ergreifen.

Auch über rechenintensive Aufgaben können sie die Nutzer-Erfahrung testen. Falls zum Beispiel Ihre Finanzabteilung regelmäßig komplexe Berichte laufen lässt, können Sie die hierfür bei einem virtuellen PC erforderliche Zeit mit dem benötigten Zeitaufwand auf einem Standalone-PC vergleichen.

Unabhängig von der gewählten Methode sind auf jeden Fall die Auswirkungen von Netzwerk-Last und -Timing zu berücksichtigen. Ein Benchmark-Test um 9:00 Uhr morgens, wenn sich gerade alle Mitarbeiter an Netzwerk anmelden, liefert mit Sicherheit andere Ergebnisse als ein Test zur späten Stunde. Die genauesten Testergebnisse erhalten Sie natürlich bei Durchführung eines Benchmark-Tests während der höchsten Workloads im VDI-Netzwerk.

Eine weitere Möglichkeit zur Quantifizierung Ihrer VDI-Performance ist das kostenlose Tool „Login VSI“. Mit seiner Hilfe können Sie nicht nur Ihre aktuelle VDI-Implementierung testen, sondern auch die Auswirkungen von Änderungen vorab überprüfen.

VDI-Netzwerkprobleme: Suche nach Anzeichen von Überlastung

Das Volumen an Datenverkehr ist in VDI-Umgebungen höher als in anderen Umgebungen. Allerdings sind auch nicht alle für VDI verwendeten Protokolle gleich effektiv. Daher sollten Sie Ihr Netzwerk unbedingt auf erste Anzeichen einer Überlastung prüfen.

Hierfür kommen viele Verfahren in Frage. Die für Ihr Netzwerk am besten geeignete Methode richtet sich nach der Infrastruktur des Unternehmens. Ein relativ einfacher Test ist eine Ping-Abfrage der Netzwerk-Schnittstellen von VDI-Servern. Mit dieser Methode wurden früher Paketverluste ermittelt, sie eignet sich allerdings auch zum Testen von Antwortzeiten. Diese Information ist hilfreich für die Durchführung von Latenztests im Netzwerk. Das Programm Tracert kann auf ähnliche Weise verwendet werden.

Falls Ihre VDI-Server unter Windows laufen, können Sie mithilfe von Performance Monitor Daten über den an jeder einzelnen Netzwerk-Schnittstelle ein- und ausgehenden Datenverkehr erfassen. Bei diesem Verfahren sind allerdings zwei Punkte zu beachten: Erstens ist die Anzahl gesendeter Pakete ohne Bedeutung, weil die Paketgröße nicht immer gleich ist. Konzentrieren Sie sich stattdessen auf die Anzahl gesendeter und empfangener Bytes. Zweitens können zu häufige Messungen die Systemleistung beeinträchtigen.

Auch mit Hilfe von SNMP können Sie die Netzwerk-Auslastung überprüfen. Viele Netzwerk-Switches verfügen über eine integrierte SNMP-Überwachungsfunktion, die sich zur Kontrolle der Netzwerk-Performance eignet.

Unabhängig von der Methode müssen mehrere Netzwerk-Pfade analysiert werden. Dazu zählt der Pfad zwischen den VDI-Clients und den VDI-Frontend-Servern (die normalerweise für den Lastausgleich sorgen). Zusätzlich sollten Sie die Verbindungen zwischen dem VDI-Frontend und dem VDI-Backend überprüfen. Abhängig von der Konfiguration Ihrer VDI-Infrastruktur sind dafür eventuell mehrere Schritte erforderlich. Zum Schluss müssen Sie auch die Verbindungen zwischen Ihren Host-Servern und Ihrer Storage-Architektur prüfen.

Falls Sie hier auf ein Problem stoßen, können Sie versuchen, Prioritäten für den Datenverkehr im Netzwerk festzulegen oder den Lastausgleich dezentral zu skalieren. Abhilfe schaffen auch schnellere Netzwerk-Verbindungen zwischen den VDI-Servern und Ihrer Storage-Infrastruktur.

ÜBER DEN AUTOR:Brien M. Posey, MCSE, wurde für seine Arbeit mit Windows 2000 Server und IIS als Microsoft Most Valuable Professional ausgezeichnet. Posey war als CIO für einen US-weite Krankenhauskette tätig und in Fort Knox für die IT-Sicherheit verantwortlich. Als freischaffender technischer Autor hat er Beiträge für Microsoft, TechTarget, CNET, ZDNet, MSD2D, Relevant Technologies und andere Technologie-Unternehmen verfasst.

Artikel wurde zuletzt im Januar 2012 aktualisiert

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