Tipps und Tricks für das Netzwerk-Performance-Management im WAN

Konventionelle Festplatten und Latenz-Problemen können die Performance von Anwendungen beeinträchtigen. Unser Experte erläutert Lösungen für Admins.

Eine häufig genannte Beschwerde von Anwendern lautet: Die Anwendung ist nicht schnell genug. Diese Klage ist allerdings...

wenig hilfreich, da es aufwändig ist, ein Performance-Problem direkt erkennen und lösen zu können.

Um es zu lösen, müssen Sie zunächst die Ursache kennen. Erst dann lassen sich die Ressourcen entsprechend einsetzen. Dieser Schritt wird oft übersehen. Stattdessen versucht man sich in vagen Schätzungen und schmeißt Geld zum Fenster hinaus, ohne eine angemessene Analyse gemacht zu haben.

Compuware und Extrahop Networks bietet zum Beispiel Tools an, mit denen Sie tief in die Applikationsschichten schauen können und einen Performance-Überblick erhalten. Allerdings lassen sich ähnliche Daten über ein System oder eine Anwendung mit einem einfachen Wireshark Trace ebenfalls herausfiltern – getreu dem Motto „ein tcpdump lügt nie“.

Tatsächlich übersieht man häufig diese Tools, zu denen das in den meisten UNIX- und Linux-Systemen vorhandene tcpdump gehört. Der in Windows 7 integrierte Ressourcenmonitor (Abbildung 1) schlüsselt beispielsweise die Latenz der Anwendungen auf. Damit erhält man bereits Echtzeitdaten über Performance-Probleme. Bevor Sie viel Geld investieren, sollten Sie sich vorher mit diesen und ähnlichen Tools beschäftigen.

Abbildung 1: Latenz pro Anwendung im Ressourcenmonitor von Windows 7.

Es existieren diverse Faktoren, die die Performance einer Anwendung beeinflussen. Außerdem ist es nicht unwahrscheinlich, dass sich mehrere kleinere Probleme zu einem größeren entwickeln. In den nächsten Absätzen erläutere ich Schlüsselstellen für Performance-Probleme und stelle Optionen vor, mit denen Sie diese anpacken können.

Performance-Probleme mit dem Client

Der Client ist oftmals der Bereich, der sich am schwierigsten adressieren lässt. In einer Firmen-Umgebung haben die Clients feste Spezifikationen. Umgebungen mit mobilen oder Web-Anwendungen bieten noch weniger Kontrolle. Die Ein- und Ausgabe (I/O) der Festplatten ist häufig die einzige Methode, um die Performance der Desktop-Workstations zu verbessern. Die Zeit, die Applikationen (und damit Anwender) auf eine Antwort warten müssen, wird gerne übersehen.

In der Regel nimmt man an, dass die Anwendungs-Performance von der CPU-Geschwindigkeit abhängt. Treten weitere Performance-Schwierigkeiten auf, wird das Netzwerk verantwortlich gemacht. Der Austausch einer veralteten Festplatte mit 4200 U/min durch eine moderne SSD (Solid-State Drive), kann die Lebensdauer des Clients deutlich erhöhen. Der Preisunterschied zwischen magnetischen Festplatten und Flash-Geräten ist mittlerweile deutlich gesunken. Eine SSD rechnet sich daher auch wirtschaftlich.

Die Latenz verringern

Die Latenz - in Millisekunden (ms) bemessen – ist die Übertragungszeit eines Datenpakets zwischen lokalem Netzwerk und Zielort. Das kann ein Server im gleichen Gebäude oder am anderen Ende des Planeten sein.

Ein Datenstau oder eine Paketverkapselung können sich negativ auf die Latenz auswirken. Doch auch unter perfekten Bedingungen wird die Performance dadurch beeinflusst, wie lang ein (elektrisches oder optisches) Signal vom Client zum Server benötigt. Innerhalb von lokalen LAN-Netzwerken ist die Latenzzeit kaum messbar. Interkontinentale WAN-Verbindungen, die sich über mehrere Länder erstrecken, bündeln dagegen Latenzeffekte.

Die Kombination aus Datenverkehr sowie Distanz ist mit größerer Latenz verbunden. Nur wenige Tools können diese Umstand lindern. TCP-Anwendungen, wie zum Beispiel HTTP(s), Microsoft Exchange und RDP (Remote Desktop Protocol) sind aufgrund der permanenten Kommunikation von TCP besonders betroffen. Außerdem müssen Sie die Umlaufzeit (RTT – Round Trip Time) des Pakets beachten. Bei jeder Anfrage muss die Antwort den gleichen Weg zurücklegen.

Sind Clients durch ein Wide Area Network (WAN) getrennt, können Sie WAN-Optimierungs-Technologien, wie zum Beispiel von Riverbed Technology und Silver Peak Systems, einsetzen. Diese Plattformen agieren als transparente Proxies sowohl am Client- als auch am Server-Endpunkt. Dabei sind zwei Rollen dieser Technologie entscheidend: Einerseits wird Caching eingesetzt, um die Ladezeit im WAN zu vermindern. Andererseits versucht man durch Protokoll-Optimierung das „Ping-Pong“ in der Kommunikation von TCP-Anwendungen zu verringern. Dazu gehören etwa HTTP und Server Message Block (SMB). Kombiniert man diese Systeme, reduzieren sie die Latenz im WAN. Als Faustregel lässt sich festhalten, dass Unternehmen mit Latenzzeiten über 100 ms den größten Nutzen hieraus ziehen. Oder anders gesagt: Je höher die Latenz, desto rentabler ist die WAN-Optimierung.

Für mobile Anwender ist der Einsatz eines Clients am Endpunkt denkbar, der mithilfe einer Software WAN-Optimierungs-Funktionen bietet. Riverbed, Juniper Networks und andere Anbieter stellen entsprechende Lösungen zur Verfügung. Eine Java-, ActiveX- oder andere Plattform-abhängige App auf einem Endpunkt einzusetzen, ist dagegen für Standard-Web-Applikationen wenig praktikabel.

Artikel wurde zuletzt im Mai 2014 aktualisiert

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