Testen eines Application Delivery Controllers mit Performance-Benchmarks

Haben Sie sich auf einen bestimmten Application Delivery Controller festgelegt, sollten Sie vor dem Kauf unbedingt Performance-Benchmarks durchführen.

Anmerkung der Redaktion: Dies ist der letzte Teil in der Artikel-Reihe über den Kauf eines Application Delivery...

Controllers (ADC). Er dreht sich um das richtige Benchmarken. Sollten Sie die beiden ersten Artikel verpasst haben, können Sie im ersten Teil über ADC-Terminologie und Anwendungsfälle nachlesen und im zweiten Teil über ADC-Funktionen und -Plattformen.

Viele Anbieter von Application Delivery Controllern (ADC) helfen Ihnen bei der Bemessung Ihres ADCs, indem sie den Durchsatz der maximal möglichen Transaktionen pro Sekunde (TPS) angeben. Nun taucht aber die Frage auf, wie man bestimmt, was ein ADC in realen Produktivumgebungen leisten kann. Das finden Sie nur heraus, indem Sie Performance-Benchmarks durchführen.

Spezifikationen lassen sich einfach auf Papier schreiben. Was bedeuten sie aber?

Wenn Sie sich für ein bestimmtes Produkt entschieden haben, behalten Sie im Hinterkopf, dass sich Datenblätter recht einfach erstellen lassen. Die Behauptungen einiger Anbieter zur Kapazität sind manchmal nur in der Theorie erreichbar und werden in der Praxis eben oft nicht erreicht.

Diesen Hinweis finden Sie im Datenblatt allerdings nicht. Deswegen ist es vorteilhaft, wenn Sie vor einem Kauf eigene Benchmark-Tests durchführen. Sollte das nicht möglich sein, dann holen Sie sich vom Hersteller eine Garantie: Sollte die Performance des ADCs nicht wie angegeben sein, dann wollen Sie Ihr Geld zurück.

ADCs sind leistungsfähige, aber auch komplexe Systeme. Um diese in einer Testumgebung effizient benchmarken zu können, brauchen Sie ein kommerzielles Bechmark-Tool wie zum Beispiel von Ixia

Unsere neuesten Tests bei The Tolly Group wurden mit einem Paar an Ixia XT80-V2 Appliances durchgeführt. Damit haben wir Applikations-Traffic auf den ADCs simuliert, und zwar sowohl für die Client- als auch für die Server-Seite der Kommunikation.

Die Performance eines ADCs wird in erster Linie von zwei Faktoren bestimmt:

  • Der Komplexität der jeweiligen Workloads und
  • den Objektgrößen.

Bei ADCs misst man die Performance in der Regel in TPS.

Die Objekt-Größe ist für die Performance eines ADCs und den Durchsatz verantwortlich

Fangen wir mit TPS und im Speziellen den Objektgrößen an. Die Objektgröße repräsentiert die vom ADC verarbeiteten Applikationsdaten. Bei Switches und Routern bezeichnet man als ein „Objekt“ normalerweise einen Frame oder ein Paket. Die maximale Standardgröße beträgt hier 1.518 Byte. Applikations-Objekte sind hingegen nicht auf ein einzelnes Paket limitiert. Die typisch getesteten Größen liegen zwischen 128 Byte und 32 Kilobyte.

Die meisten von uns getesteten ADCs können mit den oben genannten Objektgrößen gut umgehen. Beachten Sie aber, dass größere Objekte auch weniger Transaktionen pro Sekunde bedeuten. Es dauert verglichen mit kleineren Objekten natürlich länger, größere Objekte durch das System zu schicken.

Letztendlich wird die Performance Ihres ADCs von der Komplexität der Verarbeitung bestimmt. Einfach gesagt wird ein ADC, der mit herkömmlichen Load-Balancing-Aufgaben beauftragt ist, höhere Transaktionsraten liefern als der gleiche ADC, der Header- und URL-Rewrites mit entsprechenden Web-Applikations-Funktionen durchführen muss. 

Ist ein ADC für kryptografische Aufgaben mit SSL (Secure Sockets Layer) zuständig, wird er die geringsten Durchsatzraten von allen Geräten liefern. Server-Offload-Funktionen benötigen ganz einfach enorme Rechenleistung.

Nicht alle ADCs sind gleich

Natürlich ist die Performance eines einzelnen Systems immer relativ. Unsere Tests im Laufe der Jahre haben gezeigt, dass nicht alle ADCs gleich sind. Selbst konkurrierende Systeme, die mit gleichem Transaktionsdurchsatz werben, liefern dieses Versprechen nicht immer.

 Tatsächlich haben unsere Tests in einigen Fällen gezeigt, dass vergleichbare Systeme von unterschiedlichen Anbietern Performance-Differenzen von ganzen 100 Prozent aufwiesen, wenn man den Durchsatz der Geräte betrachtet.

Behalten Sie im Hinterkopf: Um den besten ADC für Ihr Geld zu bekommen, sollten Sie natürlich Traffic simulieren, der Ihrer produktiven Umgebung am nächsten kommt.

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Artikel wurde zuletzt im Oktober 2014 aktualisiert

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