SDN: Software-defined Networking lohnt sich für kleine Firmen noch nicht

SDN steht hoch im Kurs. Unser Netzwerkexperte ist aber der Meinung, dass sich ein Einsatz für kleine und mittelständische Firmen noch nicht rechnet.

Software-defined Networking (SDN) steht derzeit hoch im Kurs. Die Technologie spielt eine wichtige Rolle in Netzwerken...

von Unternehmen, den über das Internet verbundene Data Centern und bei Service Providern. Der Markt für kleine und mittelständische Firmen bleibt derzeit außen vor. Dort befindet sich allerdings der Großteil der Netzwerke. Sie sind zu klein für den Betrieb eines sehr großen Data Centers, aber wiederum zu groß für eine wirtschaftliche Cloud-Lösung. Möglicherweise haben sie eine eigene kleine IT-Abteilung, die nur aus einer Person oder wenigen Spezialisten besteht. Oftmals handelt es sich um regionale Betriebe. Auf jeden Fall ist es unwahrscheinlich, dass sich darunter ein hochskalierter Cloud Provider befindet.

Eine große Anzahl solcher Firmen verfolgen wahrscheinlich momentan keine Pläne, die IT zu automatisieren oder Entwickler einzustellen. Wie viele Netzwerkgeräte, beispielsweise Switches, verwalten solche kleineren Unternehmen? Für die meisten gilt, dass es sich dabei um weniger als fünf handelt. Ist Automation in diesen Fällen also wichtig? Oder bereitet ein zusätzliches Gerät mehr Probleme als Vorteile? Wir sprechen hier zum Beispiel von einem Controller, den man ebenfalls warten muss. Das sind Patches einspielen, Benutzer verwalten und Montoring.

Wahrscheinlich überwiegen die Nachteile , mit ziemlicher Sicherheit ist das sogar so. SDN sieht auf den ersten Blick sehr toll aus. Je nachdem, mit wem Sie sprechen und an welchem Tag, ist es die Lösung für diverse Probleme.

Den Mehrwert eines Software-defined Networks sieht man auf den ersten Blick nicht. Erst wenn die Vorteile nach Studien, dem Finden von Anwendungsfällen, dem Ausrollen und dem Verwalten dieser neuen Netzwerkarchitektur die Betriebskosten und die Investition bei weitem übersteigen, dann wird das klar. Die Frage ist allerdings: Wann ist es soweit? Wie viele Geräte und hochqualifizierte Angestellte braucht man, um solch ein Unterfangen stemmen zu können? In der heutigen Zeit und mit der Reife der als SDN bezeichneten Technologie muss man auf dem Boden der Realität bleiben. Die Anzahl der Geräte ist ziemlich hoch und der notwendige Wissensstand ist sehr tief. SDN lässt sich nicht wirklich nach unten skalieren. Es hilft ein Blick in die Vergangenheit. Wie viele drahtlose Access Points waren notwendig, damit sich Controller-basierte Systeme wirtschaftlich rechneten? Am oberen Ende wird das Einstellen von Kanälen, Sendeleistung und anderer Variablen des Systems heikel, wenn man sechs oder sieben drahtlose Geräte administrieren muss – einige würden diese Zahl sogar auf drei bis fünf korrigieren.

SDN unterscheidet sich an dieser Stelle, da die Technologie wesentlich komplexer ist. In vielen Fällen sind auch neue oder proprietäre Protokolle und Technologien involviert, die sich nicht so leicht in diverse Umgebungen einbinden lassen. Ein noch wichtigerer Punkt ist, dass sich das Wissen für einen Betrieb von SDN von dem eines normalen Netzwerk-Administrators für kleine und mittelständische Firmen unterscheidet. Das gilt vor allen Dingen für OpenFlow. Deshalb ist ein Einsatz von SDN in einem kleineren Betrieb schwierig.

Die Kompetenz in Sachen Entwicklung sollte man beim Betrieb eines Software-defined Networks nicht unterschätzen. Wollen Sie ein SDN in einem kleinen Unternehmen ausrollen, benötigt der zuständige Administrator sehr tiefes Wissen über existierende SDN-Umgebungen. Dazu gehören Protokolle, Systeme, Architektur und Monitoring. Das ist aber noch nicht alles. Sie müssen auch den Code im Detail verstehen, der mit dem Netzwerk kommuniziert. SDN führt eine Abstraktionsschicht ein, die in herkömmlichen Netzwerken nicht existiert. Es findet eine Verlagerung der Kontrollschicht statt.

Die Kontrollschicht ist eine Komponente, die viele Administratoren momentan als gegeben erachten. Sie ist die Basis für die Ansicht, die Änderungen, die Verbindungen, die Netzwerke, die Geräte und einfach die komplette Umgebung. Diese Komponente ist nun eine ganz eigene Instanz, die als Software installiert wird. In vielen Fällen wurde sie von Drittanbietern geschrieben und wird von diesen unterstützt. Große Unternehmen haben möglicherweise die Ressourcen, diesen Paradigmenwechsel innerhalb der IT-Hierarchie abzufangen. Bei kleinen und mittelständischen Unternehmen ist das eher nicht der Fall. Viel wichtiger ist aber, dass sie derzeit keine Notwendigkeit dafür sehen. Im Laufe der Zeit wird die Technologie reifen und die Lücke beginnt sich dann langsam zu schließen. Außerdem werden sowohl die Betriebskosten als auch der Anschaffungspreis sinken. Genau wie bei den drahtlosen Netzwerken wird die Anzahl der Geräte sinken, mit denen man SDN rechtfertigen kann. Administratoren werden mehr Know-How besitzen, um Code beisteuern zu können oder die Produkte werden freundlicher für Nicht-Entwickler. Dieses Muster haben wir in der IT immer und immer wieder gesehen. Ob das passiert, ist nicht die Frage, sondern wann.

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Artikel wurde zuletzt im Februar 2016 aktualisiert

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