SDDC: Fünf Tipps zum Software-defined Data Center, die Sie vorher beachten sollten

Das Software-defined Data Center kombiniert programmierbare Netzwerke, Server und Storage. Beachten Sie diese Tipps zum SDDC vor Investitionen.

SDN (Software-defined Networking) ist zu einem Kernelement in der Vision des Software-defined Data Centers (SDDC)...

geworden. Letzteres besteht aus drei Hauptsäulen, programmierbare und Software-defined Server, Netzwerke und Storage.

Server-Virtualisierung hat dazu beigetragen, Software-definierte Umgebungen für virtuelle Maschinen (VM) zu erschaffen. Die Grenze oder der letzte Sprung des Netzwerks befindet sich nun innerhalb des Server-Stacks, der Verbindungen zwischen virtuellen Maschinen und außen stehenden Servern zur Verfügung stellt. Zwischenzeitlich lassen sich neue programmierbare Storage-Lösungen über konvergierte Data-Center-Netzwerke betreiben. Das setzt aber korrekte Konfiguration, Provisioning und Management voraus. Insgesamt ist die Netzwerk-Infrastruktur programmierbarer geworden und entwickelt sich schnell weiter.

Haben wir anfänglich über SDN gesprochen, bezogen wir uns dabei auf OpenFlow-fähige Switches. Durch den Einfluss der Server-Virtualisierung im Data Center sind virtuelle Netzwerke beliebter geworden. Neue virtuelle Netzwerk-Lösungen beinhalten die Verwendung von Software-OVNs (Overlay Networks), die auf Tunnel-Protokolle wie zum Beispiel VXLAN (Virtual Extensible LAN) und NVGRE (Network Virtualization via Generic Routing Exncapsulation) bauen.

Eine Reihe an Firmen haben Teams abgestellt, um Überlegungen zu SDDC und dessen Vorteilen anzustellen. Nachfolgend finden Sie fünf wichtige Aspekte für SDDC, die Sie vor einer Investition beachten sollten.

  1. Leistung ist alles: Die für den Erfolg von SDDC verwendeten Metriken sehen mittlerweile sehr wie die der Cloud-Provider aus, wo mehr Leistung auch mehr Euro bedeutet. Die Kostenersparnis wird die traditionellen Kriterien bei der Anbieterwahl übertrumpfen. Die Aussage eines Kunden von Emulex: „Die neue Metrik ist Performance/Kosten/Leistung.“. Das verändert natürlich, inwiefern IT-Abteilungen entsprechende Lösungen evaluieren. x86-Prozessoren werden immer energieeffizienter. Die Vorteile von Hardware-Auslagerung schlagen sich maßgeblich auf die Ersparnis bei Strom, Hitze und Kühlung nieder.
  2. Signifikante Reduzierung der Management-Komplexität: Ist SDN richtig implementiert, hilft das bei der Reduzierung der Management-Komplexität, die in der Regel mit einem herkömmlichen Data Center verbunden ist. Wird zum Beispiel eine neue virtuelle Maschine oder ein physischer Server installiert, müssen Sie alle dazugehörigen Netzwerkkomponenten um die neue Workload aktualisieren. Traditionell öffnet ein Administrator ein Support-Ticket und leitet damit ein Update der Netzwerk-Konfiguration für die Unterstützung der neuen Workload ein. Das ist natürlich mit Kosten verbunden. Möglicherweise muss man die Firewall manuell neu konfigurieren, Router und ACL im gesamten Netzwerk aktualisieren und so weiter. Server-basierte OVN-SDN-Lösungen wie VXLAN oder NVGRE stellen eine Methode zur Verfügung, das Netzwerk-Provisioning zu automatisieren. Wir sprechen hier unter anderem auch von Migrationen virtueller Maschinen und Workloads auf physischen Servern. Wie bereits angesprochen, reduziert OVN unter Umständen die Management-Kosten für das Netzwerk enorm.
  3. Stabilität der Software: Die Branche staunt darüber, wie die großen Web-Supermächte freie und Open-Source-Software einsetzen. Allerdings haben diese riesigen Firmen viele Entwickler in den eigenen Reihen, die Open-Source-Software unterstützen können. Das Open Compute Project ist eine Community, die Hardware-Spezifikationen zu Open Source ausgibt. Sie hat vor kurzer Zeit einen Fortschritt bei der Bemühung angekündigt, eine Open-Source-Switch-Lösung zur Verfügung zu stellen. Diese Lösungen funktionieren für die Web-Giganten natürlich gut, weil Sie die entsprechende Belegschaft für die Programmierung der Switches beschäftigen. Das gilt auch für das Erstellen der Steuerebenen und das Umschreiben von Software, um diese an die eigenen Bedürfnisse anzupassen. Möglicherweise hat ein Unternehmen diese Ressourcen oder ein großes Team an Software-Entwicklern nicht. In diesem Fall brauchen die Unternehmen Installationen von bewährten Anbietern mit entsprechendem Support. Man sollte aber die Open-Source-Lösungen immer im Auge behalten. Mit fortschreitender Reife ist da die eine oder andere Option gegeben.
  4. Können Sie es nicht bemessen, können Sie es auch nicht managen: CIOs sollten sich selbst drei entscheidende Fragen stellen: „Wie passt SDN in meine Infrastruktur?“, „Gibt es für mich Möglichkeiten zur Netzwerk-Diagnose?“ und „Wie überbrücke ich virtuelle und physische Netzwerke für die Diagnose?“. An dieser Stelle gibt es zwei Dinge zu beachten. Gehen Sie clever vor und fokussieren sich auch vermeintliche Problemzonen. Somit erhalten Sie tiefgreifende Diagnosedaten, die Sie für die Fehlersuche kritischer SDN- und Applikations-Probleme benötigen. Ein interessanter Anwendungsfall für physische Netzwerke und SDNs ist die Integration eines Monitoring-Netzwerks an den Schlüssel-Switches in der Infrastruktur. Man verwendet das SDN, um auf Knopfdruck den Datenfluss über die Capture-Geräte zu leiten. Das reduziert bei Netzwerk-Problemen die Zeit zur Problemlösung. Leichtgewichtige Diagnose-Programme können als „Anzeigelicht“ fungieren und Sie rechtzeitig warnen, sollte etwas im Busch sein. Ich kenne sogar eine Firma, die alle leichtgewichtigen Diagnosedaten an eine Big-Data-Lösung wie eine Hadoop-Datenbank senden und dort eine Analyse laufen lassen wollten.
  5. Integration des Managements zwischen OVNs und dem physischen Netzwerk: Wann immer Sie virtualisieren, ist das Auffinden der Ursache für ein Problem nicht einfach. Daraus resultierend gibt es möglicherweise Performance-Probleme und Sie können die Quelle einfach nicht ausmachen. Unter Umständen ist ein Link an einem physischen Switch überlastet. Die Anwender rufen Sie an und beschweren sich allerdings, dass die Performance ihrer virtuellen Maschine im Keller ist. Integrierte Netzwerk-Management-Tools sind deswegen essentiell, um der Wurzel des Übels auf die Schliche kommen zu können.

Laut einer Umfrage von GigaOM haben bereits 15 Prozent aller Organisationen SDN im Einsatz oder betreiben zumindest ein Pilot-Projekt. Einer Voraussage von IDC zufolge wird der SDN-Markt im Jahre 2016 eine Umsatzhöhe von 3,5 Milliarden US-Dollar erreichen. Ein Großteil dieses Wachstum rührt daher, weil SDN für die Data Center der Unternehmen essentiell wird. Gleichzeitig müssen CIOs überdenken, inwiefern diese Technologie Einfluss auf das Design eines Data Centers hat. Aus strategischer Sicht müssen sie die richtige Mischung für das Data Center finden. Dabei spielen Server, Storage und Netzwerke gleichermaßen eine Rolle.

Über den Autor: Brandon Hoff ist Geschäftsführer des Produkt-Managements bei Emulex. Er konzentriert sich auf Innovation und Cloud-Technologien, um maßgeschneiderte Lösungen für Cloud-Provider und innovative Lösungen für Enterprise-Anwender zu ermöglichen. Der Fokus in seiner Karriere liegt auf Design, Entwicklung und Veränderungen bei Technologie, um damit Kunden-Probleme zu lösen.

Artikel wurde zuletzt im Mai 2014 aktualisiert

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