Netzwerk-Optionen für Load Balancer und ADC: Was eignet sich am besten für Ihre Firma?

Wo das Unternehmen einen Netzwerk-Load-Balancer oder ADC (Application Delivery Controller) einsetzt, hängt vom Standort der jeweiligen Server ab.

Anmerkung der Redaktion: In diesem zweiten Teil unserer dreiteiligen Artikelreihe zum Thema „Wie kaufe ich den richtigen Application Delivery Controller“, helfen wir beim Verständnis der Funktionalitäten und der Plattformen. Dieser Artikel knüpft am Ende des ersten Teils „Tipps für den Kauf des optimalen Application Delivery Controllers“ an. Im dritten Teil können Sie über das Testen eines Application Delivery Controllers mit Performance-Benchmarks nachlesen.

Wenn Sie einen ADC (Applications Delivery Controller) kaufen, können Sie zwischen 2000 und 120.000 Euro ausgeben. Die Hauptunterschiede liegen dabei in den enthaltenen Funktionen und der Performance des Systems. Sehen wir uns deswegen einige Plattform-Optionen an und konzentrieren wir uns im Anschluss auf drei verschiedene Szenarien, die sich für einen Einsatz eines Netzwerk-Load-Balancers oder ADCs eignen. Jedes Fallbeispiel hat seine Daseinsberechtigung. Allerdings werden die Szenarien anspruchsvoller und benötigen dementsprechend mehr Rechenleistung. Finden Sie einfach heraus, was für Ihr Unternehmen am ehesten in Frage kommt. Verwenden Sie dieses Wissen, um beim Anbieter Ihrer Wahl eine entsprechende Lösung anzufordern.

Als in den 1990ern die ersten Layer-4-Switches auf den Markt kamen, waren sogar weniger intelligente Layer-2- und Layer-3-Router noch teuer. Um sowohl intelligente Funktionen als auch hohe Performance liefern zu können, haben Layer-4-Switch-Pioniere wie Alteon Network (erst an Nortel, dann an Radware verkauft) und Foundry Networks (nun Teil von Brocade) spezielle Hardware oder Chips entwickelt. Damit konnten Sie Layer-4-Funktionen adressieren.

Spezielle Hardware bedeutet höhere Preise

Maßgeschneiderte Hardware ist in der Regel immer teurer. Das hängt zunächst nicht von der Performance ab. Der Zeitaufwand für die Entwicklung fließt hier in die Kalkulation ein. Bei einer relativ kleinen Produktionsmenge eines Chips kann man nicht von den Vorteilen der Massenware profitieren.

Ist die Logik in die Chips „eingebrannt“, bedeuten große Änderungen in der Regel, dass der Anwender auf die nächste Generation der Hardware warten muss. Sie muss entwickelt und hergestellt werden, um den Funktionen Upgrades zu spendieren.

Einige Anbieter stellen immer noch Systeme basierend auf proprietärer, teurer Hardware her. Viele Anbieter von Layer-4- und ADC-Geräten haben sich aber die enormen Performance-Verbesserungen der marktführenden Intel-Prozessoren zu Nutze gemacht, die darüber hinaus noch vergleichsweise günstig sind. Zusammen mit Gbit-Ethernet-Schnittstellen lässt sich Massenproduktion zu günstigeren Preisen für die Hardware realisieren.

Nicht nur die Anbieter und somit auch die Käufer profitieren von der Massenproduktion der Intel-Prozessoren, sondern auch Systeme, die mit Standard-Hardware ausgestattet sind. Durch Software ist eine Implementierung zusätzlicher Funktionen möglich. Diese System-Upgrades lassen sich oftmals in existierender Hardware installieren. Es gibt somit schneller neue Funktionen und man muss die „Box“ nicht öffnen, um Hardware-Komponenten zu tauschen.

Eine Entscheidung zu treffen, die rein auf der Plattform basiert, ist unklug. Sie ist sicherlich ein wichtiger Faktor und kann sowohl die Kosten als auch die Komplexität bei künftigen Upgrades beeinflussen. Gibt es die gleichen Bedingungen, ist die offene Route wohl die beste Option.

Die drei Möglichkeiten, um einen ADC einzusetzen

Setzen Sie ADCs ein, haben Sie je nach Plattform mehrere Wahlmöglichkeiten. Diese hängen natürlich vom Anbieter ab. Die hauptsächlichen Optionen in Sachen ADC-Equipment sind: Proprietär oder Standard, physisch oder virtuell und am eigenen Standort (on premise) oder extern.

Verwendet Ihr Anbieter speziell gefertigte Chips, dann läuft das Ganze auf einer proprietären Plattform. Liefern die Anbieter alle Funktionalitäten als Software aus, die auf Standard-Intel-Prozessoren läuft, wirkt sich das mit Sicherheit positiv auf die Kosten für den Kauf der Plattform aus. Das ist unabhängig davon, ob das Konstrukt als integrierte Umgebung ausgeliefert wird oder als Software, die Sie auf einem Server installieren.

Kaufen Sie ADCs, die auf Standard-Hardware laufen, hat das noch einen Vorteil. In diesem Fall können Sie entscheiden, ob der ADC als eine weitere virtuelle Maschine (VM) auf einem VM-Host laufen soll. Natürlich müssen Sie der virtuellen Maschine ausreichend Ressourcen zuweisen, damit Sie an dieser Stelle keinen Flaschenhals erschaffen. Mit einem proprietären, Hardware-basierten Ansatz können Sie normale Virtualisierungs-Umgebungen wie zum Beispiel VMware nicht einsetzen, um den ADC zu virtualisieren.

Den richtigen Standort für den ADC finden

Möglicherweise haben Sie die Wahl, an welcher Stelle der ADC eingesetzt werden soll. Ein ADC funktioniert am besten, wenn er für die Server lokal erreichbar ist. Somit hängt der Standort auch von dem der Server ab. Befinden sich die Server auf dem eigenen Firmengelände, sollten Sie den ADC dort platzieren. Betreiben Sie Server in der Cloud, erkundigen Sie sich am besten beim Cloud-Anbieter, ob dieser einen ADC-Service zur Verfügung stellt. Somit wäre der ADC ebenfalls wieder nahe an den entsprechenden Servern.

ADCs sind geschaffen, um den Traffic zu kontrollieren. Wollen Sie Skalierbarkeit, sehen Sie sich die GbE- (Gbit Ethernet) oder 10-GbE-Schnittstellen der Geräte an. The Tolly Group hat kürzlich Tests durchgeführt. Dabei waren bei jedem ADC mindestens zwei verbundene (bonded) 10-GbE-Schnittstellen im Einsatz. Vier 10-GbE-Netzwerkkarten wurden eingesetzt, wenn man größere Data Center oder den Einsatz bei Service Providern simulieren wollte.

Im Teil 3 unsere Artikelreihe zum Kauf des richtigen ADCs zeigen wir, wie Sie einen Application Delivery Controller benchmarken, um die optimale Performance zu garantieren.

Artikel wurde zuletzt im Oktober 2014 aktualisiert

Pro+

Premium-Inhalte

Weitere Pro+ Premium-Inhalte und andere Mitglieder-Angebote, finden Sie hier.

Erfahren Sie mehr über Anwendungsbeschleunigung und Server-Lastverteilung

Diskussion starten

Schicken Sie mir eine Nachricht bei Kommentaren anderer Mitglieder.

Mit dem Absenden dieser Daten erklären Sie sich bereit, E-Mails von TechTarget und seinen Partnern zu erhalten. Wenn Ihr Wohnsitz außerhalb der Vereinigten Staaten ist, geben Sie uns hiermit Ihre Erlaubnis, Ihre persönlichen Daten zu übertragen und in den Vereinigten Staaten zu verarbeiten. Datenschutz

Bitte erstellen Sie einen Usernamen, um einen Kommentar abzugeben.

- GOOGLE-ANZEIGEN

SearchSecurity.de

SearchStorage.de

SearchDataCenter.de

SearchEnterpriseSoftware.de

Close