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Erweiterungen für virtuelle Switches in Hyper-V erhöhen Switch-Funktionalität

Virtuelle Switch-Erweiterungen finden sich schon länger in Hyper-V, werden aber kaum genutzt. Dabei bieten sie für Unternehmen handfeste Vorteile.

Hyper-V verfügt bereits seit einiger Zeit über die Möglichkeit, Erweiterungen für virtuelle Switches zu nutzen, doch dieses Merkmal wird oft übersehen. Trotzdem haben virtuelle Switch-Erweiterungen ihre Berechtigung. Dieser Artikel erläutert, was Erweiterungen für virtuelle Switches in Hyper-V sind und wie sie sich einsetzen lassen.

Bevor ich zu den Einsatzmöglichkeiten für virtuelle Switch-Erweiterungen komme, möchte ich Ihnen kurz zeigen, wie Sie über das Betriebssystem darauf zugreifen können. Windows Server 2012 R2 enthält drei integrierte Erweiterungen für virtuelle Switches, von denen zwei standardmäßig aktiviert sind.

Sie können die virtuellen Switch-Erweiterungen erreichen, indem Sie den Hyper-V-Manager öffnen, mit der rechten Maustaste auf einen Hyper-V-Server klicken und aus dem Kontextmenü den Befehl Manager für virtuelle Switches auswählen.

Wenn der Manager für virtuelle Switches angezeigt wird, erweitern Sie das aufklappbare Icon, das Ihren virtuellen Switch repräsentiert, und klicken dann auf das untere Symbol Erweiterungen. Anschließend sehen Sie die verfügbaren Erweiterungen für den ausgewählten virtuellen Switch, wie in Abbildung 1 dargestellt.

Wie Sie in Abbildung 1 erkennen können, lässt sich der Manager für virtuelle Switches nutzen, um virtuelle Switch-Erweiterungen pro Host und pro virtuellem Switch zu aktivieren oder zu deaktivieren. Vielleicht fällt Ihnen in der Abbildung auch auf, dass es keine Option gibt, um weitere virtuelle Switch-Erweiterungen hinzuzufügen. Um zu verstehen, warum das so ist, müssen Sie etwas darüber wissen, was Erweiterungen für virtuelle Switches bewirken.

Wie Sie höchstwahrscheinlich bereits geahnt haben, ermöglichen es virtuelle Switch-Erweiterungen, die Leistungsfähigkeit eines virtuellen Switches zu verbessern, indem sie Module – Erweiterungen – hinzufügen, die dem virtuellen Switch zu einer zusätzlichen Funktionalität verhelfen. Das ist wohl kaum etwas, das Sie selbst durchführen würden, aber es gibt viele Softwareanbieter, die virtuelle Switch-Erweiterungen dazu nutzen, eine bestimmte Funktionalität in ihren Produkten zu ermöglichen.

Abbildung 1: Im Manager für virtuelle Switches lassen sich virtuelle Switch-Erweiterungen aktivieren oder deaktivieren.

Gründe für die Erweiterung von virtuellen Switches

Warum also sollte man einen virtuellen Switch erweitern? Warum nicht einfach den virtuellen Standard-Switch durch einen virtuellen Switch vom Anbieter ersetzen? Es gibt mindestens drei gute Gründe, warum es besser ist, virtuelle Switch-Erweiterungen zu verwenden, als auf anbieterspezifische virtuelle Switches zu setzen.

Der erste Grund hat mit der allgemeinen Unterstützungsbereitschaft zu tun. Stellen Sie sich für einen Moment vor, dass es zu einem Problem mit Ihrem Hyper-V-Server kommt. Sie rufen also Microsoft an und bitten um technische Unterstützung. Falls auf dem Server das Produkt eines Drittanbieters läuft, das den virtuellen Switch von Hyper-V durch einen anbieterspezifischen virtuellen Switch ersetzt, ist es nachvollziehbar, dass Microsoft das Problem auf den virtuellen Switch schieben kann, ohne eine echte Lösung für die Angelegenheit zu liefern. Schließlich befindet sich der Server, aus Microsofts Perspektive betrachtet, in einem nicht unterstützten Status, weil der virtuelle Switch von Hyper-V durch einen virtuellen Switch eines Drittanbieters ausgetauscht wurde. Selbst wenn nie irgendwelche Probleme auftreten, sollten Sie in keinem Fall einen Produktions-Hypervisor in einem nicht unterstützten Status betreiben.

Der wichtigste Grund, warum Sie besser auf virtuelle Switch-Erweiterungen als auf virtuelle Switches von Drittanbietern setzen sollten, besteht darin, dass Sie vielleicht mehrere Produkte von Fremdanbietern verwenden müssen. Und jedes davon hat eigene Anforderungen an virtuelle Switches.

Jetzt stellen Sie sich einmal ein etwas abgewandeltes Szenario vor: Sie haben Probleme mit einem Hyper-V-Server, der eine virtuelle Switch-Erweiterung eines Drittanbieters enthält. Da die Erweiterung auf Ihrem Server installiert ist, läuft – wie beim Austausch des virtuellen Switches durch einen virtuellen Switch eines Drittanbieters – auf Ihrem Hypervisor fremder Code. Für das Troubleshooting ergibt sich aber ein Vorteil, wenn Sie keine virtuellen Switches von Fremdanbietern nutzen, sondern Erweiterungen für virtuelle Switches: Letztere lassen sich bei Bedarf aktivieren oder deaktivieren. Die Problemsuche und -behebung sollten dadurch einfacher möglich sein.

Ein anderer Grund, warum es sich empfiehlt, Erweiterungen für virtuelle Switches anstatt virtuelle Switches von Drittanbietern zu nutzen, liegt darin, dass die virtuellen Switches von Fremdanbietern zu Komplikationen mit geclusterten Hyper-V-Bereitstellungen führen können. Damit Hyper-V-Server in einem Cluster funktionieren, muss jeder Host-Server einen identischen virtuellen Switch enthalten. Ob das Produkt eines Drittanbieters sich für den Einsatz in einem Cluster eignet oder nicht, hängt davon ab, wie es einen spezifischen virtuellen Switch implementiert. Im Gegensatz dazu nutzen Host-Server, die virtuelle Switch-Erweiterungen verwenden, weiterhin den nativen virtuellen Switch von Hyper-V, der mit der Windows-Funktion für das Failover Clustering garantiert kompatibel ist.

Der dritte – und wichtigste – Grund, warum Sie besser auf virtuelle Switch-Erweiterungen als auf virtuelle Switches von Drittanbietern setzen sollten, besteht darin, dass Sie vielleicht mehrere Produkte von Fremdanbietern verwenden müssen. Und jedes davon hat eigene Anforderungen an virtuelle Switches. Da jede virtuelle Netzwerkverbindung nur einen einzigen virtuellen Switch nutzen kann, existiert keine einfache Möglichkeit, virtuelle Switches von mehreren Anbietern auf einem einzelnen Host zu verwenden. Erweiterungen für virtuelle Switches lösen dieses Problem auf elegante Weise. Wie Sie in Abbildung 1 gesehen haben, lassen sich mehrere Erweiterungen einem einzigen virtuellen Switch zuordnen.

Virtuelle Switch-Erweiterungen machen es Anbietern einfach, die Funktionalität eines virtuellen Switches zu erweitern. Das vielleicht Beste an Erweiterungen für virtuelle Switches ist, dass Organisationen damit virtuelle Switch-Intelligenz ergänzen können, ohne wesentliche architektonische Änderungen an der vorhandenen virtuellen Switch-Topologie vornehmen zu müssen.

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Artikel wurde zuletzt im Juli 2016 aktualisiert

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