Die benötigte VoIP-Bandbreite für SIP-Trunk-Services beachten

Um SIP Trunking Services optimal nutzen können, müssen Sie vorher die notwendige VoIP-Bandbreite ermitteln. Vermeiden Sie außerdem zu hohe Latenz.

Anmerkung der Redaktion: Der dritte Teil in der Artikelreihe über die Grundlagen zu SIP Trunking beschäftigt sich...

mit dem Thema, wie viel VoIP-Bandbreite Sie benötigen, um qualitativ hochwertige SIP-Trunking-Services erwarten zu können. Dabei ist es unabhängig davon, ob Sie sich mit einem SIP-Trunking-Provider via Internet oder über eine dedizierte Leitung verbinden. In den bisher erschienen Artikeln der Reihe finden Sie essenzielle Informationen über SIP im Vergleich mit PRI und wie Sie einen geeigneten SIP-Trunking-Provider finden und alte Hardware weiterverwenden.

Ist SIP Trunking über eine dedizierte Leitung zum SIP-Trunking-Provider realisiert, dann berechnet dieser die notwendige Bandbreite. Das hängt von der Anzahl der simultanen Datenströme (Anrufe) ab und welche VoIP-Qualität (Voice over IP) jeder Datenstrom erfordert.

Wenn wir von der Qualität eines VoIP-Anrufs sprechen, dann denken Sie an den Begriff Codec. Das steht für Coder-Decoder. Folgend eine grundlegende Erklärung, wie VoIP funktioniert: ein Codec konvertiert ein Audiosignal (Sprache) in eine digitale, komprimierte Form, die übertragen wird. Auf der anderen Seite wird dies in ein nicht komprimiertes Audio-Signal zurück konvertiert und abgespielt.

Die populärsten und am häufigsten unterstützten Codecs sind:

  • G.711: Dieser Standard digitalisiert analoge Sprachsignale und benötigt 64 Kbps an Bandbreite.
  • G.729: Dieser Standard digitalisiert ebenfalls analoge Audiosignale und verwendet einen Algorithmus, der 8:1 komprimiert. Er benötigt acht Kbps.
  • G.722: Dieser Standard liefert höhere Klangtreue und konsumiert zwischen 48 und 64 Kbps.
  • G.726: Dieser Standard erfordert zwischen 16 und 40 Kbps an Bandbreite. Man verwendet ihn in erster Linie bei internationalen Trunks in einem Telefonnetzwerk.

Die meisten Service-Provider arbeiten mit G.711. Damit garantieren sie gute Sprachqualität, wenn der SIP Trunk über eine dedizierte Leitung operiert. Beachten Sie bitte, dass die oben genannten Anforderungen an die Bandbreite den IP Overhead nicht enthalten. Das sind zusätzliche 23 Kbps. Somit braucht der Codec G.711 insgesamt 87 Kbps Bandbreite pro Anruf. G.711 liefert die gleiche Qualität wie ein Anruf über eine Festnetzverbindung. G.729 mit einer 8:1-Kompression lässt sich mit der Qualität eines Mobilfunkanrufs vergleichen.

Verbindet sich der SIP Trunk via Internet zum Provider, dann kann die Qualität eines Anrufs signifikant leiden, wenn es hohen Traffic gibt. Die VoIP-Pakete verzögern sich ganz einfach während eines Anrufs, werden verworfen oder gehen verloren. In so einem Fall rate ich zu einer dedizierten Internetverbindung, damit VoIP-Anrufe mit minimaler Verzögerung geroutet werden können.

Latenz ist einer der größten Feinde von VoIP. Man misst Latenz in Millisekunden (ms) und errechnet sie basierend auf der Verzögerung einer Rundreise (Round-Trip) von der Quelle zum Ziel und wieder zurück. Anrufer bemerken eine Sprachverzögerung, wenn die Rundreise bei 250 bis 300 Millisekunden oder größer liegt. Aus diesem Grund sollte die Latenz unter 150 Millisekunden in eine Richtung (Quelle zum Ziel) bleiben. Je weiter der SIP Provider entfernt ist, desto größer ist die Latenz.

Die Reise eines IP-Pakets von Europa in die USA und zurück dauert in der Regel zwischen 120 und 150 Millisekunden. Ist ein Paket nur innerhalb Europas unterwegs, ist die Latenz in der Regel niedriger, weil die Distanz geringer ist.

Die Latenz des SIP- Providers zu testen, ist nie verkehrt. Dazu pingen Sie am besten einfach den Endpunkt des SIP Trunks an. Das ist ein sehr simpler Test, der allerdings sehr aussagekräftig ist. Somit haben Sie einen Indikator, ob Latenz mit diesem Provider ein Problem werden könnte.

Einige Unternehmen lassen SIP Trunks in ihre Außenstellen legen. Anstatt eine kostspielige PRI-Leitung (Primary Rate Interface) zu mieten, schicken diese Firmen die SIP Trunks durch die WAN-Infrastruktur (Wide Area Network). Sie verwenden also das vorhandene Netzwerk und vermeiden zusätzliche Kosten für Telekommunikation. Auch hier ist es wieder wichtig, dass die Rundreise eines Pakets unter 150 Millisekunden bleibt.

Im vierten Teil unsere Artikelreihe zu den Grundlagen über SIP Trunking zeigen wir Ihnen, warum SIP Trunks die bevorzugte Methode für VoIP-Kommunikation in Unternehmen wird.

Über den Autor:
Chris Partsenidis ist Gründer und leitender Redakteur von www.firewall.cx. Das ist eine der wenigen Websites, die Cisco Systems in seinem ausgezeichneten Cisco-Academy-Programm empfiehlt. Firewall.cx ist der einzig offizielle Cisco-Press-Rezensent.

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Artikel wurde zuletzt im Februar 2016 aktualisiert

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