06.05.2008 | Autor / Redakteur: Brent Kelly* / Ulrike Ostler
Womit punkten oder verärgern die Konkurrenzprodukte „Lotus Sametime 8.0“ von IBM und „Office Communication Server 2007“ (OCS) von Microsoft? Beide bieten eine einheitliche Kommunikationsplattform für Unified Communications und Collaboration (UCC). Außerdem kann jede Suite eine intuitiv zu bedienende Oberfläche aufweisen. Ein direkter Vergleich der beiden Produkte, zeigt jeweils, wo die Vorteile sind und sich die Nachteile verbergen.
IBM Lotus Sametime und Microsoft Office Communications Server 2007 sind die zwei am weitesten verbreiteten Kommunikations-Lösungen für Unternehmen. (Für diesen Artikel sollen - der Einfachheit halber - die Microsoft-Produkte Office Live Communications Server (LCS) und Office Communications Server 2007 zusammen als Office Communications Server oder kurz OCS bezeichnet werden). Der Zweck dieser Produkt-Sets ist klar: Sie bieten eine Software-Benutzeroberfläche, die schriftliche Echtzeit-Kommunikation, Audio- und/oder Videokonferenzen, das Ganze auch für unterwegs und weltweit über das Internet, auf einer einheitlichen Ebene zur Verfügung stellt.
Das Marktforschungsinstitut Wainhouse Research schätzt, dass – nach Angaben von IBM Lotus – ungefähr 20 Millionen gekaufte Lotus Sametime Lizenzen im Einsatz sind; Microsoft hingegen hat zwischen 10 und 20 Millionen Lizenzen ausgegeben, wobei es keine gesicherten Aussagen von Microsoft dazu gibt, wie viele davon tatsächlich eingesetzt werden und wie viele wirklich gekauft wurden.
Um diese Zahlen beurteilen zu können, muss man sehen, dass die 30 bis 40 Millionen installierten Lizenzen von Kommunikations-Clients weniger als fünf Prozent der möglichen Gesamtzahl ausmachen. Bei so vielen Schreibtisch-PCs, Notebooks und tragbaren Kleincomputern, die alle noch zu universellen Kommunikationsgeräten gemacht werden können, sind die Einsätze hoch, und beide, Microsoft und IBM Lotus wollen natürlich eine beherrschende Position in diesem Wachstumsmarkt einnehmen.
Beide Firmen gelten als entschlossene Wettkämpfer, egal in welchem Bereich sie antreten. Beide sind mit ausreichend Investitionskapital ausgestattet und werden ihre Entwicklungs- und Marketingabteilungen gezielt darauf ansetzen, um hohe Erträge in diesem Sektor zu erzielen.
Nach der Installation zeigen sich etliche Unterschiede zwischen OCS und Sametime; wenn auch das eine Produkt Lösungen für Partnerfirmen beinhaltet, ist das nur eine von mehreren Kleinigkeiten, die OCS kann und Sametime nicht, oder auch umgekehrt. Dennoch gibt es einige bemerkenswerte Ausnahmen.
Der Hauptunterschied ist, dass Sametime auf vielen Betriebssystemen einschließlich Windows läuft, wohingegen OCS nur in einer Windows-Server-Umgebung funktioniert. Weiterhin verträgt sich Sametime mit Outlook und anderen Office-Anwendungen von Microsoft, OCS aber kann nicht in Lotus Notes integriert werden.
Auf der anderen Seite erlaubt OCS den TCP/IP-Daten in Form von Audio-und Videostreams des Office Communicator 2007, sowohl firmeneigene Firewalls als auch NAT-Geräte (NAT = Network Address Translation) zu passieren und ermöglicht so entfernten Benutzern, sich über das Internet zu verbinden. Sametimes IP-Struktur für Sprach- und Bilddaten hingegen ist so ausgelegt, dass sie nur im firmeneigenen LAN/WAN funktioniert.
Microsoft hat Software-basierende Rufweiterleitungs- und Vermittlungsfunktionen innerhalb von OCS 2007 entwickelt mit dem Ziel, die Möglichkeiten, die von den meisten Herstellern von TK-Anlagen angeboten werden, weit zu übertreffen oder zumindest gleichwertig zu erfüllen.
Obwohl IBM Lotus offiziell erklärt hat, dass Dritthersteller von TK-Anlagen unterstützt werden sollen, um Sametime mit Telefonfunktionen auszustatten, hat IBM bisher keine Details zu Schnittstellen und Aufbau öffentlich zugänglich gemacht.
Es gibt noch viele andere, kleine und große Unterschiede; die größten Unterschiede sind allerdings die Strategien, mit denen diese zwei Giganten auf den Unified Communications-Markt drängen.
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