Unified Communications (UC) soll mit flexiblen Applikationen flügge werden, Teil 1

Das mobile Büro: Viele oder zu viele Stellschrauben für Spezialisten?

23.10.2008 | Autor / Redakteur: Lothar Lochmaier / Andreas Donner

Weiterentwicklung ist nötig

Philipp Bohn, Analyst bei Berlecon Research
Philipp Bohn, Analyst bei Berlecon Research

Mobile UC-Lösungen seien jedoch noch nicht sehr lange auf dem Markt und müssten daher von den Herstellern noch weiterentwickelt werden, relativiert Marktanalyst Philipp Bohn. Beispielsweise gebe es bei einigen Anbietern nach wie vor Probleme mit dem Aspekt „Mobile Handover“, also der Übergabe eines Telefonats beispielsweise vom öffentlichen Mobilfunknetz ins WLAN auf dem Firmengelände.

Ohnehin sind isolierte Ad-hoc-Lösungen kaum gefragt. Die Unterschiede in der Integration und der Kosten-Nutzung-Betrachtung sind so vielfältig und unterschiedlich wie die Unternehmen selbst, die UC-Lösungen einsetzen. UC ist somit keine fest definierte Unternehmensanwendung, sondern eine Technologie, die unterschiedlichste Einzelanwendungen auf einer einheitlichen Oberfläche zusammenführt und Medienbrüche aufheben soll.

Ausschlagend ist daher, welche Puzzleteile der Kunde konkret benötigt. Und dazu gilt es zunächst einmal, die richtigen Fragen zu stellen. Geht es nur um die Anbindung von mobilen Mitarbeitern, oder hat der Kunde sehr unterschiedliche Arbeitsplatzprofile? Wird nur die direkte Kommunikation von Mitarbeitern berücksichtigt oder sollen Prozesse – etwa direkt im Call Center – integriert werden? Welche Kommunikationskanäle werden benötigt?

Daher kann die Kosten-Nutzen-Betrachtung von Unternehmen zu Unternehmen sehr stark variieren. „Vor allem, da auch sehr viele schwer quantifizierbare Faktoren bei UC hineinspielen, wie zum Beispiel höhere Kundenzufriedenheit, die sich nicht zwangsläufig in barer Münze zeigt“, verdeutlicht Jürgen Jobst von Avaya.

One Size fits all?

Bei UC gilt also nach wie vor das klassische Prinzip – „One Size doesn’t fit all“. Daher kommt kein Unternehmen um die Gratwanderung herum, selbst die passende Lösung zu ermitteln. Statt sich mit einem allzu gewagten Migrationspfad gänzlich zu verspekulieren, lassen sich nach Auffassung von Avaya jedoch zahlreiche Komponenten nach und nach einführen und integrieren. „So können sich Mitarbeiter auch nach und nach an die Neuerungen gewöhnen und mit Ihnen vertraut machen“, erklärt Jobst.

Etwas weiter aus der Deckung wagt sich Lösungsspezialist Swyx. Die Experten plädieren dafür, nicht an einem veralteten Kommunikationssystem festzuhalten und mühselig erst nach und nach entsprechende Unified-Communications-Komponenten mit teuren, eigens angepassten Zusatzapplikationen zu integrieren.

Michael Thomson, Director Product Marketing, Swyx
Michael Thomson, Director Product Marketing, Swyx

„Dabei werden Medienbrüche manifestiert und der Wartungs- und Administrationsaufwand nimmt in der Regel weiter zu“, begründet Michael Thomson, Director Product Marketing bei Swyx. Der Experte plädiert deshalb für ein Gesamtkonzept, das als Framework sowohl die Funktionalität als auch den Betrieb in puncto Skalierbarkeit, Wartbarkeit, Administration und Kosten betrachte.

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