26.10.2007 | Redakteur: Ulrike Ostler
Für viele Aussteller ist die Systems eine, wenngleich erfolgreiche, Lokalmesse für den Mittelstand im süddeutschen Raum. So nehmen nur wenige sie zum Anlass, neue Produkte vorzustellen. Siemens Enterprise Communications jedoch hatte gleich zwei „Hipath“-Neuheiten in petto: „Open Office ME“ ist eine Unified-Communications-Komplettlösung für kleine und mittelgroße Firmen und „Wireless C20“ ein Controller für Fixed Mobile Convergence.
Anderes als das Flaggschiff „Highpath 8000“, das als reiner Softswitch daherkommt, handelt es sich bei dem Produkt „Hipath Open Office Medium Edition“ (ME), das für 20 bis 150 Mitarbeiter taugt, um eine Appliance. In der Hardware stecken Linux-Betriebssystem und eine AMD-CPU.
Die Software bietet neben reiner Telefonie auch Unified-Communications-Anwendungen: Voice over IP (VoIP), Messaging, Telefonkonferenzen für bis zu acht Teilnehmer, Voicemail, Mobility und Präsenzanzeige.
Das klingt alles abstrakt und kompliziert, soll den Mitarbeitern aber Zeit und Frust ersparen, den Unternehmen Mitarbeiterproduktivität und Kostenersparnis bringen, zum Beispiel wenn statt Mobilfunk LAN, WAN und eigene Funknetze genutzt werden können. Da alle Funktionen vorkonfiguriert und in ein einziges Gerät gepackt sind, ließen sich die Funktionen schnell und einfach nutzen, preist der Hersteller.
Für eine Appliance muss ein Unternehmen rund 200 Euro pro Arbeitsplatz investieren. Siemens rechnet, um auf diese Summe zu kommen, mit 50 Teilnehmern, einem Grundpaket aus 20 Lizenzen (15 Comfort und 5 Comfort Plus), einem analogen Gateway-Modul und 30 Zusatzlizenzen, summa summarum 10.000 Euro.
Nach Angaben des Herstellers können die niedrigen Einstiegskosten und die Einsparungen bei den Betriebskosten zu einer schnellen Amortisierung beitragen. Die Appliance lasse sich in nur wenigen Stunden installieren, ohne dass weitere Server, Anwendungen oder Zusatzgeräte nötig wären.
Zu den Features zählt die Präsenzanzeige, die übersichtlich die Erreichbarkeitsstati aller Teilnehmer enthält. Die Mitarbeiter sehen über die personifizierte „Myportal“ auf einen Blick, ob die Kollegen erreichbar sind und für ein Telefongespräch oder eine spontane Telefonkonferenz zur Verfügung stehen können.
Kann ein Anruf nicht persönlich entgegen genommen werden, steht neben einem Anrufjournal eine Auto-Attendant-Funktion zur Begrüßung und Weiterleitung von Anrufern zur Verfügung. Das System verwendet je nach Situation Voicemail-Ansagen und steuert, wohin Anrufe weitergeleitet werden.
Dank der Integration in Microsoft Outlook lassen sich die Anwesenheitsinformationen vom Kalender eines Nutzers übernehmen.
Außerdem verfügt das Produkt über Mobilitäts-Funktionen sowie Message-Boxen für Sprach- und Fax-Nachrichten. Zu weiteren Funktionen zählen der einfache Aufbau von Telefonkonferenzen per Drag and Drop, die Aufzeichnung von Anrufen sowie das Wählen eines Telefonkontakts aus jeglicher Anwendung heraus.
Damit die Unternehmen Telefonie- und Datenanwendungen über das firmeneigene drahtlose Netz übertragen können, unterstützt das System auch „Hipath Wireless Access Points“. Dabei ist auch ein Roaming möglich. Mobile Clients sind laut Siemens in Arbeit, Versionen für Symbian- und Blackberry-Geräte wird es jedoch vor Mitte des kommenden Jahres geben. Noch später sollen auch Windows-Mobile-Devices unterstützt werden.
Bei größeren Installationen kann der neue Hipath Wireless C20 Controller genutzt werden, der ebenfalls auf der Messe vorgestellt wurde. Auch hier seinen Design, Preis und Dimensionierung auf den KMU-Markt abgestimmt, teilt Siemens mit.
Der Controller ist ab sofort verfügbar und soll besonders benutzerfreundlich sein, was die Zusammenführung von Festnetz und drahtlosen Netzen, Fixed Mobile Convergence (FMC) komfortabel möglich werden lassen.
Zu den Features des Controller zählen branchenführende End-to-End-QoS (Quality of Service), VLAN- und VNS-Funktionalität (Virtual LAN/Virtual Network Segmentation) sowie verbesserte Skalierbarkeit und ein hoher Durchsatz. Eine durchgängige, priorisierte Steuerung des Verkehrs vom Access Point (AP) bis hin zum Endgerät sorgt für weniger Verzögerungen und Jitter-Effekte und damit für eine insgesamt verbesserte Sprachqualität beim Telefonieren über WLAN.
In Kombination mit „HiPath-MobileConnect“-Lösung von Siemens könnten die FMC-Funktionen auch Mitarbeitern zur Verfügung stehen, die unterwegs sind, selbst wenn diese öffentliche Mobilfunknetze benutzten, so Siemens. Damit erlaube der Controller Funktionen, die zuvor nur mit dem Gerät „Hipath Wireless C2400 Controller“ , einer Appliance für Großunternehmen mit großem Datendurchsatz, verfügbar waren.
Darüber hinaus können Administratoren ihr Netzwerk durch Einbindung weiterer Controller ausbauen. Jeder Controller unterstützt bis zu 32 APs und 512 Nutzer. Somit sei es unnötig, jedes Mal einen Controller mit größerer Kapazität und höheren Kosten zu kaufen, wenn ein Wachstumsschub kommt, oder eine zusätzliche Anwendung installieren.
Das Gerät besitzt zwei Gigabit Ethernet Ports lund liefert somit genügend Durchsatz und Geschwindigkeit, die für den Betrieb mehrerer Anwendungen innerhalb ein und derselben Infrastruktur notwendig ist. Zudem unterstützt der Controller VLANs sowie die VNS-Funktionalität von Siemens.
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