28.08.2009 | Redakteur: Ulrike Ostler

Der Markt für Audio-, Video- und Web-Conferencing-Dienste ist in Europa gekennzeichnet durch große regionale Unterschiede. Insgesamt jedoch stehen die Zeichen auf Wachstum. Eine Studie der Unternehmensberatung Frost & Sullivan prognostiziert eine Steigerung des Umsatzes von 0,9 Milliarden Euro im Jahr 2008 auf 1,74 Milliarden Euro im Jahr 2014.
Die Globalsierung ist laut Frost & Sullivan ungebremst und treibt somit die Marktentwicklung voran. Iwona Petruczynik, Research Analyst bei dem Consulting-haus führt aus: „Mittlerweile sind Mitarbeiter in vielen Unternehmen nicht nur über das ganze Land, sondern oft in der ganzen Welt verteilt. Folglich sucht man nach kostengünstigen Möglichkeiten, die einzelnen Beteiligten bei Bedarf schnell und effizient zu vernetzen, ohne dass jedes Mal teure Geschäftsreisen fällig werden.“
Gerade die Notwendigkeit zum Kostensparen habe sich mit der globalen Wirtschaftskrise nochmals erheblich verschärft. Davon könnten die Anbieter von Conferencing-Diensten profitieren.
Andererseits sind der Branche durch die Rezession auch einige Hürden erwachsen. So ist laut Frost & Sullivan die Investitionsbereitschaft der Kunden gesunken, und der Trend zum Outsourcing von Conferencing-Service-Leistungen entwickelt sich rückläufig.
Petruczynik dazu: „Die Firmen geben auch deshalb weniger Geld für Conferencing-Dienste aus, weil sie die langfristigen Instandhaltungskosten für die einmal installierten Systeme fürchten.“ Sparen wollten die Kunden außerdem noch auf einem anderen Weg: Statt mehrere unterschiedliche Standorte zu vernetzen, richteten sie lieber Knotenpunkte ein, an denen sich mehrere Leute in einem Raum versammeln können, um gemeinsam an der Konferenz teilzunehmen. Dafür sei dann nur eine einzige Leitung nötig.
Parallel dazu verschärft sich der Wettbewerb zusehends. Wie die Analystin ausführt lieferten sich die Telekommunikationsunternehmen, unabhängige Provider, regionale Conferencing-Anbieter und große Software-Unternehmen in Europa einen erbitterten Konkurrenzkampf. Die wichtigsten Wettbewerbsfaktoren seien das Service-Spektrum, der Preis, die Qualität und das Überangebot.
Auf lange Sicht jedoch dürften dezentrale Unified-Communications-Anwendungen, Cloud-basierte Collaboration-Dienste und Endpoint-Anwendungen wie SIP-unterstütztes Voice Conferencing einen starken Einfluss auf die Marktentwicklung nehmen. Dieser Trend werde jedoch momentan durch den globalen Abschwung und die erstaunlich zögerliche Akzeptanz von Unified-Communications-Produkten und -Dienstleistungen gebremst.
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