06.06.2007 | Redakteur: Martin Hensel
Siemens Corporate Technology ist es gelungen, über optische Polymerfaserkabel ein Gigabit pro Sekunde an Daten zu übertragen. Dieser Wert liegt etwa zehnmal über den Transferraten aktueller Produkte. Die Entwicklung könnte vor allem für Anwendungen im Bereich der Industrieautomation und für Heimnetzwerke interessant sein.
In einem Laborversuch ist es Forschern von Siemens Corporate Technology gelungen, über eine Strecke von 100 Metern Daten mit einem GBit pro Sekunde zu übertragen. Dabei kamen ein optisches Polymerfaserkabel und ein neues Datenübertragungsverfahren zum Einsatz. Wandlerboxen übersetzen das elektrische Signal der Kupferleitung in einen optischen Datenstrom. Die Geschwindigkeitsgrenze für dieses Verfahren lag bisher bei rund 100 MBit pro Sekunde.
Um ein Gigabit pro Sekunde zu erreichen, setzten die Forscher einen speziellen Algorithmus ein, der die Lichtsignale so verändert, dass mehr Informationen in die Bandbreite der Polymerfasern passen. Als Grundlage diente die Mehrträgermodulation, die auch bei DSL-Leitungen zum Einsatz kommt.
Laut Siemens ist die Technik vor allem für Anwendungen in der Industrieautomation und in Heimnetzwerken geeignet. Die dünnen Polymerfaserkabel lassen sich problemlos und platzsparend verlegen. Zudem ist die Datenübertragung im Gegensatz zu Kupfer-Netzwerken unempfindlich gegen magnetische Störeinflüsse. Auch die Kosten für derartige Kabel halten sich in Grenzen.
Weitere Einsatzmöglichkeiten sieht Siemens in allen Bereichen, die mit rasend wachsenden Datenmengen zu kämpfen haben. Dazu zählen beispielsweise Automobilindustrie oder Medizintechnik. Im Heimnetz könnten durch die hohe Datenübertragungsrate etwa HDTV-Streams problemlos verteilt werden. Wann die Technik marktreif ist, konnte Siemens allerdings noch nicht einschätzen.
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