17.01.2007 | Autor / Redakteur: Detlef Borchers / Peter Schmitz
Das Sicherheitstool „Hide Files and Folders“ für Windows soll Daten in Umgebungen schützen, in denen verschlüsseln nicht erlaubt ist, aber der Schutz ist nur oberflächlich.
Seit dem 6. Januar bietet die kanadische Firma PC Mesh für 40 US-Dollar ihr Hilfsprogramm „Hide File and Folders“ an. Das Verstecken von Dateien und Ordnern oder von Unterverzeichnissen soll nach den Vorstellungen der Firma in Schulen, Universitäten und Firmen Verbreitung finden, die den Einsatz von Verschlüsselungsprogrammen für private Dateien verboten haben. Außerdem sollen versteckte Dateistrukturen sicherer vor Virenbefall sein.
Hide File and Folders versteckt allerdings nur die Benennungen der Dateien und Ordner, der Dateimanager von Windows zeigt weiterhin korrekt die Zahl der Dateien und Verzeichnisse an, die versteckt sind. Ein gewiefter Forensiker dürfte bei einer solchermaßen behandelten Festplatte seinen Disk Editor starten und die Dateien problemlos finden. Wer seine Daten nun wirklich sicher speichern will, kommt um eine „richtige“ Verschlüsselung mit mehr als 128 Bit Schlüssellänge ohnehin nicht herum.
Ob das einfache Verstecken schon gegen Angriffe von Trojanern und anderer Schadware hilft, hängt davon ab, wie gut die Attacke programmiert ist. Auf der Ebene des Betriebssystems läuft eine Attacke ins Leere, weil das System und damit auch der Schädling die Daten nicht „sieht“. Eine direkte Attacke auf das Unterverzeichnis, in dem die Registry gespeichert ist, dürfte in den meisten Fällen erfolgreich sein, da das Betriebssystem schlicht umgangen wird.
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