Gefährliche Netze der Cyberkriminellen

Bots planen die Invasion

20.10.2006 | Autor / Redakteur: Tony Bradley / Ulrike Ostler

Unterwandert

Hunderttausende, möglicherweise Millionen Computer sind vom Bot bereits infiziert. Diese Computer werden als „Zombies“ bezeichnet, da sie mit dem Virus befallen sind und nur darauf warten, in Aktion zu treten.

Botnets, eine Kollektion von Bot-infizierten Systemen, werden vom Untergrund in Listen gepflegt und werden von Hackern gehandelt, verkauft und gekauft. Durch die Aktivierung der Zombies und die Übergabe von Befehlen kann eine Armee von tausenden von Rechner eingesetzt werden, um DDoS-Attacken gegen eine bestimmte Website zu starten, um einen neuen Wurm oder Virus im Umlauf zu bringen oder um Millionen von Spam-Mails zu versenden, ohne einen spezifischen Absender zu hinterlassen.

Bisher Weise haben Bots primär Home-Computer angegriffen. In jüngerer Zeit sind aber auch immer mehr Unternehmensnetzwerke Ziel von Bots und Botnets. Über das gesamte Internet haben sich laut Anti-Viren-Hersteller McAfee die Angriffe bis zum Ende Juni dieses Jahres im Vergleich zum vorangegangenen Quartal vervierfacht.

Gegenmaßnahmen

Bot-Netze sind schwer zu bekämpfen, da jeder Rechner für sich und mehr oder minder unbemerkt Verbindungen zu anderen herstellt. Ließen sich die Verbindungen mit Ziel und Herkunft sammeln, ließen sich die verborgenen Strukturen unter Umständen aufdecken. Service-Provider könnten so vorgehen, wäre es erlaubt und gewünscht.

Doch zunächst kann ein Schutz nur über den eigenen Computer und im eigenen Netz erfolgen:

  • Ungebetener Eingangs-Verkehr ist an der Gateway-Firewall zu blockieren: Selbst wenn Computer-Systeme innerhalb des Netzes verseucht sein sollten, könnten sie mit dieser Maßnahme nicht aktiviert werden, da das gerät für den Angreifer nicht erreichbar wäre.
  • Eine aktuelle Anti-Viren-Software ist unabdingbar: Bekannte und entdeckte Bots erkennt und entfernt die Software etwa mit Hilfe periodische Scans.
  • Damit das effektiv ist, muss die Security-Software aktuell sein. Patches dürfen nicht verschimmeln.
  • Software für Intrusion Detection und Intrusion Prevention, die das Netz schützen sind durchaus in der Lage, auffällige Aktivitäten zu erkennen, Alarm auszulösen oder Aktionen zum Schutz zu aktivieren.
  • Über Port 25 sollte unkontrolliert keinen Verkehr nach draußen geben können.

Nur bekannte E-Mail-Server sollten SMTP-E-Mail-Verkehr (SMTP = Simple Mail Transfer Protocol) über das Netz verteilen dürfen. Denn die Blockade des ausgehenden SMTP-Verkehrs von unbekannten Rechnern kann die Verbreitung von Malware verhindern, dass der Computer für den Spam-Versand missbraucht wird.

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