03.12.2009 | Autor / Redakteur: Beth Pariseau / Rainer Graefen

In vielen amerikanischen Großunternehmen macht inzwischen das Backup-Fenster schlapp. Dort reagieren die Speicherverantwortlichen auf die „Datenexplosion“ langsam mit dem geballten strategischen Arsenal. Daten zu segmentieren, zu archivieren, zu deduplizieren, auszulagern und manchmal auch zu löschen, steht auf der täglichen Agenda. Ein Konzept ist leider nicht erkennbar.
Laut Robert Stevenson, Leitender Director Storage beim Marktanalysten TheInfoPro, hat die in diesem Herbst erstellte „Wave 13 Storage“-Studie eine „dramatische“ Veränderung in der Art zutage gefördert, wie Unternehmen mit der Archivierung von Anwendungen und E-Mails umgehen.
„Noch vor einem Jahr haben 60 Prozent der Befragten angegeben, dass die Speicher-Teams sich um Archivierungsrichtlinien kümmern. Dieses Jahr haben das nur noch 20 Prozent angegeben. Anwendungs- und Server-Teams sowie Geschäftsbereiche übernehmen immer mehr diese Prozesse.
Stevenson zufolge soll anhand der Antworten von bislang 144 Studienteilnehmern zu erkennen sein, dass das Datenwachstum auf Archivebene gegen Jahresende das von Tier 1 und 2 übersteigen wird.
Die Befragten gehen davon aus, dass die Daten in den Archiven um 38 Prozent zulegen werden im Vergleich zu 31 Prozent auf Tier 2 und 26 Prozent auf der ersten Speicherebene. Das liegt daran, dass immer mehr Anwneder offensiv Tiered-Storage-Strategien umsetzen, um die Datenflut in den Griff zu bekommen.
Zwar erfordert Archivierung ein aktives Management sowohl von den Datenurhebern als auch von den Compliance-Beauftragten in einem Unternehmen voraus, jedoch profitieren gerade Speicherverantwortliche von einer Datenarchivierung beim Backup – einem weiteren Bereich, in dem dieses Jahr das Datenwachstum eine Herausforderung sowohl für die Budgets als auch für die IT-Infrastrukturen wurde.
„Lieber archiviere ich, als dass ich dedupliziere“, erklärt Derek Kruger, zuständig für die städtische IT in Safford, Arizona. Kruger setzt derzeit die Software Gridbank von Tarmin Technologies ein. Daten speichert Safford auf iSCSI-Arrays des Typs PS5500E mit ungefähr zehn Terabyte Kapazität von Dell Equallogic.
Kruger hat zudem den Business Continuity Server von Asempra (nun Bakbone) im Arsenal. Etwa vier Terabyte sind auf den städtischen Arrays gespeichert, aber nur ein Terabyte wird aktiv genutzt. Daher zieht es Kruger vor, seine Daten zu archivieren.
Da die Stadt eine kontinuierliche Datensicherung einsetzt, um schnell sogenannte Operational Restores ausführen zu können, seien mehrere Kopien von inaktiven Daten nicht sonderlich nachhaltig, so Kruger.
Zudem sei es viel günstiger, inaktive Daten aus dem Backup zu nehmen, als eine spezielle Dedup-Appliance oder –Software zu erwerben. „Ich bekomme eine Zwei-Terabyte-Disk für 180 Dollar und füge sie einfach meinem CDP- oder Archivserver zu“, sagt Kruger. „Dedup-Software ist großartig, aber teuer.“
weiter mit: Manche Anwender bevorzugen Archivierung anstelle von Deduplizierung
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