Das Apple-Betriebssystem – Sicherheitsanspruch und Realität

Hacking- und Malware-Attacken auf Mac OS X und Windows-Betriebssysteme

25.09.2009 | Autor / Redakteur: Susanne Collins / Stephan Augsten

Ist das Mac OS X tatsächlich sicher oder steckt im Apple-Betriebssystem vielleicht doch der Wurm drin?

Hartnäckig hält sich das Gerücht, der Mac und sein Betriebssystem OS X sei bei der Sicherheit unschlagbar. Durch neue Technologien wie Web 2.0 haben Hacking- und Malware-Gefahren jedoch deutlich zugenommen. Dieser Beitrag beschäftigt sich mit der Frage, ob Mac-User sich im Internet-Zeitalter tatsächlich sicherer fühlen können als Windows-Nutzer.

Mac oder PC – in diesem Wettstreit haben Apple-Entwicklungen vielerorts die Nase vorn, da sie als sicherer gelten. Dieser gute Ruf gründet vor allem auf dem Mac-Betriebssystem OS X. Doch ist dieses Urteil eigentlich berechtigt? Ist der Mac wirklich so unangreifbar gegenüber Schädlingen, Hackern und Co?

In jedem Fall ist Apples Betriebssystem nicht so sicher, wie es mancher Mac-User gerne hätte. Der Hacking-Spezialist Dai Zovi hat das Mac OS X mit einem gerademal 12 Byte großen Code geknackt (SearchSecurity.de berichtete). Und er legt auch noch den Finger in die offene Wunde: „Exploits für [Windows] Vista zu entwickeln ist harte Arbeit“, behauptet der Sicherheitsexperte, „das Schreiben von Exploits für Mac macht hingegen sehr viel Spaß.“

Fest steht – und das gilt für alle Betriebssysteme: Es gibt immer mehr Bedrohungen, nicht zuletzt durch neue Web 2.0-Technologien. Der Sicherheitsexperte Symantec hat in seinem aktuellen Internet Security Threat Report 2008 beispielsweise 5.491 Sicherheitslücken dokumentiert. Im Jahr 2007 waren es nur 4.625 Schwachstellen.

Von allen von Symantec analysierten Browsern hatte Apple Safari dabei mit einer Durchschnittsdauer von neun Tagen das größte Window of Exposure. So bezeichnet man die Zeit zwischen dem Auftauchen des Schadcodes und der Veröffentlichung eines Sicherheitspatches durch den Anbieter. Der Mozilla Browser hatte mit durchschnittlich weniger als einem Tag das kleinste „Window of Exposure“.

Im Umkehrschluss bedeutet das aber nicht, dass Safari der unsicherste Browser ist – sondern nur, dass es bei Apple länger dauert, bis gepatcht wird. Da das Apple-Betriebssystem Mac OS X auf Unix basiert, ist es schon mit Werkseinstellungen sehr sicher. Trotzdem gibt es vermehrt Schadsoftware auch für den Mac, weil er immer beliebter und daher weiter verbreitet ist.

Ein weiteres Phänomen in diesem Zusammenhang: Da der Mac angeblich so viel resistenter als ein Windows-Rechner ist, denken einige Anwender: „Mir kann ja nichts passieren.“ – und handeln leichtsinniger. Wird ihr Computer dann trotzdem lahm gelegt, fällt die Überraschung umso böser aus.

Mac-Vorteil: Nur Großangriffe rentieren sich

Wer Schadsoftware verbreitet, will möglichst viele Opfer treffen. Hier ist die Chance trotz Apple-Hype bei Windows-Rechnern immer noch größer. Wer also auf vertrauliche Daten wie Kreditkartendaten aus ist, der möchte so viele Rechner wie möglich erreichen. Am besten funktioniert das online im Web, beispielsweise über Phishingseiten. Das Betriebssystem spielt dabei keine Rolle mehr.

Candid Wüest, Senior Software Engineer bei Symantec, kommentiert: „Wer einmal die Preisentwicklung beobachtet, der sieht, dass Kreditkartendaten vor einigen Jahren noch zwei, drei Dollar kosteten. Heute ist eine solche Information in den einschlägigen Kreisen nur noch ein paar Cent wert.“

Hier herrschen reale Marktbedingungen: Da immer mehr Daten im Umlauf sind, sinken auch deren Preise. „Hacker, Schadsoftware-Entwickler und andere Datendiebe müssen versuchen, eine möglichst große Ernte einzufahren“, erläutert Wüest. Deshalb gebe es auch immer mehr Angriffe auf Datenbanken.

Seite 2: Der Unsicherheitsfaktor Mensch entscheidet

Symantec-Sicherheitslösungen für Mac und PC

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