21.04.2010 | Autor / Redakteur: Rochus Rademacher / Ulrike Ostler
Offenbar steht er mit dieser Ansicht nicht allein da. Das Institute of Electrical and Electronics Engineers (IEEE) wird noch in diesem Jahr im Projekt IEEE P802.1 Qbg Edge Virtual Bridging der Grundstein für diese Vorgehensweise legen. Die entsprechenden Standards, mit denen die Kommunikation der VMs in einem Server den Kriterien Sicherheit und Servicequalität gerecht werden, sind in der Entwicklung schon fortgeschritten.
Drei IEEE-Standards verbannen laut Hoscheid künftig die Komplexität der Virtual-Switching-Technologie wieder ins Netzwerk:
Das beseitige viele Netzwerk- und Virtual-Switching-Komponenten im Rechenzentrum und erleichtere so die Verwaltung. Bis Jahresende dürfte die Industrie mit Produkten aufwarten, etwa bei der Power-Server-Plattform von IBM. Dort steuert und verwaltet die Hardware-Netzwerk-Karte das Management des virtuellen Ethernet Bridging.
HP und IBM unterstützen bereits den Vorläuferstandard vNIC Virtual Fabric.
Nicht zu unterschätzen ist der Aufwand, die traditionelle Drei- oder Vier-Schichten-Netzwerktopologie in ein flaches Layer-2-Netzwerk zu überführen. „Belohnt wird diese Migration neben der einfachen VM-Verschiebung auch durch höhere Übertragungsgeschwindigkeiten und erleichterte Administration“, argumentiert Hoscheid.
„Außerdem zahlen sich die sehr hohen Portdichten der Non-Blocking-Geräte bei der Server-Konsolidierung und in der Energiebilanz aus.“ IBMs Ethernet-Switch Model J48E besitzt beispielsweise 48 Ein-Gigabyte-Ports.
Wächst der Bedarf, so passen durch die Virtual-Chassis-Technologie bis zu zehn Switchs in ein Rack. Über eine Entfernung von bis zu 70 Kilometer können also 480 Server an Ein-Gigaybyte-Ports angeschlossen und VMs beliebig durch die Gegend geschoben werden.
Durch die Netzwerkanpassung wird für Gartner-Analyst McDonald Virtualisierung „zu einem Schlüssel, der die Komplexität dämpft und Beweglichkeit beim Ressourcenbedarfs erzeugt“. Letzteres steuert eine Management-Suite durch Automatismen.
Die funktioniert selbstredend nicht komplett automatisch „Vielmehr trifft der IT-Verantwortliche zunächst Grundsatzentscheidungen“, stellt Hoscheid klar. „Damit seine VMs ihre Anwendungen abarbeiten können, legt er beispielsweise fest, bei welcher CPU-Auslastung zusätzliche physikalische Ressourcen notwendig werden – oder er schaltet einen separaten Prozess auf einer anderen Maschine.“
Das Management-System selbst integriert allerdings Hypervisor- und Plattform-Management, um die virtuelle Instanz samt Netzwerk und den Konfigurationsanforderungen der Anwendung von einem Server auf den anderen zu verschieben.
Rochus Rademacher ist freier Journalist in Tübingen.
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