26.09.2007 | Autor / Redakteur: Dirk Srocke / Ulrich Roderer
Virtualisierte Infrastrukturen werden in den nächsten zwei bis drei Jahren zur beherrschenden Technologie in Rechenzentren, prognostizieren Analysten der Butler Group in ihrem Report „Infrastructure Virtualisation“. Neben Kostenersparnissen biete der IT-Ansatz mehr Agilität sowie Flexibiltät und unterstützt die Abbildung von Unternehmensprozessen.
Als technischer Unterbau unterstützt die Virtualisierung den betriebswirtschaftlichen Trend weg von isolierten Abteilungen und hin zu prozessorientierten Modellen. Die Möglichkeiten der Virtualisierung sind strategisch relevant und gehen über die momentan betriebene Server-Konsolidierung hinaus. Mit virtualisierten Umgebungen lassen sich die starren Grenzen zwischen Anwendungen, physisch vorhandener Hardware, Plattformen und Middleware sowie Endnutzer freier gestalten.
Administratoren können ihre Ressourcen mit virtualisierten IT-Infrastrukturen flexibler verwalten, heben die Butler-Experten hervor. Damit reagieren Unternehme nicht nur agiler auf veränderte Anforderungen des Marktes. Hoch priorisierte Aufgaben können zudem sicher bearbeitet und Service Level Agreements (SLA) eingehalten werden.
Virtualisierung gilt als wesentlicher Baustein auf dem Weg zu einem anpassungsfähigen IT-Infrastruktur-Paradigma. Ein solches lässt sich durch zusätzliche externe Ressourcen aufstocken. Damit bleibt das „adaptive“ System auch in Stoßzeiten weiter arbeitsfähig.
Für den Einsatz für Virtualisierung sprechen zudem mögliche Energieeinsparungen. Neben einem reduzierten Ausstoß von Kohlendioxid, profitieren Datacenter-Betreiber damit auch von gesunkenen Kosten für Strom und Kühlung.
Durch Virtualisierung könnte ein Unternehmen mit 250 Dual Core Servern in drei Jahren 2,86 Millionen Euro sparen, schätzt die Butler Group. Als weiteres Beispiel nennen die Analysten eine Firma mit 1.000 Desktop-PCs. Auf Servern virtualisiert, können diese die jährliche Stromrechnung um über 110.000 Euro reduzieren. Auch virtualisierte Anwendungen können Kosten drücken, meinen die Experten.
Trotz aller Vorteile berichtet die Butler Group in ihrem Report auch von Schwierigkeiten. So hat die IT-Welt derzeit noch Probleme mit der raschen Entwicklung mitzuhalten. Nachholbedarf gibt es etwa bei der Verwaltung zwischen physischer und virtueller Welt. Lizenz- und Supportmodelle müssen sich noch auf die Anforderungen einer virtualisierten IT einstellen. Die Experten sind jedoch zuversichtlich, dass sich die Situation mit der weiteren Verbreitung von Virtualisierungstechniken verbessert.
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