FSC trimmt Mittelstands-IT auf Hochverfügbarkeit

N-zu-1-Beziehungskiste

01.03.2007 | Redakteur: Ulrike Ostler

Mehrere Produktive Server teilen sich ein Ersatzsystem. Grafik Siemens

Hochverfügbarkeit ist für viele Mittelständler kein Thema. Redundanz, Betriebssystemlizenzen und die Manpower für den Betrieb kommen zu teuer, die Cluster-Technik ist zu komplex. Fujitsu Siemens Computers (FSC) adressiert mit seiner N-zu-1-Software „x10sure“ diese Probleme.

Die „vogelwilde“ Idee zu der Software sei FSC und seinen Partnern zur CeBIT im vergangenen Jahr gekommen, erläutert Frank Reichart, Senior Director Product Marketing bei FSC. Jetzt kann sich der erste Anwender, der Deutsche Alpenverein (DAV), bereits lobend über das Produkt äußern. „Das ist genau das, was wir brauchen“, so Klaus Vogler, IT-Manager des DAV. „Jede andere Lösung, wie Clustering oder virtuelle Maschinen, wäre entweder zu teuer oder zu komplex gewesen.“ Gegen eine Outsourcing-Lösung sprachen verbandsinterne Vorbehalte.

Das Produkt x10sure, gesprochen: ix-tenschure, erlaubt, dass sich mehrere Produktiv-Server ein Ersatzsystem teilen. Per Echo, beziehungsweise Ping, wird überwacht, ob die angeschlossenen Rechner arbeiten. Fällt einer aus, sorgt die Software für das Abschalten des defekten Systems, die Logical Unit Number (LUN) wird dem Ersatzsystem zugeordnet, das Ersatzsystem bootet mit Hilfe zentral abgelegter Images, die Anwendung ist wieder verfügbar.

Das Konzept kann weder fehlertolerante Lösungen noch etwa Microsoft-Cluster ersetzen, die eine Verfügbarkeit von 99,99 Prozent und eine Fehlerbehebung im Sekundenbereich garantieren. Doch ermöglicht sie nach Reicharts Aussagen ein Weiterarbeiten in wenigen Minuten. Zudem sei sie viel preiswerter. Zum Beispiel erübrigt sich im Vergleich zum Clustering eine höherpreisige Windows-Lizenzen.

Eignung

Generell eignet sich das Produkt für fünf bis 50 Windows-basierte Server. Der Einstiegspreis für fünf überwachte Server inklusive zwölf Monate Wartung beträgt 9.250 Euro. Das 10er-Pack kostet 14.300 Euro und das 20er Paket etwa 19.000 Euro. FSC zeigt das Produkt auf der CeBIT in Halle 1, Stand G51.

Vermarktet wird das System ausschließlich über zertifizierte Vertriebspartner. Bisher besitzen vier diese Qualifikation. Laut Reichart werden es allerdings schon bald mehr sein; denn die Software entpuppe sich schon jetzt als gefragt. Normalerweise habe man etwa zwei Projekte in der Pipeline, jetzt seien es 25.

Eingeschworenen FSC-Kunden kommt die Produktbasis vermutlich bekannt vor. „Die Keimzelle war die Cluster-Technik „Prime-Cluster“, erläutert Reichart, „beziehungsweise ASCC, das typischerweise in den Rechenzentren bei Großkunden eingesetzt wird. Das „Adaptive Services Control Center“ überwacht dort Server und kontrolliert deren Verfügbarkeit und Auslastung. Im Bedarfsfall startet es automatisch und prioritätengesteuert erforderliche Aktionen und kann damit auch als Basis für selbstheilende und selbstverwaltende Systeme dienen.

Systemvoraussetzung

X10sure läuft laut Reichart eigentlich auf allen x86-Servern. Doch die aktuelle Version 1.2 sieht als Control Node hauseigene Produkte vor: „BX620 S2“ oder „BX630“ (Blade). Darauf muss entweder „Suse SLES 9 SP3“ oder „Windows 2000-“ bzw „Windows 2003-Server“ installiert sein.

Für die Computing Nodes kommen derzeit bis zu 20 „Primenergy BX620-S2/S3“, „BX630“ inklusive FC-HBA in Frage. Alle Computer, 19 Anwendungs- und ein Ersatz-Server, benötigen identische Hardware-Revisionslevel und -konfigurationen.

Als Storage-Subsysteme sind derzeit Fibre CAT SX80 mit bis zu 56 Platten und 28 Terabyte mit redundant ausgelegten Datenzugriffspfaden vorgesehen. Zu den Software-Voraussetzungen zählen die Management Software für „Fibre CAT SX80“ und „Navisphere Management Suite V 6.22 Fibre CAT CX 300“.

In Bälde

Während eine typische Installation heute ein Storage Area Network (SAN) einschließt, könnten künftige Implementierungen auch TCP/IP beziehungsweise iSCSI unterstützen. Die zwei neuen AMD-basierten Server, die FSC zur CeBIT vorstellen wird und für die x10sure ebenfalls taugt, werden über iSCSI-Unterstützung verfügen.

Zukunftsmusik ist auch die Unterstützung von Rechnern, die mit Hilfe von VM Ware virtualisiert sind. Jedenfalls gibt es erste Szenarien, die FSC im Labor erstellt hat. Doch Frank Hohnke, Mitglied der Geschäftsleitung des Krefelder Vertriebspartners GOB Software und Systeme, schwärmt schon einmal von dieser Option: „Virtualisierung und Clustering waren für die Kunden bisher konkurrierende Prinzipien. Die FSC-Software ändert das vollkommen.“

Die Kunden wird es umso mehr freuen, dass FSC-Manager Reichart sich bereits um den Preis für virtuelle Ressourcen Gedanken gemacht hat: „Wir rechnen nur Metall.“

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