29.10.2009 | Autor / Redakteur: Jürgen Haßlauer / Andreas Donner
Ende dieses Jahres kommt die neue Version der Messaging-Plattform Exchange 2010 von Microsoft auf den Markt. Mehr als zehn Millionen Menschen haben die Software vorab in dem umfangreichsten Beta-Programm in der Geschichte des Unternehmens getestet. Entsprechend positiv fällt heute das Urteil zu den Neuerungen und Verbesserungen im Produkt aus.
In der Vergangenheit zögerten viele Unternehmen den Umstieg auf ein neues Software-Release solange wie möglich hinaus oder warteten oft das erste Service Pack ab, bevor sie sich für den produktiven Einsatz entschieden. Im Fall der neuen Messaging-Plattform von Microsoft wird dies nicht der Fall sein. Die Gründe: Mehr als zehn Millionen Menschen haben die Software im Beta-Test unter die Lupe genommen, entsprechend viele Verbesserungsvorschläge konnten in die Software einfließen.
Gleichzeitig ist das Interesse der Anwender sehr groß – seien es Firmen, die Exchange Server 2003/2007 einsetzen oder „Wechselwillige“, die bisher Lotus Notes nutzen. Microsoft zählte im vergangenen Fiskaljahr immerhin 4,7 Millionen Anwender, die umgestiegen sind oder gerade im Begriff sind, auf Exchange zu migrieren. Laut einer Untersuchung von Ferris Research hat Microsoft Exchange heute ein Marktanteil von 65 Prozent. Das neue Release wird weitere Interessenten überzeugen.
Besonders begeistert zeigten sich die Beta-Tester von den geringen Storage-Anforderungen. Die 32-Bit-Applikation Exchange Server 2003 ist bekannt für ihren hohen Speicher- und Leistungsbedarf. In vielen Unternehmen kommen deshalb Storage Area Networks (SANs) zum Einsatz, um diesen Bedarf abdecken zu können. Die Anschaffungskosten für eine SAN-Umgebung – und hier vor allem für die Hardware – sich jedoch erheblich.
Das Folgeprodukt Exchange Server 2007 war die erste 64-Bit-Version. Sie ermöglichte es, ein höheres Datenvolumen im RAM des Servers vorzuhalten und so die Zahl der Lesezugriffe auf Festplatten zu reduzieren. Performance-Steigerungen von bis zu 70 Prozent sind mit dieser 64-Bit-Version im Vergleich zur Vorgänger-Lösung möglich.
Änderungen am Datenbank-Design in Exchange Server 2010 erlauben es heute, die I/O-Anforderungen nochmals wesentlich zu reduzieren. Anstelle vieler sehr kleiner Schreib-/Lesezugriffe greift Exchange Server 2010 nun auf große Datenblöcke zu. Experten rechnen deshalb mit einer weiteren Performancesteigerung von bis zu 70 Prozent im Vergleich zu Exchange Server 2007. Für Unternehmen, die heute die 32-Bit-Version Exchange Server 2003 einsetzen, ist dies eine völlig neue Dimension an Geschwindigkeit und Leistung. Gleichzeitig birgt diese Version damit auch ein deutliches Einsparpotenzial – in konjunkturell schwierigen Zeiten ein willkommener Aspekt.
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