Microsoft Server 2008 Launch und SharePoint Server Konferenz

Alles Neue rund um seine Server-Technologien zeigte Microsoft in Frankfurt

26.02.2008 | Autor / Redakteur: Frank Castro Lieberwirth / Andreas Donner

Microsoft lud zum Launch 2008 und zur SharePoint Konferenz 2008 ein

Etwa 7.500 Teilnehmer erlebten vom 19. bis zum 21. Februar in 4 Hallen der Frankfurter Messe die Microsoft-Hausmesse ready.for.take.off. In etlichen Vorträgen und auf Partnerständen drehte sich alles um die Themen Windows Server 2008, SharePoint Server 2007, Visual Studio 2008 und SQL Server 2008.

Die Messe zeigte neben den eigentlichen „neuen“ Produkten auch Trends wie Virtualisierung, Ausfallsicherheit, Verwaltung und Programmierung von Windows Server Produkten auf. Bei näherer Betrachtung der neuen Produkte handelte es sich meistens um eine – meist längst überfällige – Produktpflege und um eine weitere Verzahnung der einzelnen Produkte untereinander.

Wichtige Schnittmengen ergaben sich bei Windows Server, Visual Studio und SQL Server. Aber auch das Trio Server 2008, Visual Studio und SharePoint Server kam nicht zu kurz. Im Messeprogramm war damit also für alle etwas dabei: Programmierer, Administratoren und Strategen kamen voll auf Ihre Kosten.

Zudem konnten sich die Teilnehmer, die die Veranstaltung bis zum Ende auskosteten sich auch mit der Frage des Energieverbrauchs und Aspekten des Umweltschutzes – kurzum dem Thema Green IT – ausführlich beschäftigen.

Virtualisierung mit Hyper-V

Ein wichtiges Thema der Konferenz war die Serverkonsolidierung. Virtualisierung hilft vorhandene Hardware besser auszunutzen, um dadurch Hardware- und Energiekosten zu senken. Dies kann einerseits über eine Applikationskonsolidierung mit Windows Server 2008 und andererseits über eine Virtualisierung mit Virtual Server 2005 R2 geschehen. Verwaltet werden virtualisierte Microsoft-Umgebungen derzeit mit dem System Center Virtual Machine Manager.

Mit System Center Virtual Machine können hunderte virtuelle Maschinen in Gruppen zusammen gefasst und verwaltet werden. Anhand von Referenzmaschinen kann ein Administrator per Mausklick neue Windows Server installieren und überwachen. Report- und Überwachungsfunktionalität gibt es als Add-In für den Microsoft Operations Manager (MOM).

Wie bereits bekannt, kann der Virtual Server 2005 keine 64-Bit Computer virtualisieren, was beispielsweise für Exchange Server 2007 ein Ausschlusskriterium darstellt. Auch das Ressourcenmanagement unter Virtual Server 2005 hat so seine Schwächen, wie SearchNetworking berichtete.

Daher wird es in etwa 6 Monaten ein neues reinrassiges Virtualisierungsprodukt von Microsoft geben: Hyper-V soll alle Restriktionen von Virtual Server 2005 überwinden und der VMware Infrastruktur Marktanteile abnehmen. Hyper-V befindet sich derzeit im Betastadium und ist auf der Microsoft-Homepage als Download verfügbar. Hyper-V soll laut Microsoft dann fester Bestandteil der X64-Versionen von Windows Server 2008 werden.

Was ist wirklich neu am Windows Server 2008?

Neu in Windows Server 2008 ist der Betriebsmodus „Server Core“. Hierbei handelt es sich um einen Modus, der keine grafische Benutzeroberfläche besitzt und nur mit den tatsächlich benötigten Rollen und Diensten (Dateiserver, DNS, Hyper-V, …) versehen werden kann. Durch diese Reduktion und mithilfe der Unterstützung von Multicore- und Virtualisierungstechniken von Intel und AMD wird ein Windows Server 2008 über eine im Vergleich zu Windows Server 2003 verbesserte Performance aufweisen. Man darf also gespannt sein, wie ein Server Core mit neuem Hyper-V künftig gegenüber dem VMware ESX Server abschneiden wird.

Ebenfalls neu ist die direkte Integration vieler bekannter Tools und Anwendungen, wie beispielsweise Windows PowerShell, Windows Deplyoment Services, Network Access Protection, BitLocker oder Active Directory Rights Management in den Windows Server 2008.

Windows Deployment

Einige Deployment Tools, die bereits für Windows Vista veröffentlicht wurden, hat Microsoft überarbeitet und nun neu vorgestellt. Michael Korp (siehe Abbildung 2), einer der bekanntesten Microsoft-Webcast-Moderatoren, hat hierzu in einigen Vorträgen das Windows Automation Installation Kit (WAIK) vorgestellt, das auch auf SearchNetworking.de bereits ausführlich diskutiert wurde. Alle Deployment-Werkzeuge unterstützen jetzt Windows Server 2008. Auch die Windows Deployment Services (vormals RIS) sind in Windows Server 2008 integriert und unterstützen jetzt alle Windows-Server-2008-Editionen und -Betriebsmodi.

SQL Server 2008

Die im Februar 2008 erhältliche SQL-Server-Version 2008 CTP („feature complete“) ist eine Betaversion, die den Produktumfang der künftigen Version beinhalten soll. Neuerungen sind in der Produktpflege zu erkennen, d.h. in einer produktiveren Entwicklung von Datenbankapplikationen. Microsoft Technologien, wie die PowerShell sind integriert worden. In Verbindung mit Visual Studio sind umfangreiche Methoden zum Data Mining möglich, die eine verbesserte Datenanalyse gegenüber OLAP ermöglichen. Data Mining wird beispielsweise verwendet, um ein Kundenverhalten anhand von Parametern, wie Alter, Bildung, Einkommen, usw., vorherzusagen.

Office SharePoint Server 2007 (MOSS)

Neben dem Launch von Windows Server 2008 fand in der Frankfurter Messe auch die Deutsche SharePoint Konferenz unter viel Aufmerksamkeit statt. Hier wurde alles von der Planung über die Programmierung bis hin zum Einsatz von SharePoint Servern und Anwendungen erläutert. Microsoft hatte hierzu auch Partnerfirmen und externe Berater eingeladen, die von ihren Erfahrungen, Anwendungen und Hardwareplattformen berichteten. Besonders großes Interesse wurde der Entwicklung von Web-Anwendungen und Webparts beigemessen, wie das rege Zuhörerinteresse zeigte. Zur Webpart-Entwicklung konnten Anwender Tipps und Tricks erhalten, wie sie mit SharePoint Designer und Visual Studio 2008 einen MOSS erweitern und optimieren können. Es wurde live gezeigt, wie eine Suche verfeinert und über Visual Studio Webparts programmiert werden kann.

Visual Studio 2008

Visual Studio ermöglicht die Entwicklung von Anwendungen für Desktops und Internet. Entwicklern stehen Möglichkeiten zur Programmierung in HTML durch JavaScript zur Verfügung. Sie können durch Multi-Targeting auf alle Versionen des .NET Frameworks (ab. 2.0) zugreifen. Der Windows Presentation Foundation Designer (WPF) dient der Gestaltung von Benutzeroberflächen von Windows XP und Vista. Vorgestellt wurde auch die Webpräsentationstechnologie „Silverlight“.

Fazit

Gemessen an der Teilnehmerzahl und dem Interesse, kann man eindeutig Trends in den Bereichen Virtualisierung, Verwaltung, Installation, Webentwicklung für SharePoint, Hochverfügbarkeit und Data-Mining erkennen. Ob Firmen sofort auf Windows Server 2008 umstellen sollten, bleibt den individuellen Ansprüchen vorbehalten, die im Bereich Performance und Failover-Clustering liegen. Aus Entwicklersicht kann Visual Studio 2008 bei der Programmierung von SQL Server und SharePoint Server 2007 punkten. Was SharePoint Server 2007 betrifft, wird es sich im Bereich Collaboration weiter durchsetzen, da mit .NET Framework eine offene Plattform für verschiedenste Webanwendungen geschaffen wurde.

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