Aruba Networks erfindet das Virtual Branch Networking neu

Anwendungsbeschleunigung und Netzwerksicherheit wandern in die Cloud

09.04.2010 | Redakteur: Ulrike Ostler

Die remote Verbindung funktioniert; Screenshot: VBN 2.0 von Aruba Networks

Mit „Virtual Branch Networking 2.0“ lassen sich Kapitalinvestitionen um bis zu 60 Prozent und Betriebsaufwendungen um bis zu 75 Prozent senken, behauptet der Softwarehersteller Aruba Networks. Denn das Produkt verlagert die Branch Office Box, beziehungsweise Branch-Router, mitsamt Anwendungsbeschleunigung und Security in die Cloud.

Mobile Arbeitnehmer und Zweigstellen benötigen Netzwerkdienste, darunter Anwendungsbeschleunigung und Inhaltssicherheit, die genauso zuverlässig und performant sind wie am Hauptstandort. Doch es kann teuer und schwierig sein, diese Dienste an Hunderten oder Tausenden von Standorten auf zugehörigen Zweigstelleneinrichtungen laufen zu lassen. VBN 2.0 beschreitet mit der Migration dieser betriebsnotwendigen Dienste in die Cloud neue Wege.

Das kann laut Anbieter Aruba Networks die Kosten der Zweigstellenvernetzung und VPN-Infrastruktur deutlich senken. Hitesh Sheth, Chief Operating Officer von Aruba, sieht voraus: „Branch-Router, wie wir sie heute kennen, werden überflüssig werden.“

Ohnehin seien sie den Anforderungen, die die Mobilität der Mitarbeiter stellt, nicht gewachsen. „Herkömmliche Branch-Router sind nicht auf Mobilität und Breitband ausgerichtet und ihre hohen Kosten und schwierige Anwendung machen sie für den Bedarf heutiger verteilter Netze impraktikabel“, so Hitesh.

Die Verfügbarkeit von Breitbandverbindungen, erschwinglichen mobilen Computern und Cloud-Diensten hätten jedoch Aruba ermöglicht, die Zweigstellenvernetzung neu zu definieren. Aruba hatte VBN im Jahr 2009 eingeführt, um die Kosten der Zweigstellenvernetzung zu senken. Mit der Lösung wurde zugleich eine Reihe preiswerter, zentral verwalteter Remote Access Points (RAPs) eingeführt, die Aufgaben bewältigen können, die zuvor teure Geräte und kostspielige WAN-Verbindungen erfordert hatten.

Mit VBN 2.0 eröffnet sich die Möglichkeit, Netzwerkdienste in die Cloud auszulagern. Laut Roger Hockaday, Marketing Director bei Aruba, steht VBN 2.0 damit, wenigstens zum Teil, in Konkurrenz zu virtualisierten Appliances, von Riverbed und Blue Cooat beispielsweise.

Allerdings zielen die Aruba-Dienste auf kleine Zweigstellen, mit bis zu 30 Mitarbeitern, sowie Home Offices. Dieser Markt werde vom Wettbewerb gar nicht wahrgenommen, so Hockaday. Als typisches Beispiel nennt er den Autovermieter Sixt, der vor allem in den USA, viele kleine Außenbüros mit nur zwei, drei Mitarbeitern unterhält. Somit biete VBN 2.0 zwar weniger Features als die Konkurrenz-Produkte, sei aber erheblich kostengünstiger.

Die wichtigste Funktionen von VBN 2.0 sind:

  • Application Acceleration Service (AAS) – ein Cloud-Dienst, der die Leistungen von Anwendungen in der Zweigstelle bis zu 20-fach beschleunigen kann, ohne dass in der Zweigstelle dafür neue Hard- oder Software benötigt wird. AAS richtet sich gegen eine der größten Schwächen bei kleinen Zweigstellen und Telearbeitern, indem langsam arbeitende E-Mail-und File-Sharing-Anwendungen sowie Web-Browser beschleunigt werden.
  • Verbesserungen der Anwendungsleistung können damit auch für kleine Zweigniederlassungen und Telearbeiter attraktiv sein.
  • Content Delivery Network (CDN) – ein Abonnement-basierter Datei-Caching-Dienst, erhöht zusätzlich die Reaktionszeiten von Anwendungen in der Zweigstelle. Das Cloud-basiertes CDN wird genutzt, um Dateien lokal von einem nahe gelegenen Rechenzentrum bereitzustellen. Dieser Dienst kann bedarfsabhängig erworben werden und benötigt keinerlei zusätzliche Hard- oder Software in der Zweigstelle.
  • Content Security Service (CSS) – ein Cloud-Dienst, der die Kosten und Schwierigkeiten im Zusammenhang mit dem Schutz sensibler Daten über das verteilte Unternehmensnetz hinweg drastisch senken kann. CSS bietet Anti-Virus-/Anti-Spam-Schutz, Inhaltsfilterung in Echtzeit und Schutz vor Datenverlust, ohne dass in der Zweigstelle neue Hard- oder Software benötigt wird. Mit sofortigen und langfristigen historischen Berichten lassen sich Richtlinienverstöße ahnden.

Phil Hochmuth, Senior Analyst bei der Yankee Group, bezeichnet die Migration von Anwendungen und Diensten aus abgeschlossenen Zweigstellen-Anwendungen in die Cloud als „Teil einer natürlichen Abwärtsbewegung der Preiskurve“.

Virtueller Eintrittspunkt ins Unternehmensnetz

Ebenfalls als Teil von VBN 2.0 führt Aruba einen „Virtual Intranet Access Client“ (VIA) ein. VIA bietet Außendienstmitarbeitern und anderen mobilen Mitarbeitern mit Windows-basierten Laptops, Netbooks und PCs über separate, zugehörige VPN-Infrastruktur Zugriff auf das Unternehmensnetzwerk.

Durch die Nutzung der gleichen Rechenzentrums-Controller, die die RAPs steuern, vereinfacht VIA den Zugriff auf Unternehmensressourcen und senkt gleichzeitig die Kosten für den Fernzugriff. Derzeit unterstützt werden folgende Betriebssysteme: Microsoft Windows XP, Vista und Windows 7. In Zukunft soll das Produkt auch unter MacOS funktionieren.

Verfügbarkeit und Preisstruktur

VBN 2.0 wird ab April 2010 ausgeliefert. Kompatibel sind die 600er, 3000er und 6000er Serien des Mobility Controller, die Access Points der 12x-Serie sowie die RAP-2- und RAP-5-Serien der Remote Access Points.

Damit AAS funktioniert, muss im Datenzentrum eine entsprechende Appliance vorhanden sein, der Client-Preis ist damit abgegolten. Als Richtpreis nennt Aruba-Marketie Hockaday rund 300 Euro pro Site und Monat. Der Preis für das CDN Caching hängt hingegen von den Storage-Anforderungen ab.

Der Dienst CSS wird auf der Basis von Nutzerzahlen monatlich abgerechnet. Hier gibt drei verschiedene Pakete. Doch der Einstiegspreis liegt bei 50 Euro. Der VIA-Beitrag ist im Preis für den Controller enthalten. (weitere Preisangaben siehe: Bildergalerie)

Wer mehr über VBN 2.0 in verteilten Unternehmensnetzen wissen will, kann an einem Webinar von Aruba Networks teilnehmen. Es findet am 27. April 2010 statt.

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