20 Prozent der WLANs sind unsicher oder offen

WLAN-Verschlüsselungs-Forderung des Bundesgerichtshofs bisher nicht umgesetzt

14.12.2010 | Redakteur: Daniel Feldmaier

Anschlussinhaber haften für die Sicherheit ihres WLANs. Das scheint jedoch vielen egal zu sein.

Nach einem Urteil des Bundesgerichtshofs im Mai dieses Jahres haften Anschlussinhaber für die Sicherheit ihres WLANs. Dennoch sind viele Drahtlos-Netze offen wie ein Scheunentor. Jedoch scheint das Ausliefern bereits werkseitig verschlüsselter WLAN-Router positive Folgen zu zeigen.

Sieben Monate nach dem Urteil des Bundesgerichtshofs sind immer noch viele unverschlüsselte WLANs in Betrieb.

Seit Mai 2010 haften Anschlussinhaber für die Sicherheit ihres WLANs. Trotzdem ist jede 24. drahtlose Internetverbindung noch unverschlüsselt. Zusätzlich ist jedes sechste WLAN lediglich mit dem veralteten und unsicheren Verschlüsselungsstandard WEP geschützt. Das ist das zentrale Ergebnis einer aktuellen Untersuchung des IT-Dienstleisters PC-Feuerwehr in 19 deutschen Städten.

Laut Urteil vom 12. Mai 2010 sind Privatleute verpflichtet, ihr Netz durch angemessene Sicherungsmaßnahmen vor Missbrauch zu schützen. Unsichere Verschlüsselungen und Passwörter öffnen Hackern den Weg zu privaten Dateien und Zugangsdaten.

Das sechste Jahr in Folge wurde die Sicherheit von Funknetzen getestet. Auf einer etwa 30 Kilometer langen Strecke, die sowohl durch Wohn- als auch Gewerbegebiete führt, sind Funknetze gezählt und deren Verschlüsselungsstatus ermittelt worden. Die Bilanz: Im Durchschnitt sind noch immer über 20 Prozent aller WLANs unsicher. Die Angaben zu den unverschlüsselten WLANs sind bereits um öffentliche Hotspots bereinigt.

WPA2 auf dem Vormarsch

Die 2004 eingeführte WPA2-Verschlüsselung setzt sich durch. Knapp die Hälfte der WLANs sind bereits mit dem neuesten Standard verschlüsselt. Das Ausliefern bereits vorab verschlüsselter WLAN-Router zeigt erfreuliche Folgen. Innerhalb von fünf Jahren ist die Quote der unverschlüsselten WLANs um über 30 Prozent gesunken. Im Vergleich zum Vorjahr sind die ungeschützten Zugänge noch einmal um die Hälfte zurückgegangen. Auch der veraltete Standard WEP nimmt anteilig ab. Waren 2009 noch 30 Prozent mit WEP verschlüsselt, sind es dieses Mal nur noch 17 Prozent.

Nutzer ändern ihre Passworte zu selten oder benutzen leicht zu erratende Begriffe. Das untermauert eine aktuelle Forsa-Studie im Auftrag der Bitkom: 74 Prozent der Befragten merken sich ihre Passwörter im Kopf, verwenden also eher einfache Konstruktionen.

Checkliste zur Sicherung des WLAN

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