06.08.2009 | Autor / Redakteur: Autor: George Lawton / Sylvia Lösel
Das XML-basierende XMPP ist in der IM-Community weit verbreitet und Teil von Jabber, einem kommerziellen Open-Source-Client, und Google Talk. Anhänger von XMPP argumentieren, dass die Verwurzelung des Standards in XML es leichter macht, Erweiterungen wie Client-Kontrolle oder die Integration lokaler Services für Anwendungen zu schreiben.
Will Sheward, Vizepräsident Marketing bei Isode, sieht drei Vorteile von XMPP:
Aber man hat sich wenig Arbeit gemacht, XMPP auch für Sprach-Übertragungen attraktiv zu machen. Es gibt zwar eine XMPP-Erweiterung namens Jingle, die Telefonanrufe ermöglicht, aber sie wird nur zusammen mit Google Talk verwendet und die Standards werden auch gerade erst ausgearbeitet. In der Zwischenzeit müssen sich XMPP-Anwender auf Gateways verlassen, die mit dem VoIP-Equipment zusammenarbeiten.
Die Handy-Hersteller Nokia, Motorola und Ericsson haben eine eigene Variante von Präsenz namens Instant Messaging und Presence Services (IMPS) entwickelt. Diese Gruppe bildete auch die Open Mobile Alliance, die später eine XML-Version dieses Protokolls veröffentlicht hat.
„Dieses Gerede über Standard-Krieg ist übertrieben“, sagt Peter Saint-Andre, Geschäftsführer der XMPP Standards Foundation.“ Es gibt Präsenzinformationen die aus verschiedenen Quellen kommen, und intelligente Präsenz-Engines stöbern alle auf. Wenn man über eine intelligente Präsenz-Maschine verfügt, egal ob sie von Avaya oder sonst jemanden stammt, wird diese jedes Format akzeptieren, das ankommt. Der heilige Standard-Krieg ist Vergangenheit. Branchenorientierte Geschäftsleute wählen einfach die Produkte, die am besten zu ihrer Organisation passen.“
Unternehmen wie Counterpath beschäftigen sich damit, wie sie die beiden Welten zusammenbringen können. „Wir empfehlen Anrufe über SIP abzuwickeln und bei IM und Präsenz auf XMPP zurückzugreifen“, erklärt Fischl. „Der Trick ist jedoch, wie man beide zusammenführt? Wenn man eine IM-Verbindung zu einer Sprach- oder Video-Verbindung machen möchte gibt es keine Standard-Protokolle und -Mechanismen um beide zusammenzuführen.“
In der Praxis finden Unternehmen wie Counterpath dann aber auch nicht-standardisierte Wege, um die beiden miteinander zu kombinieren. „Wir haben taktische Lösungen für dieses Problem, doch es muss auf einer Standard-Basis gelöst werden“, sagt Fischl. „Es funktioniert zwischen unseren Kunden, aber wenn wir wollen, dass es auch bei anderen Kunden funktioniert, brauchen wir mehr Behelfslösungen.“
Wenn VoIP- und IP-Präsenz-Protokolle zusammenarbeiten, hat dies eklatante Vorteile. So hat Counterpaht zum Beispiel seit drei Jahren einen internen VoIP-Client mit SIMPLE genutzt und nun zu einer einheitlichen XMPP-Implementation gewechselt.
„Nach dieser Änderung war es möglich bereits vorab die Teilnehmerliste mit den Daten aus dem Firmenverzeichnis zu füllen“, erläutert Fischl. „Somit muss man nicht manuell jeden einzelnen des Teams hinzufügen“. Ein weiterer Vorteil ist die Tatsache, dass jetzt Präsenzinformationen firmenweit zur Verfügung stehen, wenn die Anrufe über Bria, den internen VoIP-Client des Unternehmens, erfolgen. „Ich muss meinen Status nich manuell von „Verfügbar“ auf „Beschäftigt“ umstellen. Und wenn ich auflege, wird mein Status automatisch wieder auf „Verfügbar“ geändert“, sagt Fischl.
Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 2040386)