10 Tipps zu Unified Communications – Tipp 9: Präsenzinformation: SIMPLE & IMPS versus XMPP

SIMPLE, IMPS und XMPP welcher Präsenz-Standard setzt sich durch?

06.08.2009 | Autor / Redakteur: Autor: George Lawton / Sylvia Lösel

Präsenzinformationen zeigen an, wer wann über welches Medium wie verfügbar ist – doch welcher Standard ist der richtige?

Wenn es um Standards bei Präsenzinformationen geht gibt es drei Lager. Einerseits haben die kostenlosen Chat-Applikationen wie Jabber und Google die Nutzung von XMPP (Estensible Messaging and Presence Protocol) vorangetrieben. Andererseits stützen sich die wichtigsten VoIP-Lösungsanbieter auf SIMPLE (SIP for Instant Messaging und Presence Leveraging Extensions). Die Netzbetreiber scheinen sich wiederum in Richtung IMPS (Instant Messaging and Presence Service) zu bewegen.

Die wichtigsten Hersteller von Office-Lösungen haben sich in puncto Präsenzinformationen bisher ihre eigenen Protokolle gebastelt, und obwohl diese nicht Standard-konform sind, könnten sie eine wichtige Rolle spielen, wenn es um die künftige Interoperabilität geht. Microsoft hat ein SIMPLE-ähnliches Protokoll im Office Communication Server (OCS) installiert, während IBM eine eigene Variante von Präsenzinformation in IBM Lotus Sametime entwickelt hat.

„Das schöne an Standards ist, dass es so viele gibt unter denen man wählen kann“, sagt Brent Kelly, Senior Analyst und Partner bei Wainhouse Research. „Einige Hersteller und Open-Source-Gruppierungen bauen Gateways um Zusammenschlüsse zu ermöglichen. IBM hat ebenso wie Microsoft ein Gateway im Programm, aber keiner spricht direkt mit dem anderen.“

Zum Beispiel gibt es ein Sametime-Gateway, das Präsenzinformationen und IM mit Yahoo, AOL, Google und XMPP austauscht, aber es arbeitet nicht mit Microsoft-Anwendern zusammen. Microsoft kann mit MSN, AOL und Yahoo zusammenarbeiten aber nicht mit Google. Um Unternehmen darin zu unterstützen, Präsenzinformationen auch in anderen Bereichen einzubauen, gibt es bei Microsoft das Open Interoperability Programm, das PBX- und Gateway-Herstellern hilft, sich mit dem OCS zu verbinden.

SIMPLE

Die SIMPLE-Arbeitsgruppe wurde von der IETF im Jahr 2001 gegründet, um eine Reihe von Standards für Präsenz und IM unter Nutzung von SIP zu entwickeln. Eine Anzahl wertvoller Präsenz-Erweiterungen zur Kontrolle der Privatsphäre, zu vergangenen und künftigen Präsenzinformationen und zu Wächter-Informationen werden gerade entwickelt. Das Protokoll wurde von einigen großen IP-PBX-Hertellern übernommen, zum Beispiel von Avaya, Nortel, Siemens und Cisco.

Einige Marktteilnehmer glauben allerdings, dass das Protokoll signifikante Herausforderungen in Bezug auf Skalierung und Komplexität mit sich bringt, die von der Art und Weise wie es entstand herrühren. Jason Fischl, CTO von Counterpath erkläutert: „Die IETF hat bei der Definition von SIMPLE nicht mit Ruhm bekleckert. Das Problem ist die Art der Trennung von Präsenz-Authorisierung und IM-Verbindung. IM wird über SIP geregelt, die Authentifikation findet mittels XCAP statt. Viele Hersteller waren deshalb nicht sicher, wie sie SIMPLE am besten implementieren könnten. Deshalb hat XMPP einen kleinen Vorsprung.

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