Höchste Komplexität, maximale Zuverlässigkeit und geringste Kosten

Die Infrastruktur der Post und ihre besonderen Herausforderungen

08.10.2008 | Autor / Redakteur: Dietmar Kirsch / Andreas Donner

Die Komplexität von Post-Netzen stellt hohe Anforderungen an die Infrastrukturkomponenten; Bild: Allied Telesis

Die Post führt in vielen Ländern derzeit einem evolutionären Kampf ums Überleben. Einerseits muss sie mit der elektronischen Kommunikation und mit lokalen und internationalen Kurierunternehmen konkurrieren. Andererseits haben die Postdienstleister mehr Arbeit als je zuvor – Milliarden von Postsendungen müssen jedes Jahr mit immer weniger Mitarbeitern und Ressourcen verteilt werden. Zudem stellen die Postnetze oftmals auch die Infrastruktur für andere Geschäftsbereiche dar und sind somit für den lokalen und internationalen Handel und die Gemeinschaft in ganz Europa unersetzlich.

Die IT-Infrastruktur der Postnetze ist faszinierend und einzigartig zugleich. Ähnlich wie andere staatliche Netzwerke verfügen sie über Hunderttausende von Anwendern und haben oft mit sehr sensiblen Daten zu tun. Sie sind einzigartig durch die riesige geographische Ausbreitung des Netzes, den enormen täglichen Durchlauf und natürlich durch die Zahl und Vielfalt der Standorte, die von ganz klein, über mittel bis hin zu groß reichen.

Das Netz besteht dabei aus einer Matrix von Hubs and Spokes mit unterschiedlichen Netzanforderungen. Postnetze verfügen normalerweise über mehrere über das Land verteilte Hub-Standorte – meist einen pro Region oder Landkreis – welche die Sortierung und Zusammenstellung der Post für die jeweilige Region übernehmen. Ein Netz von Spoke-Standorten ist mit diesen Hubs verbunden. Mehrere Hub-Standorte sind wiederum mit einem größeren Hub verbunden, und so weiter.

Oberstes Gebot: Flexibilität

Das Netz muss hinsichtlich der Größe und Funktion der unterschiedlichen Standorte flexibel sein. Denn in einigen Fällen können Standorte beispielsweise weit abgelegen sein und über keinen Zugang zu Glasfaser-Backbones verfügen. Diese abgesetzten Standorte müssen aber trotzdem in das zentrale System eingebunden werden.

Abgesehen von den anderen Geschäftsbereichen, wie Bankdienstleistungen oder Einzelhandel, gibt es bei der Postverteilung drei entscheidende Aspekte – die Sortierung, die Verteilung und die Zustellung. Die Sortierung umfasst die Aufteilung und Zusammenfassung der gesamten eingehenden Post, die Verteilung umfasst den Transport zu den richtigen Stellen, wo sie dann aufgeteilt und zugestellt werden kann. Durch den Einsatz modernster Technologien, wie der optischen Zeichenerkennung, lassen sich die Sortierung und Verteilung, die früher normalerweise von Hand ausgeführt wurden, heute komplett automatisieren. Die größten Sortieranlagen können heute mehr als 50.000 Briefe pro Stunde verarbeiten. Das Scannen riesiger Mengen von Briefpost, die automatische Identifizierung der Adressen und die entsprechende Verteilung der Post bedeutet aber auch, dass riesige Mengen von Text- und Bilddaten nahtlos über Ländergrenzen hinweg verfügbar sein müssen.

Das Netzwerk, das diese Anlagen unterstützt, muss dementsprechend in der Lage sein, eine Vielzahl von Bilddateien handzuhaben. Wenn die Adresse jedes verschickten Briefs gescannt und diese Bilddatei über das Netz weitergegeben wird, hat dies einen extrem hohen Datenverkehr zur Folge. Aufgrund der riesigen zu verarbeitenden Datenmengen haben die Postnetze daher eine Reihe spezifischer Netzwerkanforderungen.

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